DEKAdance erobert den Norden


…was allerdings auch nicht besonders schwer war, gab es doch recht wenig Gegenwehr, denn der Bremer Schlachthof blieb am 16.3. recht unterbesetzt, als die Dresdner Band DEKAdance einmarschierte.
Wer sich jetzt fragt, wer denn DEKAdance sei, kommt garantiert nicht aus den neuen Bundesländern, denn dort ist diese Band schon lange Kult. Und das zurecht!
Die unwissenden Wessis brauchen jetzt wohl etwas Aufklärung. In Wikipedia steht zu lesen „DEKAdance ist eine Rockband aus Dresden. Die Anfang der 1980er Jahre gegründete Formation bietet zappaeske Musikunterschiedlichster Stile – von Volksmusik bis Heavy Metal – unterhaltsam dar.“
Ich finde das trifft es noch nicht wirklich bzw. ist zu harmlos. Mir fällt es schwer, DEKAdance adäquat zu beschreiben, wenn ich es aber müßte, würde ich meinen, sie ist eine Mischung aus Helge Schneider, Rammstein und Los Wochos.

Man kann sich vielleicht darüber streiten, ob DEKAdance nun eine dadaistische Kunstperformance auf die Bühne bringt oder einfach nur geschmacklos und vulgär ist (oder irgendwie ein bissel vom beidem). Die musikalische Stilistik ist schwer einzuordnen, da hier mit Klischees und wilden Stilmixen wild gespielt wird. Die Texte sind sozialkritisch und sprachlich auf hohem Niveau bzw. absolut sinnlos. Und dann ist da noch Hansi…
Aber viel mehr möchte ich über die eigentliche Show nicht verraten, da es einen ungeheuren Spaß macht ihr unvorbereitet zu begegnen. (nur all zu zarten Gemütern würde ich raten, sich doch genausten vorher schlau zu machen, was da auf einem zukommt.)
Man bekommt auf jeden Fall viel geboten. Dabei übersieht (überhört) man fast die hohe Güte der musikalischen Leistung. Virtuosen an allen Instrumenten. Besonders der Bassist Tom Götze ist meiner Meinung nach einer der besten in diesen Breitengraden.
Nicht unerwähnt sollte die Quotenfrau Gabi Schubert am Schlagzeug bleiben, die tschechische Schwester des Kabarettisten Olaf Schubert, mit dem Sie eine unglaubliche Ähnlichkeit aufweist, wären da nicht die rosa Haare und das Fehlen des Pullunders.

Daher ist es mir unverständlich, warum der Schlachthof nicht proppe voll war (auch wenn später gegenteiliges behauptet wurde). Liegt es daran dass die norddeutschen hanseatischen Bremer zu spießig, verschlafen und verkalkt sind um etwas mit DEKAdance anfangen zu können oder sind sie im westdeutschem Norden einfach noch zu unbekannt (trotz über 20 Jahren Mauerfall?). Dafür haben die anwesenden doppelt  so viel Jubel und Stimmung gemacht. Dennoch war für die Bremer die Zuschauerzahl eine schwache Leistung, da müsste mehr möglich sein.
Dennoch oder gerade  deswegen hat DEKAdance eine Rückkehr angekündigt. Ich freue mich schon drauf. Daher möchte ich dem Schlachthofveranstalltern auch danken, dass sie das Konzert trotz so niedriger Resonanz durchgezogen haben und somit zur DEKAdanceisierung des Nordens beisteuern.

Ich habe es noch geschafft, nach dem Konzert vom Frontmann Bert Stephan ein kleines Interview zu ergattern. Die Idee kam dazu sehr kurzfristig, weshalb die Fragen etwas improvisiert waren.
*Interview DEKAdance*

Leider hat mein iPhone mal wieder gemuckt, weshalb ich die Photos leider aus Versehen gelöscht habe, weshalb ich ganz dreist einfach eines ihrer Pressephotos gemopst habe.

http://www.dekadance.de/

http://www.schlachthof-bremen.de/

Ein Gedanke zu „DEKAdance erobert den Norden

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