Three Fall auf der Breminale

Letzte Woche fandt in Bremen die Breminale statt, ein Kulturfestival am Weserufer. Sommerwetter, Grasspromenade am Wasser, viele Menschen, diverse Fress- und Bierstände und mehrere Bühnen mit viel Musik. Es gab Pop, Singersongwriter, Blues, Gangsterrap, Ska, Folk, Experimentelles und sogar Jazz. Auf das Jazztrio „Three Fall“ hatte ich mich im Vorfeld schon lange gefreut.

Aufmerksam wurde ich auf diese Formation, also ich nachts mal wieder nicht schlafen konnte und durchs Fernsehn zappte und dann bei eine Aufzeichnung 30. Leverkusener Jazztagen im WDR hängen blieb. Jazz scheint anscheinend nur noch auf den 3. Programmen zu laufen, wenn eigentlich schon alle schlafen. Ich war sofort gefesselt – was bei mir nicht so oft passiert – und wartete seit dem auf eine Gelegenheit das Trio live erleben zu können. Weiterlesen

The Next Generation – Jugend jazzt in Dortmund

Vom 22.6.-26.6.2011 traf sich die zukünftige Jazzmusikerszene DEUTSCHLANDS in Dortmund zur 9. Bundesbegegnung Jugend jazzt. Ich hatte die Gelegenheit als Feature des Bremer Preisträgers mitzufahren. Zwar durfte ich beim Wertungsspiel nicht mitmachen, da ich mit meinen 27 Jahren im Verhältnis schon ein alter Sack bin.
Dafür kann ich jetzt als leicht Außenstehender auch diesen Artikel so schreiben.

Die Teilnehmer (zwischen 16 und 25) hatten sich über die Landesausscheide für die Bundesbegegnung qualifiziert. Die Besetzungen waren höchst unterschiedlich. Neben traditionellen Quartetten und Trios gab es auch exotischere Besetzungen mit zwei Vibraphonen und Pauken aber auch reduzierteres wie ein Trio aus Bass, Schlagzeug und Gesang oder ein Duo aus Sax und Drums. Ähnlich vielseitig waren die dargebotenen Jazzstilarten. Zwar gab es auch traditionelles, aber eher viel modernes und experimentelles, sowie Jazzrock, Smoothfunk und sogar eine finnische Popband (von der deutschen Schule in Helsinki) traten an. Ebenso waren auch die Hintergründe der Musiker recht unterschiedlich. Es gab einige sehr frische und junge Projekte, andere spielen schon mehrere Jahre zusammen. Es gab reine Schülerbands, aber auch Bands von frisch angenommenen Musikstudenten (also noch nicht im Studium, denn die Studenten dürfen nicht mitmachen).
Für etwas befremden sorgten so mancher Bandname wie „Gleis 3“, „Butterbrot“ oder „Gorilla Gorilla“. Es wird wohl immer ein Geheimnis bleiben, was wohl ein „Düff“ ist. Weiterlesen

Musikmesse 2011 Liveticker

So, die Messe ist vorbei und somit auch das Experiment Liveticker. Ob ich das nächste Jahr noch mache, weiß ich nicht, denn ich kam kaum zum schreiben, da es irgendwie immer wichtigeres im realen Leben gab. Dieses extreme Web 2.0, in dem man ja immer mitteilen muß, wenn man einen Kaffee trinkt, ist wohl doch nichts für mich. Und so kam es öfter vor, dass ich „aktuelle Geschehnisse“ erst 5 Stunden später schreiben konnte. Zudem  hat mich auch das iPhone massiv genervt mit der etwas umständlichen Bedienung und der penetranten Rechtschreibkorrektur, die aber wie man sieht, nicht viel bringt bzw. sogar noch Fehler einbaut.

Den ausführlichen Messebericht gibt es hier zu lesen.

Wer jetzt den Liveticker von Anfang lesen will, muß erst mal ganz runter zum Anfang scrollen (wie bei Livetickern üblich), denn hier oben ist das Ende.

 

20:14 Lasse im Bordbistro des ECs bei einer Cola und einer Curry Wurst die letzten beiden Tage Revue passieren. Viel Rumgerenne, viele Bekannte und Freunde wieder gesehen, viel gesehen, zuviel gehört. War schön, aber gut, dass die Musikmesse für mich jetzt zu Ende ist. Jetzt freue ich mich auf Essen und den Besuch bei Markus Zaja, aber das ist eine andere Story, die er hier und hier festgehalten hat.

19:29 der ICE Fußboden ist gemütlich als man denkt. Jetzt erstmal die Einträge nachtragen, zu denen ich während der Messe keine Zeit hatte und die Rechtschreibkorrekturen des ihhPhones korrigieren. Weiterlesen

Zoom H1 – Recording für die Westentasche

Die Zoom-Geräte sind ja schon länger kein Geheimtipp mehr. Viele schwärmen von einer hervorragenden Klangqualität für ein mobiles Aufnahmegerät zu verhältnismäßig kleinen Preis. Ich habe etwas überlegt, ob sich ein Test darüber lohnt, da es schon genug davon in Audiodten-Blogs und Foren gibt. Zudem bin ich als Saxophonist Analogiker und mir ist alles Musikequipment mit Strom suspekt.
Aber ich musste hier mal wieder etwas schreiben und vielleicht gibt es unter meinen Lesern genug andere, die die Technikszene ebenfalls nicht so verstehen. Daher ist dieser Test eher ein alltägliches „hands on“ als ein eine technische Prüfung.

Das Zoom H1 ein ist der relativ neue kleine Bruder vom Zoom H2 und Zoom H4, die sich ja schon großer Beliebtheit erfreuen. Bevor ich mir das H1 besorgte, hatte ich ein H4, weshalb ich die beiden etwas vergleichen kann. Weiterlesen

Warum Kenny G der beste Saxophonist ist!

Ich nehme an, dass 90% meiner Leser erst mal den Kopf schütteln werden. Vergessen wir also kurz die etwas provozierende Überschrift und fangen von Vorne an. Auf die Idee zu diesem Artikel bin ich wegen eines nicht sehr netten Kommentares von Pat Metheny über Kenny G gekommen. Es warf bei mir die Frage auf, wer denn nun der beste Saxophonist ist, wenn doch Kenny G angeblich der schlechteste sei.

Zunächst müßte man klären, woran man denn nun aus macht, wer den der beste bzw. schlechteste Saxophonist ist. Man braucht etwas absolutes etwas meßbares. Das Problem an Musik ist, dass es Kunst ist (zumindest meistens). Jeder hat da andere Vorlieben, der eine steht auf BeBop, ein anderer auf Klassik und einige sogar auf Volksmusik. Also geschmacklich unausstreitbar.

Absolut meßbar wäre vielleicht wer am höchsten, lautesten und schnellsten spielen kann. Wenn es danach ginge müßte ich mit unter den besten sein, aber da ich das bekanntlich (noch) nicht bin, ist das wohl kein Kriterium. Und will man wirklich, dass es in der Musik zugeht wie im Sport?
Kann man sich auf die Kritiker und JazzPolizei verlassen? Nun erstens sind das auch nur Menschen und zweitens betrachten die immer nur ihr Fachgebiet. Also auch nicht allgemeingültig.
Nur weil ein paar Freaks Bebop als die tollste Musik aller Zeiten halten, ist sie das noch lange nicht.

Leider scheint es nur ein allgemein gültiges Kriterium zu geben: die Plattenverkäufe! Nur die geben einen ehrlichen Querschnitt aller Musikgeschmäcker. Also musikalische Demokratie. Dagegen zu meinen, man hätte einen besseren Musikgeschmack als andere ist doch eher anmaßend. Und das dann anderen so drauf zu drücken ist dann vielleicht schon musikalische Diktatur.

Also geht es wieder ums Geld, wer also am meisten Platten verkauft und somit am meisten Kohle macht, ist der erfolgreichste und somit der Beste. Bei den Saxophonisten ist das dann wohl Kenny G, aber warum wird er dann so geschmäht?
Neid! Es gibt zig Easylistening Saxophonisten die leicht metrosexuel aussehen und Tonnen Schmalz im Ton haben, aber Kenny G ist wahrscheinlich der erfolgreichste, berühmteste und reichste Saxophonist. Er hat  ein eigenes Flugzeug (Ok, zwar nur eine DHC-2 Beaver, aber immerhin), hatte Gastauftritte in Southpark, Family Guy und Celebritiy DeathMatch, hat seine eigene Saxophonlinie, ist Grammy Gewinner und zudem spielt er Golf mit Tiger Woods (hat ein Handicap von +0,6). Grund genug für viele Kollegen, die in verranzten (also „authentischen“) Jazzschuppen spielen müssen, die Nase zu rümpfen.

Er ist an sich kein schlechter Saxophonist und seine Musik bzw. Easy Listening/ Smooth Jazz allgemein als Mist abzustempeln ist auch nicht gerechtfertig. Er war damals einer der ersten, die diesen Trend mitentwickelten.
OK, das überspielen von Louis Armstrongs What a Wonderful World war schon daneben, aber man hat sich doch nur darüber so aufgeregt, weil es so oft verkauft worden ist. Wahrscheinlich hat das mehr Leuten gefallen als es Leute gibt, die mit dem Namen Ornette Coleman etwas anfangen können. Es gibt auch immer genug andere Projekte „echter Jazzer“ die man durchaus kritisch betrachten kann. Z.B. finde ich es eklig, dass Pat Methiny für sein Projekt „Orchestrion“ seine Band beurlaubt hat, damit er selber alleine alle Instrumente mechanisch steuern kann. So klingt es dann auch für mich, noch lebloser als Aebersold.

Generell verstehe ich die Schmähung einiger Jazzer von EasyListening/Smooth Jazz eh nicht. Es heißt schon EasyListening, da kann man doch keine Ansprüche an hohe Kunst stellen. Es geht doch gerade drum, dass sie angenehm leicht und verständlich für alle und nicht so ultraverkopft wie Bebop oder FreeJazz ist, mit denen nur ein paar Jazzfreaks etwas anfangen können.
Was soll denn sonst in Softpornos, Fahrstühlen und Szenerestaurants laufen? Wäre Deathmetall oder Bayrische Volksmusik besser? Easy Listening ist auch immer noch Jazz und kann auch gut sein und ideale Musik zum chillen. Zudem führt es viele erst an „echten Jazz“ heran. Um zu sagen, dass dies keine Musik sei, muß man schon ein ziemlicher Jazznazi sein.

Ich will jetzt nicht ernsthaft behaupten, dass Kenny G der beste Saxophonist der Welt ist. Er gehört auch nicht unbedingt zu meinen Lieblingssaxophonisten. Aber mir geht dieses dumme rumgesülze vieler MöchtegernJazzAvargandisten ziemlich auf den Keks und die meisten „anspruchsvollen“ Jazzer spielen so gut wie alles für Geld. Außerdem es geht immer noch schlimmer, z.B. Captain Cook.

Die Erotik des Saxophons

Dass von dem Saxophon ein besonderer Reiz ausgeht, ist eigentlich unbestreitbar. Aber woher kommt diese magische Anziehung?
Warum läuft im Hintergrund von Softpornos immer seichte jazzige Saxophonmusik? (Habe ich mir zumindest sagen lassen, dass da immer läuft)

Saxerotik

Das Saxophon ist einfach ein sehr erotisches Instrument. Ich habe darüber lange nachgedacht und ich denke, dass es verschiedenste Erklärungen dafür geben könnte.
Das Saxophon hat einen Frequenzbereich, der unserer Menschlichen stimme nicht ganz unähnlich ist und somit für unser Ohr recht angenehm. So wie eine schöne Frauenstimme oder tiefe volle Männerstimme auf uns erotisch wirken kann, kann dies also ein der Klang des Saxophones. Auch ist kaum ein Instrument so ausdrucksstark und flexibel in der Klangfarbe, weshalb sich das Sax ideal zum Ausdruck von Gefühl eignet. Interessant, dass viele Tenorsaxophonisten einen rauchigen und subversiven Sound suchen.

Zudem ist das Saxophon ein recht neues Instrument, ist im Jazz groß geworden und gilt deshalb als DAS Jazzinstrument. Es ist nicht durch „uncoole“ und „alte“ Klassikwerke „vorbelastet“. So wie der E-Gittarist in der Rockmusik ist Saxophonist im Jazz der Star auf der Bühne.
Der Jazz entstand überwiegend in den Bordellen NewOrleans und  als er seinen Siegeszug übers Land antrat und die Swing Ära der Bigbands kam, war es die neue Jugendmusik. Jazz galt als verrucht, man tanzte zum ihm lasziv, die Eltern haben es nicht verstanden und sich darüber aufgeregt und sahen darin oft Teufelsmusik. Also damals in den 30er; 20  Jahre später galt das so für den Rock’n’Roll und die Swingergenration hatte dafür kein Verständnis. Aber auch da stand oft noch ein Saxophon auf der Bühne und klang dreckiger als je zuvor. Kurz; das Saxophon oder besser der Saxophonist hatte also schnell einen gewissen Ruf. In den 80ern hatte sich mit dem seichten kitschigen und schleimigen Smoothjazz und Popsax dann auch endgültig der Bergriff des Pornosax etabliert.

Desweiteren ist das Saxophon ein Blasinstrument. Bei vielen Saxophonisten und auch mir stelle ich fest, dass sie anscheinend nicht wirklich aus ihrer oralen Phase heraus gekommen sind. Ihr müßt nur mal beobachten, wie einige Spieler ihre Blätter anfeuchten (FSK 16). Bei keinem anderen Blasinstrument, nimmt man so viel Mundstück in den Mund, wie die Saxophonisten. Der moderne Ansatz sieht aus, als würde man sein Instrument küssen, ja fast schon liebkosen.
Da fragt man sich, ob die Ähnlichkeit zwischen den Wörtern „Sax“ und „Sex“ nur zufälliger Natur ist…

Aber ich glaube auch, dass Saxophonisten die besseren Liebhaber sind. Wer eine gefühlvolle Jazzballade wirklich spielen kann, der hat auf jeden Fall auch Erfahrung mit dem anderen Geschlecht. Ein Tipp, den ich von meinem Lehrer bekommen habe ist, dass ich beim Saxophonspielen an meine Angebetete denken soll, dann spielt man gleich besser. Tatsächlich, so ist es auch. Es funktioniert aber auch anders rum. Mir wurde nun schon öfters angetragen, dass man mein Saxophonspiel als sehr anziehend empfindet.

Zuletzt werden durch das Saxophonspiel die Zungen- und Lippenfertigkeiten trainiert, zudem werden die Lippen noch besser durchblutet.  Deshalb bin ich überzeugt, dass Saxophonisten besser küssen. Bisher hat sich zumindest noch niemand bei mir beschwert. Übrigens ist das auch ein origineller Anmachspruch, der bei mir tatsächlich sogar funktioniert hat. „Hey, wußtest du eigentlich schon, dass Saxophonisten besser küssen? Das liegt an der hohen Zungen und Lippenfertigkeit“. Das dies nicht nur beim Küssen zum Vorteil gereicht, dürfte ja jeder erahnen. Mit dem Spruch gibt man sich als Saxophonist zu erkennen, was an sich schon erotisch ist, zudem macht man das Gegenüber neugierig und reizt sie zum ausprobieren. Man könnte den Spruch auch noch mit „Weißt du was Doppelzunge ist?“ ergänzen.
Nur sollte man auch halten können was man verspricht. Deshalb hier noch eine gute Übung für eine schnelle Zunge.

Diesen Rhythmus spielt man auf der gleichen Note. Es ist wichtig, das wirklich klar und in „in-time“ artikuliert. Das Tempo wird mit der Zeit gesteigert. Die Viertel dient dazu, dass sich die Zunge entspannt.(tut mir leid, dass ich es nicht als richtige Noten aufschreiben kann, aber ich denke es dürfte auch so klar sein):

||: 4 88 4 88 | 8888 8888 : ||

Nebenbei, nicht nur die Zungenfertigkeit ist beim Sax wichtig, sondern auch eine gute Fingertechnik.

Bei diesem Thema interessiert mich auch eure Meinung und Erfahrungen, also hinterlasst ein paar schöne Kommentare. Zudem könnt ihr hier zum ersten mal Abstimmen. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

[polldaddy poll=1646302]

Forum Wars – eine Abrechnung!

Einige dürften mich noch als recht aktives Mitglied der bekannten Saxophonforen kennen doch habe ich es wahrscheinlich als einziger geschafft in allen gesperrt zu werden (teilweise sogar mehrfach). Wie es dazu kam ist eine längere Geschichte, die der Erzählung nicht lohnt, da sie auch nicht wirklich nachvollziehbar ist. Die Kurzform ist, dass ich dort so geschrieben habe wie ich hier schreibe und das dort anscheinend nicht gern gelesen worden ist. Zudem finde ich bezeichnend, dass ich von keinem der Admins eine ordentliche Begründung mit Verweis auf einen akuten Verstoß gegen die Forenregeln bekommen habe. Anscheinend war ich einfach zu rebellisch, jung und ungestüm für die „alte Säcke“ Fraktion.

Naja, dass sind alte Geschichten, die mir nun auch egal sind. Der Blog war damals als eine Gegenposition meinerseits zu den Foren gedacht. Ohne die Foren hatte ich plötzlich mehr Zeit und irgendwie mußte ich ja meinen virtuellen saxophonistichen Mitteilungsdrang kompensieren. Eigentlich bin ich mit der Situation ganz zufrieden. Mein Blog läuft gut und es ist bedeutend angenehmer und ruhiger hier zu schreiben ohne das ganze Forumsblabla. Fernziel ist es, mit meinem Blog eine Sammlung von Artikeln zu schaffen, die die Foren als Informationsquelle ablöst 😉
Ich habe die Foren sogar in den Linktipps angegeben, denn wenn man eine spezifischere Equipmentfrage hat, kann man da ab und zu ne gute Antwort bekommen. Ich habe dort auch viele nette Leute kennen gelernt; allerdings habe ich nur noch mit den wenigsten wirklich Kontakt. Außerdem habe dort auch vieles gelernt, dass aber eigentlich nur Verwendung in der Reproduktion in den Foren selber und nie im „Reallive“ Verwendung gefunden hat. Ich selber habe dort zeitweise etwas zu viel Zeit verbracht und habe insgesamt eine Postzahl zusammen bekommen, auf die ich nicht wirklich stolz bin, allerdings habe ich eine recht gute Einsicht bekommen, was  dort in diesen „Fachforen“ passiert.

Wie dem auch sei, eigentlich habe ich mit den Foren abgeschlossen und schaue nur noch mal Gelegentlich rein um zu kucken, ob es ein Interessantes Thema gibt, aber das war eher seltener noch der Fall. Zudem habe ich mich immer mehr aufgeregt über den Mist den ich teilweise lesen durfte. Leider, so habe ich das gefühlt, hat in letzter Zeit das Niveau sogar abgenommen und ich kann jetzt nicht mehr mit reinem Gewissen die Foren empfehlen. Ich möchte jetzt sogar meine Leser und die virtuell nicht so versierten Saxophonisten vor den Tücken der Foren waren, den die gibt es mannigfaltig.

Meinungsvielfalt
„Mit Meinungen ist es wie mit Arschlöchern; jeder hat eine“ (Clint Eastwood) Das gilt für Internetforen besonders und macht auch nicht bei einem Fachforum nicht halt. Im Gegenteil hier wird dann sogar richtig ernst gestritten was gerne in Austritten und Rausschmissen endet. Da mag zwar die Wortwahl in manchem „“MassenKillerSpielForum“ etwas freier sein, dafür haben aber die meisten User dort eine gewisse Gelassenheit dazu. In den Saxforen ist es, wenn es um deren Hobby geht immer sofort todernst. Leider führt es auch dazu, dass nicht immer jeder Recht hat. Meistens ist es sogar so, dass deshalb viel falsches geschrieben wird. Leider kann man als Leser, wenn man es selber nicht weiß, nicht einschätzen, wer wie kompetent ist. Leider ist die Postingzahl nicht unbedingt kohärent mit Wissen. Personen die über 5000 Posts haben, haben meist zu viel Zeit und üben zu wenig. Aber vielleicht sitzen einige auch im schönen Hawaii und dort ist es meist zu heiß zum üben und was kann man da schon machen, wenn man zu alt zum surfen ist. Jemand der viel spielt und sogar davon lebt, ist nicht daueronline. So kommen wir auch schon zum nächsten Thema.

Profis in den Foren
gibt es nicht. Zumindest selten und meist auch nicht besonders lang und aktiv. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens hat ein Saxophonprofi meist überhaupt nicht die Zeit sich täglich ne Stunde mit so Internetszeugs zu verschwenden (Auftritte, Touren, Schulen, Üben, usw.), außerdem was soll er da. Selten ist das Niveau eines Threads so gut, als dass ein Profi noch etwas dort lernen könnte. Also wenn ein Profi dort schreibt, erklärt er nur. Meist sind es immer die gleichen Fragen (dazu später mehr), was viele nach einer Zeit anödet. Er selber zieht also keinen nutzen daraus. Vereinzelnd gibt es auch den werbenden Profi. Einige schreiben dort nur, um sich selbst zu vermarkten. Ich kenne Fälle, bei denen von einem Profi die Aussage kommt, dass S-Bögen kaum einen unterschied machen und 6 Posts später verweist er auf seine eigenen S-Bögen, die jedes Mark6 deutlich aufwerten.
Zuletzt habe ich es immer wieder erlebt, dass viele Profis, die deutlich auch mal ihre Ansichten schreiben, schnell gemobbt werden. Ein guter Freund von mir und Endorser einer der großen Saxophonfirmen hatte in mehreren Foren versucht konstruktiv und helfend zu schreiben, aber nach ständigem Gezicke aus dem Foren hat man ihn endgültig vergrault. Warum geht man so mit einer wirklichen Koryphäe um? Tja, es gibt eine Fraktion am meist alteingessesnen Stammuser die sich von dauernden kompetenten Kommentaren in ihrer eigenen Kompetenz bedroht fühlen. Es ist ein Unterschied, wenn man als echter Profi etwas weiß oder als Forenjunkie nur immer etwas besser weiß. Durch die die Anwesenheit eines „Wissenden“ könnte einem selber ja bewußt werden, dass man selber vielleicht doch nicht so gut ist, wie man eigentlich von sich denkt. Ich nenne diese Fraktion gerne liebevoll „alte Säcke“

Die alten Säcke
Diese Fraktion ist vielleicht meine virtuelle Nemesis. Die meisten meiner Probleme hingen genau mit diesem Klientel zusammen. Typisch sind folgende Merkmale: über 40, hat mit dem Saxophon erst spät angefangen (oft ein alter Jugend- oder Kindheitstraum der im Rahmen der obligatorischen Midlifecrisis doch noch erfüllt worden ist), oft auch noch autodidaktisch beigebracht (warum sich auch noch in dem Alter von einem Lehrer bevormunden lassen), so ca. 7 Vintagesaxophone im Keller (mindestens); also sogenannte „Latebloomers“.
Anscheinend haben sie dafür genug Geld, allerdings frage ich mich, wie es schaffen, auf allen Instrumenten regelmäßig zu üben, so wachsam im Forum zu sein, einer geregelten Arbeit nachzugehen um das Hobby zu finanzieren und sich dann noch um die Familie zu kümmern. Ich habe ja den Verdacht, dass min. eine Sache zu kurz kommt. Vielleicht ist es auch so eine Generationensache, dass wir uns nicht so grün sind. Vielleicht bin ich aber auch nur ein junger Klugscheißer, der wirklich übt, etwas weiß und ein bisschen zu direkt formuliert.
Wie dem auch sei, ihr neues Hobby ist ihre Lebenserfüllung und da versteht man kein Humor, wenn einem da jemand virtuell quer schießt.
Oft sind die Foren Rottungspunkte. Man kennt sich, man bildet einen eingeschworenen Kreis. Fremde und Außenseiter stören da eher, vor allem wenn die mehr wissen.  Gerne tauscht man auch Aufnahmen von sich aus und beweihräuchert sich dann gegenseitig, da die anderen ja auch ungefähr auf dem Niveau spielen wie man selber (Vorsicht, wer da mal zu ehrlich ist). Oft führt dieses Gefühl der Gemeinschaft, dass aus dem Fachforum ein sozialer Treffpunkt wird, was zu dem nächsten Problem führt.
(PS: Ich wollte nochmal darauf hinweisen, dass nicht jeder Midlifecrisissaxophonist auch ein alter Sack ist. Ich kenne viele, die zwar auch auf die Merkmale passen, aber alles andere als zu den alten Säcken gehören! Das sind meist die, die gerade bei diesen Zeilen gut über sich selbst schmunzeln können.)

Offtopic
ist alles das, was nicht direkt mit dem Saxophon zu tun hat. Leider macht das ca. 70% des Forumsinhaltes aus (nur eine grobe subjektive Schätzung). Viele Threads fangen eigentlich gut an schweifen dann aber gerne in Grundsatzstreitikeiten, persönlichen Streitigkeiten, philosophischen Streitigkeiten (ist das noch Musik oder will der Hund nur raus und Gassi gehen) und esoterischen Diskussionen (Tja, ab 40 denkt man langsam über den Sinn des Lebens nach, auch in einem Saxophonforum). Interessant wird’s wenn sich die Leute erstmal über Politik aufregen.
Es gibt viele User, die eigentlich fast nur Offtopicposts schreiben (oft, weil sie fachlich nicht wirklich etwas beitragen können). Manche warten nur auf Streitereien, da sie sich nur aufregen wollen und dafür noch einen Grund suchen. Das Problem ist nicht, wenn einer sich mal im Ton vergreift oder zu ehrlich seine Meinung sagt, sondern die streitlüsternden und spamartigen Reaktionen anderer User. Davon findet man viele unter der bereits genannten Fraktion. (Oft sind es auch die, die besonders gerne mit der Moralkeule schwingen, aber keinen Deut besser sind.)
Auch oft gesehen, wenn sich die Communitiy mehr mit sich selbst beschäftigt als mit dem Saxophon. Also mal wieder ein neues Layout und Serverwechsel und das 256. Treffen im Garten des Users X. Aber sowohl für Offtopic wie für Topic hat man nach einiger Zeit der Mitgliedschaft ein gewisse Gefühl eines Déjà-vu.

Déjà-vu
eigentlich ja déjà-lu. Nach einer gewissen Zeit wiederholen sich die Themen. Das ist ganz natürlich, da es nicht wirklich unendlich Themen beim Saxophon gibt und die Mitglieder sind auch nicht immer die gleichen. Sie kommen und gehen (oder werden gekickt), und da werden halt Fragen gestellt, von denen man nicht weiß, dass sie schon mal gefragt worden sind. Woher auch? Manchmal denke ich mir, dass so ein Tool, mit dem man das Forum nach bestimmten Stichwörtern durchsuchen kann, wirklich praktisch wäre. Schade, dass es so etwas nicht zu geben scheint. Naja, aber man muß auch ehrlich sagen, dass viele alte Diskussionen (vor allem zu einem interessantem Thema) wirklich unerträglich zu lesen sind, wenn sie über 10Seiten lang sind und viel Offtopic enthalten. Da kann eine frische Diskussion was gutes sein. Aber oft häufen sich gerade die Langweiligen Fragen. Insbesondere die der Anfänger.

Die Anfänger
Diese tauchen massig auf, Fragen ein paar Fragen und nach einiger Zeit, wenn die Anfangseuphorie des neuen Hobbies verflogen ist, liest man selten nochmal etwas von ihnen. Manchmal sind sie sogar recht penetrant und überhäufen das Forum mit Fragen und Antworten (lustig wird’s, wenn ein Anfänger nach einer Woche schon versucht die ersten Tipps an andere zu geben). Manchmal entwickeln sie einen Mitteilungsdrang (oft auch Selbstdarstellungsdrang) ohne sich zu fragen, ob das jemand eigentlich lesen will. Da war man manchmal sogar froh, wenn es um einige wieder ruhiger wurde.
Meistens fragen sie allerdings, welches Saxophon oder Mundstück sie kaufen sollen, bzw, wenn sie es schon gekauft haben, ob es denn gut sei. Die Antworten darauf sind meist die gleichen bzw. dieselben. Einige machen sich die Mühe und schreiben eine neue Antwort andere verweisen mehr oder weniger freundlich auf alte Threads. Allerdings häufen sich manchmal die Fragen nach dem Anfängersax so dreist, dass man praktisch dreimal die gleiche Frage auf der Startseite sieht. Oft starten genau diese Fragen den Streit zwischen den Equipmentjunkies und den Übminimalisten.

Equipment vs. Üben
Dieses Streitthema ist fast so alt wie die Saxophonforen selber (damals in grauer Vorzeit auch genannt „die 90er“). Sie werden gerne durch Fragen ausgelöst, wie „Welches Saxophon und Mundstück muß ich kaufen um so zu klingen wie die Saxophonlegende XY“. Dann kommt der berechtigte Einwand, dass man lieber üben sollte (Tja, aber niemand traut sich mal auszusprechen, dass viel üben nervt). Oft aber wird dann behauptet, das Material sei unwichtig, worauf sich andere melden, dass das nicht so sei. Nun, dieses Thema an sich wäre vielleicht ein weiteren Blogeintrag wert, aber jetzt werde ich dazu nichts weiter sagen. Das wäre dann ja schon wieder Offtopic. Naja, der Streit wird gerne und oft ausgefochten, bringt aber eigentlich niemanden weiter. Ich habe allerdings oft das Gefühl, dass in dieser Diskussion immer auch ein wenig Neid der Übpuristen gegenüber den Anfängern, die sich ein Selmer Reference leisten können. Dann kommen aber wieder diejenigen, die meinen, dass das Selmer das falsche Saxophon ist.

Was soll man spielen/ Was ist das beste Equipment?
Equipment hat in der Tat Tendenzen und wenn man eine Richtung sucht, könnte man vielleicht einen brauchbaren Tipp bekommen. Aber Sound ist eine individuelle Sache, genaue Vorhersagen sind also nicht möglich. Dennoch wird sehr viel spezifisches empfohlen. Aber eines ist mir aufgefallen: es wird fast immer nur das empfohlen, was diese Leute selber spielen. Klar das jeder seines gut findet, niemand sagt, dass er ein schlechtes Saxophon spielt. Und wie schon gesagt, man weiß nie, wie kompetent so ein Tipp ist.
Interessant wird es dann, wenn es um Kleinigkeiten geht. Welche Blattschraubenandruckplatte soll ich spielen? und welches Finish?

Voodoo Wars
Die Meinungen in wie Weit was noch einen Einfluß hat gehen weit auseinander (Hier meine Auffassung). Oft brechen hier wahre Glaubenskriege aus. Auf beiden Seiten gibt es Kleingeister, die einen, die alles hören, was man sagt, das man hören kann, dann diejenigen, die es nicht für möglich halten können und deshalb nichts hören und dann gibt es noch die, die wirklich nichts hören können (manchen „Forensaxophonisten“ würde ich fast unterstellen, dass sie nicht mal den Unterschied zwischen einem Tenor und Alt blind erkennen könnten).
Deshalb wird alles, was mit Finishes und Daumenhaken zu tun hat, ins Reich des Voodoo und Märchenwelt geschoben. Was die Firmen behaupten sei nur Marketing um den Kunden mehr Geld abknöpfen zu können und wer doch etwas hört bildet sich das ein.
Also nehmt auch hier niemanden zu ernst. Traut euren eigenen Ohren und den Aussagen von echten Experten. Ein weiteres Indiz ist, dass es keine eine richtige Sachlage gibt, da es auch Unterschiede in den Foren gibt, was akzeptierte Meinung ist. In dem einen Forum gilt es als selbstverständlich, dass ein Daumenhaken den Sound verändern kann, in einem anderen Forum kommt man dafür auf den Scheiterhaufen. Was mich zum letzten Punkt bringt.

Die Mehrheit hat immer recht
Tja, damit hatte ich leider meine Probleme, da ich mit meiner Meinung, die ich manchmal etwas zu deutlich formuliere, auch angeeckt bin. Von dem „inneren Kreis“ oder der „verschworenen Gemeinschaft“ habe ich ja schon berichtet. Meist sind die es, die diktieren, was im Forum als richtig gilt, egal ob es wirklich richtig ist.
Nebenbei, das gilt leider auch so für Wikipedia (Wikiality). Wikipedia glaubt ja auch noch, dass „Mucke“ mit gg geschrieben wird, aber das wird vielleicht auch nochmal ein extra Blogeintrag, würde jetzt wieder zu Offtopic werden.

So dann bin jetzt auch endlich fertig mit meiner kleinen Abrechnung. Einige werden sich jetzt wahrscheinlich sehr angegriffen fühlen, andere werden sich vielleicht etwas selbst erkannt haben und können schmunzeln, noch andere wiederum werden hoffentlich gewarnt sein und ich hoffe, dass die letzten sich hierbei amüsiert haben. Denn meine Abrechnung ist als satirische Übertreibung gedacht, aber wie ich aus meiner Forumszeit gelernt habe, Humor ist eine Sache, die eher wenige Menschen wirklich haben.

Achja, ein weiter Vorteil des Bloggens ist es, dass ich entscheiden kann, welche Kommentare hier zugelassen werden. Streitlustige und wütenden Kommentare kommen gar nicht erst hier rein. Vielleicht macht das den kleinen feinen Unterschied zu den Foren (ein Schelm, wer jetzt an Zensur denkt).

Optik vor…

Dies ist eine sehr wichtige Lektion die ich damals während meiner Wehrdienstzeit im Musikkorps gelernt hatte, aber erst viel später wirklich verstanden habe.

Es geschah kurz vor meinem ersten Truppenzeremoniell.
Einige kennen es vielleicht schon. Bei feierlichen Anlässen in der Bundeswehr, wird gerne groß aufmarschiert. Die Kompanien stellen alle ihre Männer in Reihen von drei Mann hintereinander stramm auf zwei Seiten eines Karres auf. Auf der gegenüberliegende Seite steht meist ein Pult, umgeben von zwei mickrigen Zierbäumchen (oder vielleicht sind es auch getarnte Soldaten gewesen) die zumindest den Hauch von feierlicher Dekoration bieten soll (manchmal werden die Bäumchen durch anderes Grünzeug ersetzt, wie z.B. einem 62Tonnen Leopard 2 A6 Kampfpanzer). Auf der linken Seite soll der Ehrenzug stehen. Dieser Besteht meistens aus einem Musikkorps, der Fahne der Kompanie und einen bewaffneten Ehrenkorps (ohne Munition). Dieser Ehrenzug marschiert mit dem Musikkorps (also ganz Vorne Chef und Schellenbaumträger (welcher ich auch oft genug war, da man auf einen Saxophonisten gut verzichten kann)) voran mit großem „DaDaDam, DaDaDam, Tätärä“ (Regimentsgruß) das Karree ab bis es auf seiner Seite imposant seine Stellung bezieht. Schindet immer ordentlich Eindruck. Zwischen den Reden und sonstigem Kram (wie z.B. das Gelöbnis) gibt’s ab und zu musikalische Untermalung durch  Militärmärsche. Am Ende Marschiert der Ehrenzug wieder ab mit großem „DaDaDamDamDamDamDamDamDamm Tätärä“ (Preußens Gloria).

P1010108Wie dem auch sei, kurz vorher, es war mein erstes mal, wir packen unsere Instrumente aus, zubbeln unsere Uniformen zurecht und stellen uns auf. Ich wundere mich, dass nicht eingestimmt wird und frage meinen Saxkameraden und bekomme als Antwort nur die Antwort „Optik vor…“
„Wie? Optik vor was?“
„Optik vor Akustik!“
Da war ich etwas sprachlos, sah aber ein, dass das Einstimmen draußen eh nicht soviel Sinn macht zu stimmen, da spätestens nach 10min alles anders intoniert, zudem aus dem Publikum und der Rest der Soldaten merken es eh nicht, desweiteren verläuft sich das draußen eh der Klang und zuletzt war es eh nur Marschmusik. Da ist es die Hauptsache, dass alle schön gleich schneidig im Takt marschieren.

Auf dem Photo sieht man mich übrigens vor unserem Tourbus (von Y-Tours). Man sieht mir die Begeisterung für die Marschmusik förmlich an.

Das aber in dieser Maxime eine doch viel tiefere und für den musikalischen Künstler grausame Wahrheit steckt habe ich erst später verstanden. „Optik vor…“ gilt leider nicht nur bei der Bundeswehr sonder immer, wenn man auf der Bühne steht. Das Publikum bewertet visueller als sich die meisten Musiker wahr haben möchten. Das Gros der Zuhörer bewertet mehr nach optischen Kriterien als nach dem Gehörtem. Das ist eher Unterschwellig, da die meisten Menschen, Musik nicht so bewußt wahrnehmen können, wie jemand, der sich tagtäglich damit beschäftigt.
Es zählt also mehr gut angezogen zu sein (oder stilistisch passend zum Musikgenre (wer bei Punkrock mit heilen Jeans auftaucht ist sowieso schon beim Publikum unten durch)) oder wie glänzend (Klassik) oder abgespielt (Jazz) die Instrumente sind. Die richtige Selbstdarstellung auf der Bühne ist für das Gefallen beim Publikum wichtiges als die abgedrehtesten Jazzlicks. Tatsächlich spielen viele hoch(schul)gezüchtete Jazzer zu verkopft und schrecken damit dem Easy Listeng gewöhnten Zuhörer eher ab. Dann wenn er wieder gebucht werden will, kann er nur hoffen, dass er nicht vergessen hat, das Jazzbarett aufzusetzen.
Der treue Leser weiß, dass ich immer wieder sage, dass das Finish des Saxophones einen Einfluß hat. Neben dem klanglichen Einfluß hat es noch einen größeren Effekt. Ein ungewöhnliches Finish fällt auf. In einem BigBandSatz falle ich mit meinem Raven einfach heraus. Das Publikum erkennt hier etwas besonderes. Die wenigsten können ein Tenor nur klanglich von einem Alt unterscheiden und die wenigsten können bewerten, wer eigentlich besser spielt. Das einzige was hängen bleibt, ist der Saxophonist mit dem schwarzen Saxophon.

Habt ihr euch eigentlich schon mal überlegt, wie ihr beim spielen ausseht? Soll man stocksteif da stehen oder den Hampelmann machen und sich blamieren. Das Üben des Posieren vor dem Spiegel ist für den kommerziellen Erfolg wahrscheinlich ebenso wichtig wie die Longtoneübungen.

Zwei wichtige Ausdrücke muß der Saxophonist beherrschen. Bei gefühlvollem Spiel, müssen die Augen geschlossen sein (wer spielt schon nach Noten), man muß aussehen, als wäre man tief in die Musik versunken und dazu bewegt man sicht leicht wie in Trance. Für Schnelles muß noch der Ausdruck größter Anstrengung gekonnt werden. Leicht nach vorne übergebeugt, Körper leicht verkrampft, Augen zugekniffen und am besten noch Schweißperlen auf der Stirn. Praktisch für einen guten Showeffekt ist es, wenn man das Sax auch spielen kann, wenn man es über den Kopf hält.
Alternativ gibt es für die Popjazzer noch den Kenny G Ausdruck. Hierbei muß das Saxophon (vorzugsweise ein Sopran) schräg im Mundwinkel gespielt werden, Augenbrauen nach oben und zusammengekniffen, eine Leicht eingeknickte Körperhaltung und man muß sehr nach Softie aussehen. Das hierbei die Augen wieder geschlossen werden ist natürlich selbstverständlich.

Das mag jetzt zwar alles ein wenig übertrieben und albern wirken (so ist es ja eigentlich auch gemeint), aber dennoch sollte man dieses Thema auch ernst nehmen. Ich habe das verinnerlicht und die Resonanz aus dem Publikum (besonders des weiblichen Anteils) spricht für sich.

Neulich im Nachtbus

Öffentliche Verkehrsmittel können manchmal spannend sein, vor allem im Leipzig und dort vor allem Nachts! Und so begab sich auch folgendes vor ein paar Tagen.
Ich war mit einem Freund gegen halb 3 auf dem Heimweg von einem Konzert von Freunden.
Hinter uns saß eine Gruppe junger Männer, die anscheinend gerade aus der Disco kamen und dort gut gefeiert hatten. Sowohl der Alkohol- sowie Lautstärkepegel waren recht hoch.
Ich blickte mich nur kurz um und erhielt sofort ein: „Ey, was guggst duh?!“ (aus Authentizitätsgründen werde ich die Konversation lautmalerisch schreiben)
Och, eigentlich nüx, wieso?“
Mein entwaffnendes Lächeln hatte ihn beruhigt, weshalb er sich wieder umdrehte. Aber anscheinend hatten wir Freundschaft geschlossen, denn eine Minute später kam die Frage: „Ey, haste malne Kibbe?“
Nee, leider nicht, ich bin Nichtraucher“, „Ey, das kann doch gar nischt sein, dass du geene Kibbe hasd…“
Wie kommt man aus so etwas elegant heraus? Genau, man schiebt einen Grund vor:
Ich bin Saxophonist, da ist sowas schädlich“ (Ok, es hat nicht wirklich Auswirkungen, aber schädlich ist es ja sowieso)
Was bis du?“
Ich spiele Saxophon“
… Ey cool! … Bisd du schon reich und berühmd?“
Nein, als Jazzer wird man nicht reich und berühmt“
Ey, hasd du eben nich noch gesacht, dass du Saxophonist bis?“
…“
(was soll man sagen? eine entwaffnende Logik)
Ey mein Gümbel ist Rapper“ Er dreht sich zu seinem Kumpel um (der ebenfalls eine Bomberjacke trug) „Ey, der hier ist Saxophonist!“
Cooel“, jetzt wendet sich sein Kumpel zu mir „Bist du gut?“
Naja, ich würde sagen, dass ich nicht schlecht bin“
„Isch bin Räba. Ey, hasd du vielleicht Lust mit uns mal einen Track aufzunehmen, so featureringmäßig, weiß du?“
Warum nicht? Funk liegt mir, und über so eine HipHopNummer passt das oft sehr gut. In was für eine Richtung rappt ihr?“
„Pornorap!“
dsc00176
… ah, ok…“
Du kommst mal zu uns und spielst eine Line, oder so. Gib mal deine Handynummer.
Kennst du Frauenarzt?“
„Frauenarzt? …nein.“
(wäre ich schlagfertig gewesen, hätte ich zurückfragen sollen, ober den Saxophonisten Gynäkologen kennt, aber so etwas fällt einem ja immer erst hinterher ein)

Kennst du Massiv“
„Ja, der sagt mir schon was“
„Sowas machen wir etwa. Kennst du Bushido“
Ja, ist mir auch ein Begriff“
„So wie der früher, nicht wie jetzt, jetzt ist er ne Muschi. Total Komerz“

„Ah stimmt, ich habe neulich mal eine Spiegel-Reportage über ihn gesehen, bei der er zuhause in einem kleinbürgerlichem Wohnzimmer bei Mutti saß und Tee getrunken hat“
.
Jetzt kam der Nachtbus endlich am Bahnhof an, dem zentralen Umsteigeplatz, und mein Freund und ich verabschiedeten uns schnell. Wir begaben uns zum Treffpunkt für alle Nachtschwärmer (egal wie alt, welcher sozialen Schicht zugehörig oder ob Wessi oder Ossi), die noch einen gewissen Hunger verspüren: McDonalds
!
10 Minuten später trafen dort
auch unsere neuen Freunde ein (klar, ein Weg in Schlangenlinien ist einfach länger und braucht mehr Zeit). Wir hatten uns schon in die „intellektuellen Abteilung“ zurückgezogen (McCafé) und blieben daher unbehelligt. (Man könnte hier fast schon von einer McDonalds-2-Klassengesellschaft reden)

Ich bezweifle auch, dass sie sich am nächsten Tag überhaupt noch daran erinnerten, sie werden sich wahrscheinlich eines Tages nur wundern, warum sie ihn ihrem Handy den Eintrag „Tobias Sax“ haben.
Schade eigentlich, dass hätte ein lustiges Projekt werden können und wahrscheinlich finanziell einträglich.

Saxophonistenwitze

Ich dachte mir, dass zu einem Fachblog die Fachidiotenwitze quasi obligatorisch sind. Da Saxophonsitenwitze selten sind, lohnt sich eine Sammlung, der besten (naja, sagen wir besser der nicht ganz so schlechten).
Ich werde diesen Blog immer mal wieder ergänzen, also gelegentliches wieder reinschauen könnte sich lohnen.

Der Saxophonist muß ins Studio um etwas Filmmusik aufzunehmen. Als er ankommt, war er erfreut, dass es sich eigentlich nur um ein freies einfaches Smoothjazzsolo handelt.
Er ist recht zufrieden mit seiner Aufnahme und nachdem alles im Kasten ist fragt er wofür das eigentlich war.
Man sagt ihm, dass es sich um einen Pornofilm handelt. Der Saxophonist ist davon nicht wirklich begeistert möchte den Film aber dennoch sehen und läßt sich eine Kino geben, wo dieser Film gezeigt wird.
Am Tag der Premiere schleicht er sich etwas verstohlen ins Kino und sucht sich einen Platz in der letzten Reihe. Er muß sich dafür an einem älteren Ehepaar vorbeidrängen und allen dreien scheint die Situation recht unangenehm.
Es stellt sich raus, dass der Film recht geschmacklos ist. Bei einer sehr unappetitlichen Szene mit einem Hund beschließt er zu gehen.
Um den Saal zu verlassen muß er sich wieder bei dem älteren Ehepaar vorbei drängeln. Wie zur Rechtfertigung sagt er entschuldigend zu ihnen “Ich war nur da, um meine Musik zu hören” worauf die Frau meint, “und wir sind nur hier, um unseren Hund zu sehen.”

Ein Schiffbrüchiger strandet auf einer tropischen und von der Zivilisation abgeschnittenen Insel. Die dortigen Ureinwohner lesen den Mann auf und führen ihn in ihre Dorfgemeinschaft ein.
Das einzig merkwürdige an diesem Stamm ist, dass von irgendwo her unablässig getrommelt wird. Der Gestrandete fragt den Häuptling, was es denn mit den Trommeln auf sich hat.
“Trommeln drüfen nix aufhören!” bekommt er als Antwort.
Leider schaft er es aufgrund des Lärms nicht einzuschlafen, weshalb er am nächsten morgen wieder den Häuptling aufsucht, ob die Trommeln nicht wenigstens für eine Nacht pausieren könnten, damit er wenigstens eine Nacht sich von den Strapazen erholen könnte.
Der Hauptling sagt:
“Trommeln dürfen nix aufhören! Danach Saxsolo”

In der Probe, als der Dirigent genervt zum wiederholten mal um mehr Dynamik bittet steht der Altsaxophonist entrüstet auf “Wie mehr Dynamik, ich kann nicht noch lauter!”

Wie wechseln drei Altsaxophonisten eine Glübirne?
Einer wechselt die Glühbirne und die anderen beiden streiten sich, wie Charlie Parker es gemacht hätte.

Wie wechseln drei Tenorsaxophonisten eine Glübirne?

Einer wechselt die Glühbirne und die anderen beiden streiten sich, wie Coltrane es gemacht hätte.

Wie wechseln drei Baritonsaxophonisten eine Glübirne?

Einer wechselt die Glühbirne und die anderen beiden sind still.

Drei Altsaxophonisten streiten sich, wer denn der beste Saxophonist von ihnen ist.
Der Erste: “Mir hat die Presse bescheinigt, dass ich der Beste bin.”
Der Zweite: “Na und? Zu mir kam Gott persönlich und hat gesagt, dass ich der beste bin.”
Darauf der Dritte: “Was soll ich gesagt haben?”

Was denkt Kenny G wenn er einen Fahrstuhl betritt?
“Man, this tune rocks”

Du bist mit Saddam Hussein, Adolf Hitler und Kenny G in einen Raum eingesperrt und hast eine Pistole aber nur zwei Patronen. Was machst du?
Du schießt zweimal auf Kenny G…
…nur um sicher zu gehen.

Kenny G hat tatsächlich lange den Weilrekord für die am längsten ausgehaltene Note gehabt (wenn ich mich nicht irre 45min das e”).
Viele Kritiker meinen, dass sei noch eines seiner interessanteren Solos gewesen,

Der Saxophonist wird im Rahmen eines Interviews vom Reporter gefragt, wen er denn nun eigentlich lieber hat.
Sein geliebtes Saxophon von dem er die ganze Zeit schwärmt oder seine Frau.
Der Saxophonist überlegt und meint dann: “Mein Saxophon, da kann ich wenigstens das Mundstück abmachen.”

Warum spielte der Leadsaxophonist der BigBand so viele falsche Noten.
Er meint, die Vorzeichen seien nur ein Vorschlag.

Woran erkennt man einen echten Jazzsaxophonisten?
Er fährt mit Instrumenten in einem Gesammtwert von über 10.000 Euro mit einem Auto für 1000 Euro, verbraucht dabei Benzin im Wert von 70 Euro, zu einem Gig, der 50 Euro einbringt.

Was ist ein Altsaxophonist, der hauptsächlich 64tel spielt?
Ein Balladenspzialist,

Warum ist das Sopran bei Jazzsaxophonisten so selten gespielt?
Weil es nicht genug Platz bietet um die Drogen zu verstecken.

Was ist der Unterschied zwischen einem Barisax und einer Motorsäge?
Die Abgase.

Wieviele C-Melodyspieler passen in einen Mini?
Alle.

Wann müssen Saxophonisten immer ihre Blätter wechseln?
Kurz bevor in den Noten die Stelle mit dem anspruchsvollen Saxophonpart kommt.

Wieviele Saxophonwitze gibt es?
Nur einen, der Rest sind alles wahre Geschichten.

Ein Freejazzsaxophonist hat endlich wieder eine eigene Platte gemacht. Nach einiger Zeit  trifft er Abends in einer Bar einen alten Kollegen und erzählt ihm natürlich gleich voller Stolz von seinem vollendetem Projekt und das sie sich gut verkauft.
“Natürlich weiß ich schon, dass du eine Platte rausgebracht hast. Habe sie mir auch sofort gekauft”
“Ach du warst das?”

Wie wechselt ein Saxquartett eine Glühbirne.
Der Sopranist steigt auf den Rücken des Baritonisten, weil er so am höchsten ist.
Und Alt und Tenor streiten sich, wie Parker und Coltrane es gemacht hätten, und was besser gewesen wäre.

Gott geht im Himmel spaziern, überall sind Türen.
Schaut er in die erste rein und sieht lauter Trompeter.
Meint er: “Na Jungs, was haltet hier von den Grundsätzen der
guten alten Philosophen?” Nach ein paar Stunden angeregter Diskussion geht er weiter.
Schaut
er ins nächste Zimmer. In dem sitzen die Posaunisten. Meint der liebe
Gott: “Na Jungs, was haltet ihr so von Tolstoi?” Nach ..ner halben
Stunde ist er wieder weg…
Geht er ins dritte Zimmer, voll mit Saxophonisten. Er schaut sich um und meint: “Na, was spielt ihr denn für Blättchen?”

In der Fachliteratur wird immer wieder gestritten, wie man richtig Saxophon spielt, da es falsch gespielt doch sehr schrecklich klingt. Es gibt neue glaubhafte Forschungsergebnisse, nach denen Adolphe Sax das Saxophon als Percussionsinstrument gedacht hatte und sollte mit großen schweren Hämmern geschlagen werden.

Das Ehepaar Schmidt ist zu einer Party bei Richters eingeladen. Leider ist Frau Schmidt krank geworden, so dass ihr Mann alleine zur Feier gehen mußte.
Es wurde sehr feucht fröhlich gefeiert und am nächsten erzählt der Mann seiner Frau.
“Du, ich habe gar nicht gewußt, dass die Richters so reich sind. Die haben doch tatsächlich ein goldenes Pissoire.”
“So ein quatsch”
“Aber wenn ich es dir doch sage”
Frau Schmidt bleibt ungläubig und sobald es ihr besser geht besucht die Frau Richter zum Tee.
“Sag mal, mein Mann hat mir erzählt, ihr hättet ein goldenes Pissoire. Stimmt das?
Frau Richter ruft darauf zu ihrem Mann:
“Du Schatz, ich weiß jetzt, wer in dein Saxophon uriniert hat!”

Was ist ein Saxophonist, der Alt- und Tenorsax spielt?
Bisaxuell

Neulich im Annonzenteil der Zeitung:
Professionelles Saxophonquartett sucht Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon.

Ein sehr guter Saxwitz in Videoform:
http://de.youtube.com/watch?v=EWCWdTM-Ogs&NR=1