Testbericht zur Universalblattschraube Ligaphone

Diesen Text habe ich auch vor einiger Zeit in einem Forum verfasst.

Moin,
vor kurzem habe ich etwas neues entdeckt, und bin jetzt sehr begeistert.
Eine neue Universalblattschraube. Die Ligaphone.
Vor mir liegt eine schwarz versilberte Orchestervriante.
Es gibt sie auch vergoldet und/oder Klassik.
Bisher habe ich sie nur bei diesem Holzblasinstrumentendoc gefunden:
http://www.holzblasinstrumenten-studi … er-Ligaphone-schwarz.html
(Übrigens sehr freundlicher und kompetenter Kontakt)

Sie hat eine breite Auflagefläche, auf die eine dünne Textilfläche gelegt ist, damit das Blatt ideal sitzt.
Obenrum verläuft ein dickes Kabel mit Gewinde. An der einen Seite kann man also ie richtige Größe Einstellen und an der anderen Seite ist eine einfach zu bedienende Schraube für das normale öffnen.
Das Material ist wahrscheinlich ein normales Blech, so wie wir es von anderen Schrauben
kennen, der Vorteil ist aber, dass sich dieses weiche Material beim Festziehen ans Mundstück anschmiegt und somit perfekt sitzt.
Ich habe noch nie eine Blattschraube gesehen, die so sicher sitzt. Nachstimmen ist also kein Problem.
Das Handling ist allgemein fantastisch.
Sie passt auf Sopran, Klarinetten bis Baritonmundstücke, egal, ob Metall oder Kunststoff.
Das Einstellen geht recht fix und sehr einfach. Anderes als bei dem direkten Konkurrenten der Christian Heftrig Universalschraube, bei der es immer ein recht großes Gefummel ist.
Auch ist der Preisunterschied markant.
Die Ligaphone kostet in der versilberten Ausführung nur 40€ im Gegensatz zu CH die bei 74€ liegt.
Zudem schneidet die CH bei Kautschukmundstücken ins MPC.
Die Optik hat auch was, und wenn das Kabelende stören sollte, kann es abschneiden (es gibt Ersatzkabel (separat)) Die Kappe ist ein flacher robuster Schieber, der an zwei Kleine Nippel unter der Schraube andockt.
Da er flach ist, passt er ohne Probleme in jede Hosen- oder Hemdtasche.

Nun zum eigentlich wichtigen. Ansprache und Klang.
Hier dienen jetzt im Test vor allem die Vergleichsschrauben Rovner, Francois Louis Ultimate Ligature (mit BrassPlate) und die Christoph Heftrig Universalschraube)
Es gab auch noch eine normale Blechschraube mit Andruckfläche und Schraube oben, aber sie wurde von allen Teilnehmern auf allen Gebieten ausgestochen, weshalb ich nicht weiter darauf eingehen werde.
Getestet wurde auf meinem Ravenalto (Cannonball) mit JodyDV 8 MPC und meinem Sequoia Sax mit JodyHR 7* MPC.

(zur Erläuterung, folgendes sind nur meine ganz persönlichen bescheidenden Erfahrungen und Meinungen)

Die Ansprache der Ligaphone ist klasse. Ich fand sie deutlich “ansprechender” als bei der CH oder der Rovner.
Ähnlich gut wie die FL, wobei bei der Ligaphone das g#”’ deutlich besser ansprach als mit der FL. Also hier von mir die Note 1

Den Klang würde ich als sehr rund, offen, voll und farbig bezeichnen.
Nicht ganz so dunkel und weich wie die Rovner, dafür aber mit deutlich mehr Fülle, Volumen und Sound.
Mein Hauptkritikpunkt an der Rovner ist immer, dass sie zuviel schluckt, gerade bei gestuften PowerMPC ist dies immer sehr deutlich. Zwar wird der Ton rund, aber zuviel Sound geht verloren. Da muß man sich kein Guardala oder so kaufen.
Die CH klingt sehr hell und klar, sehr klassisch, ein bissle mehr Obertöne. Die Ligaphone ist hier runder voluminöser, und deutlich dunkler. Ich würde auch hier sagen, deutlich
mehr Sound.
Jetzt wird es interessant, jetzt kommt der Vergleich mit der FL. Hier kann ich mich immer noch nicht sicher entscheiden, welches nun objektiv die bessere ist, wobei ich im Zweifelsfall zur FL (mit Brassplate) tendieren würde, da sie mit meinen eigentlichen
Soundvorstellungen besser zusammen passt.
Die FL klingt markanter, härter, mehr tiefe im Sound, kerniger, geschlossener, sonorer. Kurz ein mehr funky und männlicher als die Ligaphone.
Dafür ist diese offener, breiter, runder und weicher.
Beides ist gut, interessant und überzeugt mich.

Fazit:
Die Ligaphone gehört nun meiner Meinung nach auch zu den Topschrauben und dadurch dass sie eine Universalschraube ist, sollte jeder der Sucht, sie auch in seine Überlegungen mit einbeziehen.
Sie ist der perfekte Allrounder. Ich weiß nicht, ob sie dauerhaft meine FL auf dem Alt ersetzen wird, aber wenn nicht, dann auf jeden Fall die Rovner auf dem Sopran.
Zudem ist eine Universalschraube im Koffer immer etwas sehr praktisches.
Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.

Hier geht’s zur Herstellerseite

Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch auch schon seine Erfahrung mit dem Teil gemacht….

Nachtrag:
Auf der Messe in Hamburg hatte ich die Gelegenheit den Erfinder der Ligaphone kennen zu lernen und mich ein wenig mit ihm zu unterhalten. (5Jahre Französisch bringen doch etwas) Dort hatte ich auch die Gelegenheit die Vergoldete im Vergleich anzuspielen. Es gibt tatsächlich einen Klangunterschied. Die ist echt noch einen Zacken besser. Die schwarze wird übrigens abgelöst durch eine Antikfinishvariante, die auch nicht schlecht aussieht, und auch hier meine ich noch eine kleine Verbesserung rausgehört zu haben.

Vorgestern hat es übringens bei mir zum ersten “Pling” gemacht. Aber das ist nicht die erste Schraube gewesen, bei der mir das passiert ist. Ich drehe die Schrauben halt gerne immer ein wenig fester. Ich habe den Eindruck, dass so die ganz hohen besser ansprechen.

PS: Noch ein paar Bilder: das überstehende Ende des Kabels kann man abknipsen.

dsc00247

0 Gedanken zu „Testbericht zur Universalblattschraube Ligaphone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.