Atmung (von Thomas Voigt)

Wie angekündigt die erste Lektion von Thomas Voigt:

Hi!

Genauso wie jeder Sänger oder Bläser eines anderen Blasinstrumentes benötigt der Saxophonist ebenfalls eine gute Atemtechnik. Da die Atemtechnik ein sehr umfangreiches Thema ist, möchte ich mich deshalb nur auf einige wenige Tipps beschränken. Ich versuche hierbei mit Begriffen zu arbeiten, die jedem ermöglichen das Erklärte zu verstehen.

Bevor man sich mit der Atmung in der Kombination mit dem Instrument beschäftigt, sollte man sich mit verschiedenen Atemübungen beschäftigen. Auch im Unterricht sollten Lehrer und Schüler keine Hemmungen haben, sich für Atemübungen flach auf den Rücken zu legen und das Atmen in das Zwerchfell (in den „Bauch“) zu üben. Dabei sollte man entspannt immer durch den geöffneten Mund ein- und ausatmen, damit sich der Bauch durch die Atmung hebt und senkt. Ohne irgendwelche Zusätze zuerst nur atmen.

Erst in den nächsten Versuchen sollte man mal die Luft anhalten und zu einem späterem Zeitpunkt auch dosiert ein- und ausatmen. Kann man das schon ohne Instrument nicht, wird man das mit dem Saxophon erst recht nicht schaffen!

Regelmäßige Atemübungen sind mit die wichtigsten Grundlagen für das Saxophonspiel. Diese kann man später durchaus im Stehen und im Sitzen parallel zu vielen anderen Tätigkeiten trainieren. Ich empfehle gerne das Arbeiten mit diesen gelben Klebezetteln: es gibt viele Bereiche im Alltag, an denen man etwas macht, wobei die Aufmerksamkeit nicht so stark gefordert ist, das man nicht noch konzentriert dabei atmen könnte. Ich denke da z.B. vor dem Kleiderschrank, an der Nachttischlampe, am Badezimmerspiegel usw. – wer sich von Freunden oder Verwandten hier solche Klebezettel anbringen lässt „sucht“ nach solchen und könnte bei jedem Zettel 3 x konzentriert in den Bauch atmen. Je selbstverständlicher diese Form der Atmung bereits ohne Instrument wird umso leichter wird einem diese Atmung in Kombination mit dem Instrument fallen.

In manchen Saxophonschulen steht, dass nach dem Einatmen die Schultern fallen gelassen werden sollen. Ist es aber beim Einatmen überhaupt dazu gekommen, dass die Schultern angehoben wurden, wird die Luft nicht dadurch an die richtige Stelle verschoben, indem man bloß die Schultern fallen lässt. Sind die Schultern durch das Einatmen angezogen worden, sollte man meiner Erfahrung nach komplett wieder ausatmen und so in den Bauch einatmen, dass sich die Schultern gar nicht erst anheben.

Um sich selbst zu überprüfen, rate ich jedem Musiker das Atmen vor dem Spiegel zu üben. Beim Ausatmen ist darauf zu achten, dass der Luftschub, der später die Luftsäule im Instrument steuert, gleichmäßig ist. Nur so ist ein konstanter Ton gewährleistet. Der Ton des Instrumentes wird in erheblichem Maße durch diese Atmung gebildet! Beim Spielen mit dem Instrument ist darauf zu achten, dass sich beim Einatmen nur die Oberlippe anhebt und sich nicht der ganze Mund öffnet, denn dadurch verrutscht der Ansatz.

Atemübungen in drei Schritten:
Ohne Instrument auf dem Rücken liegen, ohne die Beine übereinander zu schlagen und ohne die Arme hinter dem Kopf zu verschränken:
1. durch den geöffneten Mund ein und ausatmen;
2. durch den geöffneten Mund einatmen – Luft anhalten – mit den Händen mal die „Spannung“ des Körpers fühlen und erkennen, wie weit nach „unten“ oder wie weit in die „Seiten“ man einatmen kann – anschl. Ausatmen nicht vergessen!
3. durch den geöffneten Mund einatmen – Luft kurz anhalten – nun den Mund soweit öffnen, das der Luftwiderstand beim Ausatmen ähnlich dem beim Saxophonspielen ist!

Schöne Töne!

2 Gedanken zu „Atmung (von Thomas Voigt)


  1. Interessant! Vorallem unter dem Aspekt, dass ich heute ein Workshop von Thomas Voigt besuchen wollte, er aber wohl krank war…dann mal gute Besserung! Den Blog-Eintrag nehm ich als Kurzfassung davon 😉


  2. Beim Einatmen nur die Oberlippe anheben – das muss ich mal kräftig üben.
    Dass man auf solche „Kleinigkeiten“ nicht selber kommt, ist manchmal schon erstaunlich.

    Das Atmen in den Bauch soll übrigens auf für die geregelte Verdauung sehr förderlich sein.

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