GAME Symphony mit dem LJO Bremen

Am 10.11.2012 spielt das Landesjugendorchester Bremen in der renommierten Glocke ihre GAME Symphony. Ein Konzertabend der sich ausschließlich der Videospielmusik widmet. Es werden Klassiker wie Super Mario und Chrono Trigger gespielt sowie moderneres wie Bioshock 2 und Angry Birds.
Außerdem findet in diesem Rahmen das Finale des Kompositionswettbewerbes 1. GERMAN GAMEMUSIC AWARD statt. Dieser richtet sich an junge Komponisten, welche für zwei vorgegebene Videospieltrailer die Musik schreiben mußten. Die Werke der  drei Finalisten werden an dem Abend gespielt und danach der Gewinner durch eine Fachjury sowie dem Publikum im Saal als auch Zuhause bestimmt.
Denn das ganze wird auch online von Arte per Livestream übertragen. Danach wird es für ein halbes Jahr in der Arte Medienbibliothek abrufbar sein.

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Panzerballett überollt die Jazzpolizei

Am 16.Oktober fuhr das Panzerballett im Meisenfrei, dem Bremer Bluesschuppen, auf. Für alle, denen diese Formation nichts sagt, sollte ich erläutern, dass es sich bei Panzerballett (alleine schon dieser fantastische Bandname) um ein Unikum handelt: die wahrscheinlich einzige Band, die erfolgreich Jazz mit Metall kombiniert. Selber bezeichnen sie ihre Musik als “wellness death jazz”. Und obskurer Weise, kommt diese Band ausgerechnet aus München!

Gottseidank geht es bei Panzerballett nicht tot ernst zur Sache, sondern immer mit einer großen Portion Humor. Schon beim ersten Lied mußte ich hemmungslos lachen als die Popkitschnummer “Time of my live” gespielt wurde und sich dann noch nach dem ersten Refrain in in eine handfeste Heavymetal-Nummer verwandelte.
Es handelt sich allerdings nicht um eine Spaßcombo, wie man jetzt vielleicht vermuten mag, denn musikalisch wird einem harter Tobak dargeboten. Selten war ich zuvor als Zuhörer musikalisch so überfordert. Die Rhythmische Komplexität erinnert an Prog-Rock Formation wie Dream Theater.
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John Cage’s Fifty-Eight in Bremen am 10.5.2012

Zu Ehren von John Cage’s 100. Geburtstag fand am 10.5.2012 im Überseemuseum ein besonderes Ereignis statt. Als Auftaktveranstaltung für das Neue Musik-Festival Nova – Sendesaal Bremen – Tage für Neue Musik wird in Kooperation mit dem LJO Bremen das Stück Fifty-Eight aufgeführt.

John Cage war einer der führenden Komponisten der neuen Musik. Seine Werke entziehen sich tradiotionellem Musikverständnis und haben oft happeningartigen Charakter wie z.B. das Stück ORGAN²/ASLSP, welches 639 Jahre dauert . Mit sein bekanntestes Stück dürfte allerdings 4’33 sein, welches nur aus Stille besteht (ein beliebter Gag unter Musikern).
Aufgrund seiner Verbindungen nach Bremen und des 30. Jubiläums der Uraufführung von “A House Full of Music” im Überseemuseum, wird nun Fifty-Eight in deutscher Uraufführung hier gespielt.
Das Werk ist eines der sogenannten Zahlenstücke von Cage, deren Titel angibt, wie viele Musiker spielen, welche er in seinen letzten sechs Jahren schrieb. Fifty-Eight war das dritt letzte von ihm.

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jazzahead!

So abwegig es auch klingt, aber einmal im Jahr wird ausgerechnet Bremen zum Zentrum des weltweiten Jazz, denn hier trifft man sich seit 2006 auf der Jazzahead, die sowohl ein Festival ist, als auch eine Fachmesse und “kulturpolitisches Symposium”.

Vom 19. bis 22. April war es mal wieder so weit und ich wollte mir sie dieses Jahr mal von vorne bis hinten anschauen und anhören.
Die Messe selber ist deutlich eher für ein Fachpublikum, denn hier treffen sich Verlage, Labels, Presse, Veranstalter und Argenturen aus aller Welt. Von Australien über Israel bis Kanada. Das ist allerdings für den normalen Musiker und Jazzliebhaber wahrscheinlich weniger spannend. Ich hatte die Messe eigentlich schon nach ca. einer halben Stunde abgelaufen.

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DEKAdance erobert den Norden


…was allerdings auch nicht besonders schwer war, gab es doch recht wenig Gegenwehr, denn der Bremer Schlachthof blieb am 16.3. recht unterbesetzt, als die Dresdner Band DEKAdance einmarschierte.
Wer sich jetzt fragt, wer denn DEKAdance sei, kommt garantiert nicht aus den neuen Bundesländern, denn dort ist diese Band schon lange Kult. Und das zurecht!
Die unwissenden Wessis brauchen jetzt wohl etwas Aufklärung. In Wikipedia steht zu lesen “DEKAdance ist eine Rockband aus Dresden. Die Anfang der 1980er Jahre gegründete Formation bietet zappaeske Musikunterschiedlichster Stile – von Volksmusik bis Heavy Metal – unterhaltsam dar.”
Ich finde das trifft es noch nicht wirklich bzw. ist zu harmlos. Mir fällt es schwer, DEKAdance adäquat zu beschreiben, wenn ich es aber müßte, würde ich meinen, sie ist eine Mischung aus Helge Schneider, Rammstein und Los Wochos.

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Tingvall Trio rockt die Glocke

Tingvall? Klingt irgendwie skandinavisch? Sind die so etwas wie e.s.t.?

Ich nehme mal an, dass dem Tingvalltrio dieser Vergleich inzwischen etwas zum Halse raushängen dürfte, denn fast immer, wenn man über sie redet fällt auch zwangsläufig der Name e.s.t.. Für diejenigen, denen auch dieses Akronym nicht sagt, denen sei kurz erklärt, dass das für Esbjörn Svensson Trio steht. Diese war eine die angesagteste Jazzformation des letzten Jahrzehntes und hatten International großen Erfolg. Gerade in Deutschland erfreut skandinavischer Jazz mit seinen großen melancholischen Klangflächen großer Beliebtheit, seitdem in den 80ern Jan Gabarek mit dem, was ich gerne Fjordjazz nenne, aufkam. Und so war e.s.t. nicht nur bei den Hardcorejazzfans beliebt, sonder hatte für eine moderne Jazzgruppe eine sehr große Fangemeinde. Leider verunglückte der Pianist Svensson 2008 bei einem Taucherunfall tödlich.

Das Tingvall Trio ist zur Zeit das hierzulande angesagteste Jazztrio und viele Kritiker bezeichnen sie als e.s.t. Nachfolger. Ich finde, der e.s.t. Vergleich hinkt gewaltig. Weiterlesen

Joshua Redman und Brad Mehldau im Duo

Letzten Dienstag (22.11.2011) trafen die beiden jungen Jazzgiganten Brad Mehldau und Joshua Redman in der Bremer Glocke zusammen. Das besondere, nur die beiden als Duo und sonst nichts.

Oha, hat man denn da noch ein volles Konzerterlebnis? Ja und wie! Denn gerade in dieser „Reduktion“ lag der Reiz dieses Konzert. Man hatte das Gefühl, die Musiker viel „persönlicher“ und „näher“ zu hören. NUR der Künstler und kein Gebrumme und Gerödel, kein überflüssiger Kladderdatsch, dass ablenkt und alles zumatscht.
Ich denke nicht, dass ich vorschwärmen muß, wie toll Redman und Mehldau hier harmonierten. Das versteht sich ja irgendwie von selbst.
Neben diversen Eigenkompositionen wurde auch der ein oder andere Titel von Charlie Parker gespielt. Einer der Gründe, warum es als Duo so gut funktioniert hat, ist das Mehldau es versteht bei vielen der Stücke den „Puls“ von vorne bis hinten durchzuziehen. Dadurch bekamen viele der gespielten Stücke fast etwas schwebendes. Allerdings nichts so melancholisch bedeutungsschwanger, wie das gerne im Skandinavischem Fjord Jazz zelebriert wird. Im Gegenteil, viele der Stücke hatte eine angenehme Leichtigkeit, bis weilen sogar poppig (aber auf die gute Art).

Die Glocke war auch sehr gut besucht, allerdings gab es doch noch diverse freie Plätze, was vielleicht der doch etwas hohen Preisgestaltung zu verdanken ist. Das Publikum jedoch war merklich fasziniert und lauschte gebannt die ganzen zwei Stunden (ohne Pause!).
Insgesamtein fantastisches Konzerterlebnis, dass durch die eher ungewohnte Duobestzung fast etwas Kammermusikalisches bekommen hat. So passte auch der hanseatische Konzertsaal der Glocke perfekt zum Abend.

Redman und Mehldau befinden sich zur Zeit noch auf Europa Tournee. In Deutschland sind sie noch bei folgenden Gelegenheiten zu hören:

22.11. Bremen – Glocke
23.11. Düsseldorf – Tonhalle
24.11. Frankfurt – Alte Oper
25.11. Dortmund – Konzerthaus
27.11. Hamburg – Laeiszhalle

(wenn ihr Glück habt, gibt es vielleicht noch Karten)

http://www.bradmehldau.com/

http://www.joshuaredman.com/

http://www.glocke.de/

Balkan Brass Battle in Bremen

Am 24.10. diesen Jahres trafen zwei der bekanntesten Gypsie Brass Bands auf der Bühne des Schlachthofes aufeinander um sich in einem epochalem Gefecht der Töne zu messen.
Ladys und Gentleman! Zur linken Fanfare Ciocarlia Rumänien und zur rechten Boban & Marko Markovic Orchestra aus Serbien.

Moment mal, Gypsie Brass ist das nicht so Zeugs aus dem Balkan, mit den vielen Blechbläsern, die alle irgendwie trötig urig klingen und die irgend so ‘ne Mischung aus Polka, Klezmer und Ska spielen? Alles sehr laut, chaotisch und irgendwie „Balkan“?

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Bob Mintzer Workshop an der HfK Bremen

Dieses Wochenende habe ich das große Vergnügen an einem Jazzworkshop mit Bob  Mintzer teilnehmen zu können. Ich hoffe nicht, dass ich Bob (wie, wir ihn nennen dürfen) noch groß vorstellen muß, so ist er doch einer bekanntesten lebenden Tenorsaxophonisten, mehrfacher Grammygewinner, Mitglied bei Yellowjackets, Professor für Jazz an der USC, Composer unzähliger schöner und interessanter Bigbandcharts und Autor einiger sehr guten Lehr- und Etüdenbücher.
Mehr von und über Bob gibt es auch seiner Homepage:
http://bobmintzer.com/

Prof. Martin Classen hat jetzt Bob Mintzer für einen umfassenden Jazzworkshop an die Hochschule für Künste Bremen eingeladen, so dass die Musikstundenten andere Interessierte vom Meister direkt lernen können. Der Workshop ist nicht nur für die Saxophonisten lehrreich, denn neben einer Meisterklasse Saxophon (“Schwerpunkte Sectionspiel. bläserische und interpretatorische Parameter”) gibt es noch Kurse über Improvisation, Arrangieren und Combospiel.

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Es muß ja nicht immer Jazz sein…

Die meisten Saxophonisten denken bei “Session” sofort an Bebop. Und so wird dann meist viel genudelt und gegniedelt. Wenn mal ein knackiger E-Bass dabei ist wird dann auch mal die Acid-Jazz- und Funk-Richtung bedient. Aber es geht auch anders.
In meiner Bremer Hood (Findorff) gibt es einmal pro Monat eine Acoustic-Session in der Orange. Das Klientel und die Musikbandbreite darf man aus Sicht eines Jungen Musikstudenten als “sympathisch urig” bezeichnen. Anspruchsvolle Singer und Songwriter, Lagerfeuermusik, Blues, Evergreens, Oldtimejazz und dergleichen. Also eigentlich nichts, was die meisten Jazzstudenten reizt, denn hier trifft man nicht auf Chromatic Approches und Tritonussubstitutionen. Macht aber dennoch(/deswegen) eine Menge Spaß. Auch wenn ich (mit merklichem Abstand) meist der jüngste bin, fühle ich mich in der sehr gemütlichen Atmosphäre immer sehr wohl.
Im Rahmen einer Hausaufgabe eines Medienstudienganges entstand diese kleine Reportage (in der ich sogar kurz vorkomme), die ich aus werbetechnischen Gründen für die Acoustic-Session in der Orange hier gerne posten möchte.

Mehr Infos gibt auf der Homepage der Acoustic-Session:
http://www.acoustic-session-bremen.de/

 

 

Three Fall auf der Breminale

Letzte Woche fandt in Bremen die Breminale statt, ein Kulturfestival am Weserufer. Sommerwetter, Grasspromenade am Wasser, viele Menschen, diverse Fress- und Bierstände und mehrere Bühnen mit viel Musik. Es gab Pop, Singersongwriter, Blues, Gangsterrap, Ska, Folk, Experimentelles und sogar Jazz. Auf das Jazztrio “Three Fall” hatte ich mich im Vorfeld schon lange gefreut.

Aufmerksam wurde ich auf diese Formation, also ich nachts mal wieder nicht schlafen konnte und durchs Fernsehn zappte und dann bei eine Aufzeichnung 30. Leverkusener Jazztagen im WDR hängen blieb. Jazz scheint anscheinend nur noch auf den 3. Programmen zu laufen, wenn eigentlich schon alle schlafen. Ich war sofort gefesselt – was bei mir nicht so oft passiert – und wartete seit dem auf eine Gelegenheit das Trio live erleben zu können. Weiterlesen