Die Smart Cap – Intelligente Kappen für das Mundstück?

Ich hatte es im großen Blattschraubenreport angekündigt, hier ist der große Mundstückkappentest!

Naja, bleiben wir mal auf dem Boden. Dennoch die Mundstückkappe ist ein unterschätztes „Gadget“, schützt es doch das so empfindliche Blatt. Gute Lösungen sind selten und bei den meisten highclass Ligatures passen die normalen Metallkappen nicht.

Die Plastikkappen von Rovner, die bei den Lederschrauben dabei sind, haben so die Angewohnheit schnell zu brechen . Einige Kappen sind mehr als unförmig und sperrig, also nichts für die Hosentasche.
Und ob man es glaubt oder nicht, die Metallkappen zu der Vandoren Optimum kosten bis zu 60 Euro!
Dabei geht es auch anders, wie man bei der geschickten Lösung von Ligaphon sehen kann. So flach, passt es auch in die Hemdtasche.

Eine Alternative gibt es, die Smart Cap von Francouis Louis. Außerdem in verschiedenen Farben!  Auch wenn die Kappe (wahrscheinlich) keinen Einfluß auf den Klang hat, mag vielleicht ein Test dennoch sinnvoll sein, weil sie die einzige Kappe (zur Zeit) auf dem Markt ist, die blattschraubenunabhängig auf dem Mundstück sitzen kann.

Es gibt die Smart Cap in drei Größen und fünf Farben, damit man etwas passendes für sich finden kann. Die Farbwahl überzeugt nicht wirklich. Standart schwarz, normales Rot und Blau und eigentlich sehr häßliches Türkis und Beige. Ich habe den Francouis mal auf einer Musikmesse kennen gelernt und irgendwie kamen wir auf das Thema. Tatsächlich hat das Beige sogar irgendeine Bewandnis. Da wir uns auf französisch unterhielten habe ich nicht alles verstanden, es ging irgendwie darum, dass diese Kappe farblich zum Beigen DeJaques-Gurtes seines Freundes passte.
Das mit den Größen ist so eine Sache. Die „Ärmchen“ müssen zum Mundstückumfang passen, sonst hält bzw. passt nicht. Zwar gibt es für den Fall, dass das Mundstück zu schlank ist, so kleine Gummischlaustulpen, nur halten die nicht auf den Ärmchen und gehen sofort verloren. Früher gab’s statt den Gummistulpen Korkstreifen die man einkleben konnte. Das war eigentlich durchaus besser, nur klebten die nicht gut und gingen schnell wieder ab. Ich habe einfach nen guten Sekundenkleber genommen, dann haben die gehalten. Aber wie gesagt, leider gibt es die nicht mehr, weshalb man sich jetzt selber etwas baseln muß, was man unter die Ärmchen kleben kann, wenn diese etwas zu weit für das Mundstück sind. Aber Optimal ist es nur, wenn die Kappe so schon auf das MPC passt.
Leider ist das bei nur drei Größen etwas schwierig. Die Kleine (I) halte ich für verfehlt. Zwar passen die Ärmchen auf Sopran HR MPCs (HR=HardRubber=Kautschuk, MPC=Mouthpiece=Mundstück), jedoch ist die Kappe deutlich länger als der Sopranblattausschnitt, steht also über und hält nicht gut. Da hatte man wohl auch an Metallalto MPCs gedacht. Nur ist die Kappe I eigentlich etwas zu schmal für Altoblätter (warum das ein Problem ist, dazu komme ich später). Mir bleibt schleierhaft, wofür also die kleine Variante passend sein soll, denn schon für KlarinettenMPCs sind die Ärmchen zu eng.
Größe II passt ideal auf Alto HR MPCs und vielleicht noch auf breitere TenorMetallMPCs. Für Klarinette ist sie zu lang.
Die Größte (III) passt auf gängige TenorHRMPCs.

Ein besonderer Clou der Smart Cap ist das Filzkissen auf der Blattseite. Dieses ist zum naß machen gedacht und soll so das Blatt feucht halten. Ein kleiner aber wirksamer Trick, damit die Blätter in Spielpausen nicht eintrocknen. Professionelle Doubler wissen es zu schätzen.

Ein weiteres Kappenproblem ist, dass man nie weiß wohin damit. Die skurrile Form bietet diverse kreative und spleenige Möglichkeiten dafür (siehe Photos). Ein grelle Farbe sorgt zudem dafür, dass man sie nicht so schnell verliert.

Jedoch kann ich die Kappe nicht uneingeschränkt empfehlen, da sie doch ein paar kleine Mankos. Neben der bescheidenen Farbauswahl, sitzt die Kappe auch wenn sie optimal passt nicht so fest wie man es gerne hätte. Auch ungeschickt ist die Rundung innen dort wo die Blattspitze ist. Dadurch kann es in Einzelfällen kommen, dass die Ecken des Blattes nach oben gebogen werden, was zu einer Verschlechterung der Ansprache des Blattes führen kann. Im Gegensatz dazu ist die Kappe der Ligaphone an der Stelle plan; das Blatt kann also nicht „wellen“.

Dennoch ist eine Smart Cap immer besser als gar keine Cap und mit 4,60€ auch nicht wirklich teuer. Sie ist fast überall erhältlich, wo es auch die Francois Louis Ultimate Ligature gibt. Jedoch die bunten Kappen habe ich bisher bei Mike Duchsteins Saxophon-Service erblickt. In gewissen Kreisen ist daher das Nachfragen bei Mike, ob sie bunte Kappen haben, ein beliebter Insider. Daneben, dass sie als einzige die bunten Kappen ist auch deren Lieferserice besonders.Ich hatte am Dienstag gegen Mittag bei ihnen anrufen und schon am nächsten Tag um 9 war das Paket da. Wenn das mal kein Saxophon-Service ist.

2 Gedanken zu „Die Smart Cap – Intelligente Kappen für das Mundstück?


  1. Hallo.
    Ich habe durch Zufall eine solche Smart Cap bekommen und war erstaunt, wie universell einsetzbar die sind. Man muss nur aufpassen, dass man die richtige Größe erwischt. 🙂
    Das Problem mit den „Ärmchen“ habe ich ohne kleben gelöst: Einfach die Stelle, wo die „Ärmchen“ zur Unterteil übergehen (nicht nur die dünnen Ärmchen) mittels Flamme vorsichtig( !!!! ) erwärmt und passend bis zum Erkalten fixiert. Also festgehalten und dann kurz unter kaltes Wasser. Passt perfekt.
    Das Filzstückchen, das der Blatt feucht hält, ist in meinen Augen sehr gut durchdacht. Nur kurz anfeuchten und fertig.
    Über den Preis muss man ja nichts weiter sagen.


  2. Auch ich bin ein begeisterter Besitzer der Abelet Holzblattschraube. Aber ich suche NATÜRLICH eine Kappe dazu!?!? Gibts die nicht auch von Abelet???? Wenn ja, wo?

    Vielen Dank für eine Antwort!?!
    Beste Grüsse
    Gajus

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