Designerblattschraube aus Silber – die neue NOM Ligature

Treue Leser wissen von meinem kleinen Blattschraubenfimmel. Und dieses mal bin ich auf etwas besonders edles gestoßen. Ich entdeckte in der aktuellen Sonic eine kleine Werbeanzeige über eine neue Ligature. Sah sehr schick aus, also sofort auf die Homepage. Oha, Einzelanfertigung aus Silber. Da war klar, muß ich ausprobieren. Also habe ich den Düsseldorfer Hersteller angeschrieben und der war so freundlich mir ein paar zum testen zu schicken.

Bei der NOM handelt es sich um ein echtes Designerteil aus dem Schmuckatelier. So entstand die Idee zu dieser Ligature eher aus einem Zufall. Man hatte für ein Klarinettenmundstück gerade keine Bindeschnur zur Hand, also nahm man einfach etwas Silberdraht, welches anscheinend in Goldschmieden mal so rum liegt. Das Ergebnis war wohl so gut, dass man sich entschloss weiter zu tüfteln. Ich habe mir sagen lassen, dass man viel mit Material, Dicke und Anzahl der Windungen experimentiert hatte, bis man das optimale Ergebnis gefunden hat.

Das Prinzip der NOM Ligature ist eigentlich sehr einfach. Ein Draht wird als Spirale über das Mundstück gestülpt und fixiert so das Blatt. Das kennen wir so ähnlich von der Snake-Ligature (mehr zu anderen Schrauben in meinem großen Blattschraubentest). Aber es gibt bedeutende Unterschiede. Die Snake ist aus einem weicheren Material und kann so ein etwas auf das Mundstück zurecht gebogen werden.
Die NOM ist aus gehärtetem 925/000 Sterling Silber, dass heißt sie kann nicht so einfach gebogen werden sondern sitzt straff auf dem Mundstück. Das hat neben klanglichen Auswirkungen auch zur Folge, dass die NOM-Ligature auf dem Mundstück pass genau sitzen muß. Deshalb bestellt man bei NOM auch eine Maßanfertigung. Dafür mißt man sein Mundstück ab und schickt diese Daten ein.
Vorteil: die Blattschraube passt perfekt, Nachteil: aber nur auf diesem Mundstück.
Wer aber ein standartgroßes Mundstück spielt, hat damit nicht so viele Probleme. Zwar hat von Testligaturen nicht alle gepasst. Aber eine (für Otto HR Alto) dafür auf mein Alt- und Tenorsaxophon sowie meinem Klarinettenmundstück.

Ein weiterer Vorteil des harten Materials ist, dass die Ligature beim Mundstück nur oben aufliegt und das Blatt jeweils nur an den Rändern, also optimale Schwinungseigenschaften. Aber deswegen verrutscht die Schraube auch sehr leicht, wenn man z.B. Nachstimmen möchte. Aber das Problem haben die Hälfte der anderen Highendschrauben auch.
Die Kappe ist etwas suboptimal. Sie wirkt etwas plump und passt nicht zur edlen Optik der NOM-Ligatur und wenn man nicht aufpasst, zieht man eventuell die Ligature gleich mit runter.

Und lohnt sich jetzt aber der Aufwand auch klanglich und in der Ansprache? Und wie! Deutlich geht das Blatt leichter los. Klar und Präzise. Auch in den Flagolettes bietet sie genug Stütze, was bei der Snake nicht unbedingt der Fall ist. Das macht halt das harte Material und die minimierten Auflagepunkte.
Sie ist auch merklich lauter als andere Schrauben. Der Klang ist heller, klarer dennoch dafür relativ homogen und rund, also nicht zu spitzt trotz des helleren Klangspektrums. Außerdem hat es noch eine kleine interessante klangcharaakteristische Note, die sich schwer beschreiben läßt.
Ich kann mir die Schraube auch sehr gut im klassischem Spektrum vorstellen. Und edel genug sieht sie dafür auch aus.

Nur ein Manko gibt es. Sterling Silber und einzelne Maßanfertigung haben halt ihren Preis. Je nach Größe (also Drahtlänge) muß man zwischen 120-150€ rechnen. Dafür bekommt man ein schickes und gut klingendes Unikum.
Man muß übrigens nicht Blind kaufen, man hat ein 10 tagiges Rückgabe recht, falls einem die Ligatur doch nicht gefällt.
Mitgeliefert ist eine interessante Schraubbox und ein Silberputztuch, dass man wahrscheinlich brauchen wird, wenn man möchte, dass die Ligature immer schön glänzt.

Fazit
Billig ist die NOM-Ligature nicht, aber dafür schon etwas besonderes. Das Rad erfindet sie nicht neu und es gibt durchaus auch andere Ligaturen die gut wirken, dennoch haben wir einen Vertreter, der meiner Meinung nach ganz vorne mitmischt. Wer sich also mal etwas besonderes für Sax leisten möchte, könnte mit der NOM eventuell sehr glücklich werden

http://www.nom-ligature.de/

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