John Cage’s Fifty-Eight in Bremen am 10.5.2012

Zu Ehren von John Cage’s 100. Geburtstag findet am 10.5.2012 im Überseemuseum um 20Uhr ein besonderes Ereignis statt. Als Auftaktveranstaltung für das Neue Musik-Festival Nova – Sendesaal Bremen – Tage für Neue Musik wird in Kooperation mit dem LJO Bremen das Stück Fifty-Eight aufgeführt.

John Cage war einer der führenden Komponisten der neuen Musik. Seine Werke entziehen sich tradiotionellem Musikverständnis und haben oft happeningartigen Charakter wie z.B. das Stück ORGAN²/ASLSP, welches 639 Jahre dauert . Mit sein bekanntestes Stück dürfte allerdings 4’33 sein, welches nur aus Stille besteht (ein beliebter Gag unter Musikern).
Aufgrund seiner Verbindungen nach Bremen und des 30. Jubiläums der Uraufführung von “A House Full of Music” im Überseemuseum, wird nun Fifty-Eight in deutscher Uraufführung hier gespielt.
Das Werk ist eines der sogenannten Zahlenstücke von Cage, deren Titel angibt, wie viele Musiker spielen, welche er in seinen letzten sechs Jahren schrieb. Fifty-Eight war das dritt letzte von ihm.

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jazzahead!

So abwegig es auch klingt, aber einmal im Jahr wird ausgerechnet Bremen zum Zentrum des weltweiten Jazz, denn hier trifft man sich seit 2006 auf der Jazzahead, die sowohl ein Festival ist, als auch eine Fachmesse und “kulturpolitisches Symposium”.

Vom 19. bis 22. April war es mal wieder so weit und ich wollte mir sie dieses Jahr mal von vorne bis hinten anschauen und anhören.
Die Messe selber ist deutlich eher für ein Fachpublikum, denn hier treffen sich Verlage, Labels, Presse, Veranstalter und Argenturen aus aller Welt. Von Australien über Israel bis Kanada. Das ist allerdings für den normalen Musiker und Jazzliebhaber wahrscheinlich weniger spannend. Ich hatte die Messe eigentlich schon nach ca. einer halben Stunde abgelaufen.

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DEKAdance erobert den Norden


…was allerdings auch nicht besonders schwer war, gab es doch recht wenig Gegenwehr, denn der Bremer Schlachthof blieb am 16.3. recht unterbesetzt, als die Dresdner Band DEKAdance einmarschierte.
Wer sich jetzt fragt, wer denn DEKAdance sei, kommt garantiert nicht aus den neuen Bundesländern, denn dort ist diese Band schon lange Kult. Und das zurecht!
Die unwissenden Wessis brauchen jetzt wohl etwas Aufklärung. In Wikipedia steht zu lesen “DEKAdance ist eine Rockband aus Dresden. Die Anfang der 1980er Jahre gegründete Formation bietet zappaeske Musikunterschiedlichster Stile – von Volksmusik bis Heavy Metal – unterhaltsam dar.”
Ich finde das trifft es noch nicht wirklich bzw. ist zu harmlos. Mir fällt es schwer, DEKAdance adäquat zu beschreiben, wenn ich es aber müßte, würde ich meinen, sie ist eine Mischung aus Helge Schneider, Rammstein und Los Wochos.

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Tingvall Trio rockt die Glocke

Tingvall? Klingt irgendwie skandinavisch? Sind die so etwas wie e.s.t.?

Ich nehme mal an, dass dem Tingvalltrio dieser Vergleich inzwischen etwas zum Halse raushängen dürfte, denn fast immer, wenn man über sie redet fällt auch zwangsläufig der Name e.s.t.. Für diejenigen, denen auch dieses Akronym nicht sagt, denen sei kurz erklärt, dass das für Esbjörn Svensson Trio steht. Diese war eine die angesagteste Jazzformation des letzten Jahrzehntes und hatten International großen Erfolg. Gerade in Deutschland erfreut skandinavischer Jazz mit seinen großen melancholischen Klangflächen großer Beliebtheit, seitdem in den 80ern Jan Gabarek mit dem, was ich gerne Fjordjazz nenne, aufkam. Und so war e.s.t. nicht nur bei den Hardcorejazzfans beliebt, sonder hatte für eine moderne Jazzgruppe eine sehr große Fangemeinde. Leider verunglückte der Pianist Svensson 2008 bei einem Taucherunfall tödlich.

Das Tingvall Trio ist zur Zeit das hierzulande angesagteste Jazztrio und viele Kritiker bezeichnen sie als e.s.t. Nachfolger. Ich finde, der e.s.t. Vergleich hinkt gewaltig. Continue reading

Joshua Redman und Brad Mehldau im Duo

Letzten Dienstag (22.11.2011) trafen die beiden jungen Jazzgiganten Brad Mehldau und Joshua Redman in der Bremer Glocke zusammen. Das besondere, nur die beiden als Duo und sonst nichts.

Oha, hat man denn da noch ein volles Konzerterlebnis? Ja und wie! Denn gerade in dieser „Reduktion“ lag der Reiz dieses Konzert. Man hatte das Gefühl, die Musiker viel „persönlicher“ und „näher“ zu hören. NUR der Künstler und kein Gebrumme und Gerödel, kein überflüssiger Kladderdatsch, dass ablenkt und alles zumatscht.
Ich denke nicht, dass ich vorschwärmen muß, wie toll Redman und Mehldau hier harmonierten. Das versteht sich ja irgendwie von selbst.
Neben diversen Eigenkompositionen wurde auch der ein oder andere Titel von Charlie Parker gespielt. Einer der Gründe, warum es als Duo so gut funktioniert hat, ist das Mehldau es versteht bei vielen der Stücke den „Puls“ von vorne bis hinten durchzuziehen. Dadurch bekamen viele der gespielten Stücke fast etwas schwebendes. Allerdings nichts so melancholisch bedeutungsschwanger, wie das gerne im Skandinavischem Fjord Jazz zelebriert wird. Im Gegenteil, viele der Stücke hatte eine angenehme Leichtigkeit, bis weilen sogar poppig (aber auf die gute Art).

Die Glocke war auch sehr gut besucht, allerdings gab es doch noch diverse freie Plätze, was vielleicht der doch etwas hohen Preisgestaltung zu verdanken ist. Das Publikum jedoch war merklich fasziniert und lauschte gebannt die ganzen zwei Stunden (ohne Pause!).
Insgesamtein fantastisches Konzerterlebnis, dass durch die eher ungewohnte Duobestzung fast etwas Kammermusikalisches bekommen hat. So passte auch der hanseatische Konzertsaal der Glocke perfekt zum Abend.

Redman und Mehldau befinden sich zur Zeit noch auf Europa Tournee. In Deutschland sind sie noch bei folgenden Gelegenheiten zu hören:

22.11. Bremen – Glocke
23.11. Düsseldorf – Tonhalle
24.11. Frankfurt – Alte Oper
25.11. Dortmund – Konzerthaus
27.11. Hamburg – Laeiszhalle

(wenn ihr Glück habt, gibt es vielleicht noch Karten)

http://www.bradmehldau.com/

http://www.joshuaredman.com/

http://www.glocke.de/

Balkan Brass Battle in Bremen

Am 24.10. diesen Jahres trafen zwei der bekanntesten Gypsie Brass Bands auf der Bühne des Schlachthofes aufeinander um sich in einem epochalem Gefecht der Töne zu messen.
Ladys und Gentleman! Zur linken Fanfare Ciocarlia Rumänien und zur rechten Boban & Marko Markovic Orchestra aus Serbien.

Moment mal, Gypsie Brass ist das nicht so Zeugs aus dem Balkan, mit den vielen Blechbläsern, die alle irgendwie trötig urig klingen und die irgend so ‘ne Mischung aus Polka, Klezmer und Ska spielen? Alles sehr laut, chaotisch und irgendwie „Balkan“?

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Bob Mintzer Workshop an der HfK Bremen

Dieses Wochenende habe ich das große Vergnügen an einem Jazzworkshop mit Bob  Mintzer teilnehmen zu können. Ich hoffe nicht, dass ich Bob (wie, wir ihn nennen dürfen) noch groß vorstellen muß, so ist er doch einer bekanntesten lebenden Tenorsaxophonisten, mehrfacher Grammygewinner, Mitglied bei Yellowjackets, Professor für Jazz an der USC, Composer unzähliger schöner und interessanter Bigbandcharts und Autor einiger sehr guten Lehr- und Etüdenbücher.
Mehr von und über Bob gibt es auch seiner Homepage:
http://bobmintzer.com/

Prof. Martin Classen hat jetzt Bob Mintzer für einen umfassenden Jazzworkshop an die Hochschule für Künste Bremen eingeladen, so dass die Musikstundenten andere Interessierte vom Meister direkt lernen können. Der Workshop ist nicht nur für die Saxophonisten lehrreich, denn neben einer Meisterklasse Saxophon (“Schwerpunkte Sectionspiel. bläserische und interpretatorische Parameter”) gibt es noch Kurse über Improvisation, Arrangieren und Combospiel.

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Es muß ja nicht immer Jazz sein…

Die meisten Saxophonisten denken bei “Session” sofort an Bebop. Und so wird dann meist viel genudelt und gegniedelt. Wenn mal ein knackiger E-Bass dabei ist wird dann auch mal die Acid-Jazz- und Funk-Richtung bedient. Aber es geht auch anders.
In meiner Bremer Hood (Findorff) gibt es einmal pro Monat eine Acoustic-Session in der Orange. Das Klientel und die Musikbandbreite darf man aus Sicht eines Jungen Musikstudenten als “sympathisch urig” bezeichnen. Anspruchsvolle Singer und Songwriter, Lagerfeuermusik, Blues, Evergreens, Oldtimejazz und dergleichen. Also eigentlich nichts, was die meisten Jazzstudenten reizt, denn hier trifft man nicht auf Chromatic Approches und Tritonussubstitutionen. Macht aber dennoch(/deswegen) eine Menge Spaß. Auch wenn ich (mit merklichem Abstand) meist der jüngste bin, fühle ich mich in der sehr gemütlichen Atmosphäre immer sehr wohl.
Im Rahmen einer Hausaufgabe eines Medienstudienganges entstand diese kleine Reportage (in der ich sogar kurz vorkomme), die ich aus werbetechnischen Gründen für die Acoustic-Session in der Orange hier gerne posten möchte.

Mehr Infos gibt auf der Homepage der Acoustic-Session:
http://www.acoustic-session-bremen.de/

 

 

Three Fall auf der Breminale

Letzte Woche fandt in Bremen die Breminale statt, ein Kulturfestival am Weserufer. Sommerwetter, Grasspromenade am Wasser, viele Menschen, diverse Fress- und Bierstände und mehrere Bühnen mit viel Musik. Es gab Pop, Singersongwriter, Blues, Gangsterrap, Ska, Folk, Experimentelles und sogar Jazz. Auf das Jazztrio “Three Fall” hatte ich mich im Vorfeld schon lange gefreut.

Aufmerksam wurde ich auf diese Formation, also ich nachts mal wieder nicht schlafen konnte und durchs Fernsehn zappte und dann bei eine Aufzeichnung 30. Leverkusener Jazztagen im WDR hängen blieb. Jazz scheint anscheinend nur noch auf den 3. Programmen zu laufen, wenn eigentlich schon alle schlafen. Ich war sofort gefesselt – was bei mir nicht so oft passiert – und wartete seit dem auf eine Gelegenheit das Trio live erleben zu können. Continue reading

Endlich Bremen

MoinMoin an meine Leser,

endlich wieder im heimatlichen Norden. Ich hatte es ja bereits erwähnt, dass ich die Aufnahmeprüfungen in Bremen bestanden hatte und ab Oktober hier studieren würde. Daher war es im Oktober hier auch etwas ruhiger, denn ich Stecke im Umzugsstress, NeuesStudiumStress, WirHabenJetztEineFernbeziheungsStress und alles noch zusätzlich erschwert durch IchHabeKeinInternetStress. Anscheinend, selbst wenn man sich das Internet nicht von der Telekom bestellt, schafft es die Telekom Probleme zu verursachen. So lag ich im Übertragenen Sinn den ganzen Oktober in Bremen auf dem Trockenen. Gut, dass ich noch die Artikel von Thomas Voigt in der Hinterhand hatte.

Dafür gibt’s jetzt ein paar neue Sachen. Der Text rechts hat sich verändert, die Artikel über Schuhe und dem Jody DV haben jetzt Bilder, es gibt jetzt eine Kategorie für nicht Saxophonisten, in der Linkliste sind nun auch (wie es nun leider überall Usus ist, deshalb auch hier) die sozial networks gelistet und ich habe die Artikel nun mal mit Tags ausgestattet (mal sehen, ob das zu mehr Googletreffern führt).

Für mich gibt’s nun auch viel in Bremen. Das Musikstudium an der HfK Bremen scheint viel versprechend. Für das, was vorher Hobby war und viel Geld für Unterricht verschlang, bekomme ich nun CreditPoints.
Ansonsten bin ich noch auf der Suche nach neuen Bands und Projekten hier. Ein paar Sachen habe ich zwar schon an der Hand, aber mal schauen, was noch so kommt.

Was jetzt auf jeden Fall diesen Monat noch erscheint, ist der finale Teil des ultimativen Saxophonstarterquides. Der schon angekündigte Erfahrungsbericht zu meiner schlimmste Mucke, wird wohl doch noch dauern. Das Trauma sitzt anscheind tiefer als gedacht. Mit etwas Glück bekomme ich vielleicht noch einen schönen Testbericht zu den neuen Branchersaxophonen von einem weiteren Gastschreiber. Ansonsten muß ich mal schauen, was mir noch so einfällt.

In diesem Sinne, noch alles gute und viel Spaß beim Lesen

Euer Tobias