das VersiTone Acoustimax von Ted Klum

K1024_Acoustimax_B_on WhiteAuf der Musikmesse bin ich an ein Mundstück gekommen, das mich momentan gerade sehr begeistert. Dabei war es reiner Zufall, dass ich da dran kam, denn Ted Klum war gar nicht mit einem Stand dort vertreten, sondern nur als Besucher dort. Aber ein paar Mundstücke zum testen und vorzeigen hatte er doch in seiner Tasche, wovon ich jetzt eines hier zum testen habe.

Ted Klum ist als Mundstückhersteller hierzulande noch nicht sehr bekannt, allerdings in den USA seit einiger Zeit sehr erfolgreich. Er ist selber ein fantastischer Spieler (wovon ich mich live überzeugen konnte) und bearbeitet seit über 25 Jahren Saxophonmundstücke. 2006 gründete er dann seine eigene Firma und brauchte eine eigene Serie von Mundstücke raus, die bei vielen Saxophonisten (Jazz- und Studiomusiker als auch angesehene Klassiker) großen Zuspruch gefunden haben. Unter den diversen namhaften Endorsern ist auch Jesse Davis, welcher einer meiner Lieblingsalitsten ist.

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die neuen Thomann-Mundstücke aus Japan

Déjà-vu? Schon wieder ein Meyer-Clon aus Japan? So sieht’s aus, allerdings steht dieses mal Thomann drauf und kosten gerade mal 98 bzw. 89€? Ich habe nun zum Test je ein Saxophonmundstück für Tenor und Alt in 7 bekommen.Ob sie mit ihren deutlich teureren Gegenstücken anderer Marken mithalten können wird sich nun zeigen.

Nach der Produktbeschreibung sind sie aus Kautschuk (Hard Rubber) und in Japan “handfinished” hergestellt. Das Material fühlt sich etwas anders an als man es von klassischen Kautschukteilen her kennt. Wahrscheinlich handelt es sich im eine etwas zeitgemäßere Hardrubber-Mischungen wie man sie inzwischen bei vielen Herstellern sieht. Durch die Mattierung wirkt das Mundstück sehr wertig und edel.
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das neue Japanische Gottsu Mundstück! nur ein weiterer Meyerclon?

Bei der Weihnachtsaktion von ToKo sind mir einige neue japanische saxophonistische Gadgets in die Hand gefallen. Unter anderem auch ein neues Gottsu Saxophonmundstück für’s Alto, für das ich wie angekündigt einen extra Bericht schreiben wollte.

Wenn man es kurz machen wollte, könnte man sagen Meyer-Clon. Wäre aber nicht ganz fair.

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Bird lives – das erste Tribute to Charlie Parker Mundstück von Aaron Drake

Im Bericht von der Musikmesse 2011 hatte ich ja bereits erwähnt, dass ich vom neuen Charlie Parker Mundstück von Aaaron Drake sehr angetan war. Endlich gibt es dies auch in diesen Breitengraden zu erwerben und ich kann es mal gründlicher unter die Lupe nehmen. Mal sehen, ob man damit tatsächlich Bird’s Klängen näher kommt.

Aaron Drake ist ein schon seit längerem amerikanischer Mundstückschnitzer, der schon seit längerem dafür bekannt dafür ist gute Mundstücke aus Keramik! herzustellen. Allerdings scheint er davon etwas abzukommen, den in den letzten Jahren hat sich seine Palette an Mundstücken stark erweitert, größtenteils Hardrubber und relativ frisch auch Metall. Das mag vielleicht mit der Skepsis der Kundschaft gegenüber Keramik zu tun haben.
Besonders interessant ist seine Legends Serie, in der er alte Mundstücke von berühmten Saxophonisten klont. Nach dem Stan Getz Mundstück ist dieses Jahr nun das Charlie Parker Mundstück erschienen.

Vielleicht wäre es sinnvoll, an dieser Stelle einen kleinen Exkurs über Bird’s Sound und sein Equipment einzuschieben. Weiterlesen

Endlich erhältlich: das Saxophon Anfänger Setup

Die Idee eines schon fertig zusammen gestellten Setups für Anfänger kam mit dem Unterrichten. Immer kamen Schüler mit schlechten Mundstücken an, immer wieder wurde ich gefragt, welche Blätter sie kaufen sollen, immer wieder mußte ich noch auf Bißplättchen hinweisen und immer wieder fummelten sich die Schüler mit den Blattschrauben ab. Kurz: es gab immer wieder irgendwie Frust und Ratlosigkeit um das Equipment für den Anfang.

Irgendwie tat ich mich schwer Meyer, Otto Link oder Selmer zu empfehlen, weil die Mundstücke sehr unterschiedlich ausfallen und meist nur noch Durchschnitt sind. Auch wollte ich nie zu etwas teurem raten, da man nie weiß, ob es auch für länger passt. Das Yamaha 4c ist für mich auch nicht wirklich eine Alternative, da es ein recht helles Klassikmundstück ist. Die Meisten Anfänger klingen am Anfang eher schrill und wollen eigentlich zum Jazz.

Eine echte und vor allem günstige Alternative habe ich in den Expressionmundstücken gefunden. Weiterlesen

Saxophon News von der Musikmesse 2011

Dear friends, readers and exibithors,
it was a great pleasure to meet you all on this year’s Musikmesse in Frankfurt. I collected plenty of impressions and a lot of your products impressed me a lot. It was also fun to chat with you and I’m sorry that each year there is little time. So I hope that we see again next year in Frankfurt. There is still no english version of saxophonistisches. de (but it will come) but you can get an idea of this article with google translation.

Liebe Freunde, Leser und Aussteller,
die Messe dieses Jahr, hat wieder viel Spaß gemacht und es war schön alte Freunde wieder zu sehen und ein paar neue kennen zu lernen. Schade nur, dass immer so wenig Zeit ist, daher hoffe ich, dass man sich nächstes Jahr in Frankfurt wieder trifft.

Auch dieses Jahr habe ich wieder massig Material von der Messe mitgebracht. Es wird also wieder ein längerer Artikel. Dieses mal war ich sogar einen Tag länger dort und ich hatte dennoch nicht genug Zeit alles was mich interessierte zu begutachten oder das, was ich begutachtete, gründlich unter die Lupe zu nehmen. Dafür gibt es dieses Jahr (zumindest kommt es mir so vor) mehr echte Neuigkeiten als letztes Jahr, (die Wirtschaftskrise scheint vorbei zu sein) weshalb ich mich dieses mal nur über wirklich neues schreibe (bzw. das, was ich letztes Jahr wahrscheinlich übersehen habe).

Wer sich auch für den Stand der Dinge oder die Unterschiede zum letzten Jahr interessiert, sollte also auch in den Messebericht von 2010 rein schauen.
Auch neu ist, dass ich dieses Jahr mal einen Messeliveticker versuchte. Wen also eine kurzweilige Beschreibung meiner Messereise interessiert, sollte auch da mal hineinschauen. Weiterlesen

Brancher Goldmessing Alto – neuer französischer Luxus

Eigentlich gibt es hier ja schon einen Brancher-Test von Volker Kaufmann und so waren wir der Sonic über ein Jahr vor raus. Aber es hat mich schon länger gereizt, ein Brancher Sax mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen, da die Eindrücke von der Musikmesse überragend waren. Brancher scheint die neue Edelmarke zu, zumindest die Preise befinden sich auf Selmer Niveau. Freundlicherweise stellte mir nun Bastian Fiebig von Chili Notes, dem deutschen Vertrieb von Brancher, ein Vorführmodell zu Verfügung, damit ich mir endlich ein eigenes genaues Bild machen konnte.
Das Testobjekt ist  Alto aus Goldmessing (GL), sich also durch einen großen Kupferanteil (85%) auszeichnet. Diese Variante gibt es nur beim Alto. Weiterlesen

Francois Louis Spectruoso Mundstücke und Pure Brass Ligature

Der Name “Francois Louis” ist wohl in der Saxophonistenszene einer der schillerndsten. Sehr häufig wird er verknüpft mit dem Attribut “genialer Tüftler”.  Und da ist auch was dran. So hat er z.B. das Aulochrom (das erste Saxophon, dass schon alleine mit sich selber nicht intonieren kann) und die Francois Louis Ultimate Ligature, die zum echten Renner wurde. So habe ich schon mehrere ProfiBigBands gesehen, bei der 4 von 5 Saxophonisten min. 2 ihrer Instrumente damit bestückt hatten. Aber auch irgendwie zu Recht, denn die FL UL hat eine wunderbare Ansprache und einen hochwertigen Klang. Nur ist sie manchmal etwas frimelig und die Optik ist etwas rustikal; als würde sie in einer Garage zusammen geschustert worden sein.
Das ist vielleicht gar nicht so abwegig, denn der Belgier Louis ist passionierter Motorradler und hat als Mechaniker gearbeitet, bevor er sich dem Entwickeln von Saxophonequipment widmete.
So entstanden neben den Blattschrauben und dem Aulochrom noch die Smart Cap, eine eigene Blattlinie und er hat wohl auch Borgani bei deren Saxophonen beraten. Weiterlesen

Expression Mundstücke – Oldschool für Newbies

Ich habe unter meinen Schülern auch einige sehr frische Anfänger und da kommt zwangsweise die Frage, was man denn kaufen sollte. Gerade bei der Mundstückfrage muß ich mich immer etwas winden, denn ich mag nicht wirklich ein Mundstück empfehlen.

Die üblichen Kandidaten wie Meyer, Otto Link und Selmer scheiden für mich aus zwei Gründen aus. Erstens, sind sind nicht billig, eigentlich sogar zu teuer, denn zweitens ist die Qualität nicht stabil. Gerade bei diesen Mundstückherstellern gibt es immer wieder hohe Fertigungsschwankungen.  Ein “Frischling” kann schlecht in den Laden gehen und 25 Mundstücke durchtesten und ca. 150 Euro sind definitiv zu viel für ein Mundstück, dass wegen ggf. unsauberer Arbeiten suboptimal ist.
(Nicht falsch verstehen, Selmer, Meyer und Link machen immer noch sehr gute Mundstücke, man muß sie nur rausfischen können). Weiterlesen

Gesichtslifting durch Jary Custom

Na, Wortwitz verstanden? Gesichtslifting – Refacing? Ok, war nicht mein bester, aber irgendwie braucht man ja eine Überschrifft und eine Einleitung.

Einige erinnern sich vielleicht noch an meinem Lion’s Roar-Bericht und das ich davon sehr angetan war. Ich hatte es mir von dem Mundstückschnitzer Dave Jary aus den USA “maßschneidern” lassen. Deshalb hatte ich mir schon im letzten Jahr ein Lion’s Roar II für’s Tenor geleistet. Auch das entsprach sehr meinen Vorstellungen.
Da Dave es sehr genau mit den Kundenwünschen nimmt, hatte er mir angeboten, dass er sie sich nochmal vornimmt und Korrekturen vornimmt, wenn ich das wünschen sollte.
Ein paar Kleinigkeiten waren die ich etwas anders wollte. Für’s Alt wollte ich dann doch etwas mehr Edge, da Lion’sRoar I doch breiter und luftiger ist und ich mich manchmal nicht ganz so gut durchsetzen konnte. Beim TenorMPC waren meine gewohnten Blätter etwas schwer, weshalb die mir etwas zu mühselig waren.

Also schickte ich die Mundstücke zurück in die USA. Bei der Gelegenheit habe ich noch drei Mundstücke, die noch in meiner Schublade verstaubt, damit Dave die sich mal zu Brust nimmt. Ich habe gesagt, mach was du willst und überrasch mich.
Da war ein Meyer M7M, dass ich mal in Tokio erstanden hatte, aber nur mittelmaß war, ein hölzernes Lebayle (Jazz 6*), dass irgendwie knochig klang und mein altes Selmer S80 F, bei dem etwas von der Spitze abgebrochen war.

Die Preise von Dave Jary finde ich sehr fair, weshalb ich dachte, probiere ich doch einfach mal aus, was so ein Refacing alles bringe kann.
Kurz: mehr als ich erwartet hätte.

Die Wünsche für meine beiden Lion’sRoars hat er mir erfüllt und auch die anderen Mundstücke sind jetzt sehr gut.

Das Selmer spielt sich sehr weich und angenehm. Zwar klingt es immer noch nach Selmer, aber deutlich angenehmer. Er hat die Spitze ersetzt indem er mit einer Art Modeliermaasse anheftete und komplett neu formte. Man kann aber, wenn man es nicht weiß, nichts von außen erkennen. Das hat er sehr geschickt gemacht. Die Siderails sind vielleicht etwas dick geraten, aber mich störts nicht.

Das Lebayle hat er deutlich geöffnet und die Bulletstep hat er länger gezogen. Habe ich so vorher noch nicht gesehen. Es klingt jetzt eher straight und modern, aber nicht schrill und dünn. Hat was und es ist ein schöner Gegensatz zu dem Lion’s Roar II, welches recht raugh mit einer ordentlichen Portion Subtones ist.

Aber am begeistersten bin ich aber von meinem Meyer (welches jetzt nun mehr als eine Weltumrundung hinter sich hat). Nach seiner Aussage, hat er aus dem neuen Meyer ein Altes gemacht. Vorallem hat er Bahn und Einlauf bearbeitet. Ich bin leider viel zu wenig bewandert im VintageMundstückmarkt um dazu etwas sagen zu können, aber das Mundstück klingt so etwas von Be-Bop. Unglaublich direkt und hart. Dunkel, aber alles andere als ein Softie. Ein echt männliches Mundstück, weshlab es jetzt auch zu meiner Weapon of Choice avoncierte. Damit habe ich einen kräftigen Sound mit einen schönen Jazzcharakter, bin aber auch sehr flexibel, so dass ich damit stilistisch fast alles abdecken kann.

Ich kann also Dave Jarys Arbeit nur empfehlen und selbst mit den Portokosten aus den USA ist er im Vegleich zu seinen Kollegen recht preiswert. Sehr freundlicher Kontakt mit typisch amerikanischem Understatement, nur sollte man ein bis zwei Wochen drauf rechnen, zu seiner Zeitangabe, da er meist mit Arbeit überschüttet ist (die Nachfrage spricht für sich). Am besten checkt ihr selber mal seine Homepage:

http://www.jarycustom.com/

 

Ein rotes Kuriosum

Dieses “Ding” viel mir per Zufall in die Hand und so abenteuerlich es aussieht um so weniger weiß man darüber. Läßt es sich spielen, wer schnitzt so etwas sonderbares, gibt es davon noch mehr und warum diese Farbe? Fragen über Fragen. Zu einer Probe meines alten Saxophonquartettes aus Leipzig “Saxtrovertiert” brachte der Tenorist mal dieses alte Mundstück mit, dass er wieder bei sich in der Schublade gefunden hatte um es mir dem Saxgeek mal zu zeigen. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Es ist ein altes Plastikmundstück in knallrot, naja, teilweise altersbedingt eher orange. Eine ungewöhnlich schlange längliche Form. Vermutlich für das Tenor. Die einzige Markierung ist ein ominöses “X” auf dem Rücken. Dabei war nur einer dieser alten vernickelten Einhandspanner. Das Innenleben ist noch sonderbarer. Eine merkwürdiger Einlauf und eine Stufe, die jeglicher Beschreibung spottet. Es ist eher eine Klippe, die in eine großen Kammer  führt, die sogar noch unter der Klippe ausgewölbt ist. Läßt sich soetwas überhaupt spielen? Das es wohl viel benutzt worden ist, war am Geruch auszumachen. Es hing ihm ein Odör von alten Bier an. Der Vorbesitzter hatte wohl das ein oder andere feuchtfröhliche Konzert damit. Dennoch der Forschergeist war größer als unsere Skepsis und Ekel, weshalb Der Baritonist sich das Teilgreift und es auf sein Bari steckt. Alles andere als schön. Der Tenorist greift es sich wieder und tut es seinem tieferen Kollegen gleich. Natürlich muß ich auch mit dem Alto ran. Und weil es bei mir am “besten Klang” hat es mir der Tenorist geschenkt. Nachdem ich es gründlich gereinigt hatte (ein leichter Malzgeruch ist einfach nicht weg zu bekommen) habe ich es nochmal gründlich testgespielt. Es ist definitv ein Tenormundstück. Es gibt zwar viele bessere Mundstücke aber man kann es spielen und es intoniert sogar brauchbar. Der Klang ist recht “speziel”. Es ist etwas dünn und recht schrill. Kein Wunder bei dieser Stufe. Dafür hat es etwas ungewöhnliches und eignet sich ideal für Rock’n'Roll-Zeugs. Ich versuchte natürlich rauszufinden, was ich nun in den Händen hatte. Der Tenorist wüßte auch nicht wo das herkam. Es war wohl im Koffer eines alten Saxophones dabei, dass er mal hatte. Daher ist es höchstwahrscheinlich, dass es aus dem alten Ostblock stammt. Etwas vergleichbares konnte ich auch in den weiten des Internets nicht finden. Nur den Einlauf hatte ich schon mal bei alten englischen Mundstücken ROC Britone schon so gesehen. Aber ansonsten war nichts den Britones ähnlich und wie sollte so ein Mundstück hinter die Mauer kommen? Vielleicht war es ein geheimer Prototyp der Russen und wurde in der KGB-BigBand verwendet? Dies könnte auch die das ungewöhnliche Rot des Mundstückes erklären erklären. Wer weiß. Aber vielleicht weiß ja einer meiner Leser mehr über den Ursprung. Hinweise können als Kommentar hier gepostet werden.

Nachtrag: Ich habe mich auch an Mouthpiecemuseum gewendet. Stefan, der sich zu meinem Erstaunen als deutscher Auswanderer herausstellte, gab mir auch eine sehr kompetente Antwort. Er hat mir erklärt, dass man diese Einlaufform “wedge-baffle” nennt. Neben Britone hat eine weitere englische Firma: Brawler. Beide gibt es nicht mehr. Er tippt auf ein “Tripe Sonority” Modell. Die gab es wohl aus rotem Nylon. Das jetzt kein Logo drauf steht und wie es in den Osten kommen könnte, erklärt er so, dass einige Mundstückhersteller (z.B. Keilwerth) ihre Mundstücke auch nach drüben verkauften, allerdings ohne ihre Firmenbezeichnungen. Die wurden von verschiedensten Subfirmen mit den Kuriosten Logos vertrieben. Oft in sehr kleinen Stückzahlen. Vielleicht gab es da auch die Firma “X”. Er schätzte den (Sammler-)Wert eines solchen Teils auf bis zu 150€. Also für die Infos nochmal ein ganz großes Dankeschön an Stefan. Alerdings bleibt ungeklärt, wie und warum nun ein englisches Mundstück in die DDR kam. Außerdem ist die Stufe sehr extrem und alles andere als eine Serienproduktion. Vielleicht ein Prototyp, aber das macht die “Auslieferung” in den Osten noch unwahrscheinlicher. Nun habe ich im Forum das hier entdeckt. Das Plastik kommt einem doch bekannt vor. Vielleicht gab es zu dem Zeitpunkt, als die Mundstücke gefertigt wurden, gerade mal wieder in der DDR kein schwarzes Plastik. Dies würde eher auf die Theorie eines durchgedrehten MarkneukirchnerMundstückschnitzer begünstigen. Aber persönlich halte ich die KGB-BigBand-Variante doch noch am wahrscheinlichsten.

über klassische Mundstücke

Eines vorweg, im Klassikbereich bin ich Anfänger, weshalb dieser Testbericht eher oberflächlicher Natur ist. Ich würde mir nicht anmaßen hier eine Expertise zu schreiben. Dennoch möchte ich meine Erfahrungen zu meiner Mini-Klassikmundstück-Odyssee teilen (hier geht’s zur großen Mundstücksodyssee).

Da ich nun an der HfK Bremen jetzt klassischen Saxophonuntericht habe, brauche ich nun auch ein echtes Klassikmundstück. Das Lion’s Roar hat zu viele jazzige Subtones und Nebengeräusche und das Cannonballmundstück ist zu poppig. Zwar hatte ich noch ein gutes Selmer S80 MPC, aber mit der Bahnöffnung F (ca. 7) viel zu offen für ein seriöses und leichtgängiges Klassik-MPC und zudem ist es mir mal runter gefallen und an der Spitze etwas abgebrochen.

Gerade in der Klassik sind die Ansprüche an Tonkontrolle und richtigem Klang (bewußt vermeide ich hier das Wort “Sound”) sehr hoch. Der klassische Klang ist nicht so ausufernd wie ein Jazzsound. Schlanker, kompakter, homogener, ausgeglichener, sanfter, lyrischer. Oft erinnert der Klassikklang an Streicher. Das hat so auch seinen Sinn, dass es in Blasorchester der Saxsatz das Klangspektrum der Seiteninstrumente abdecken muß.
Da ist es irgendwie klar, dass man da ein passendes Mundstück braucht mit deutlich kleinerer Bahnöffnung.
Aber es gibt dort auch diverse Kontroversen, wie genau denn ein klassisches Saxophon klingen muß und was man für Equipment spielen muß.
Aber da will ich mich nicht einmischen und bin froh, dass man als Jazzer klingen kann wie man will und sagt, “das ist mein Sound”. Wenn es da nicht die JazzPolizei gäbe, die auch so ihre Vorstellungen hat, wie genau alles sein müßte….

Nun ja, die Übergangslösung war mal wieder mein Yamaha 4c. Damit ging vieles wie es gehen sollte. Nur mußte ich wieder auf Blattsuche, was ich immer am frustrierensten finde. Kaum hat man ein gutes Blatt gefunden, hat man es aus Versehen kaputt gemacht. Also habe ich in meiner Blattkiste gewühlt und stellte fest, dass ich fast nur Jazzblätter hatte und ein paar blaue Vandoren, derentwegen – oder besser gesagt, wegen den Frust über diese inhomogenen Blätter – ich auf Kunststoff gewechselt habe. Jedoch haben Klassikblätter auf Klassikmundstücken einen Sinn, denn der French Cut (auch “filed” genannt) passt besser zu den meist kürzeren Bahnlängen.
Die AW’s gingen, nur fehlte mir die richtigen Stärken oder sie waren schon zu alt (merkwürdigerweise sind diese ausgewiesenen Klassikblätter unfiled), die Alxander Superial waren mir zu plärrig, die teueren Ricoreserve habe ich jetzt noch nicht testen können, Gonzales war mir zu jazzig und da es sonst nicht viel gibt bin ich jetzt doch wieder (erstmal) bei Vandoren Blau gelandet.

Das Yamaha 4c ist besser als sein Ruf und obwohl es jetzt vielleicht gereicht hätte ist es auf Dauer doch etwas limitiert weshalb ich nun auch wieder auf Mundstücksuche ging.
Im Gegensatz zum Jazz-MPC-Markt ist der Klassikmarkt glücklicherweise/leider sehr überschaubar. Klassische Rascher-, Buescher-, Connmundstücke sind rar und Exoten. Normalerweise findet man in den Läden nur Vandoren oder Selmer.

Selmer ist (oder war?) das Maß der Dinge wenn es um Klassik geht. Viele weinen alten (besseren?) Zeiten nach. Nicht nur beim Sax auch bei den Mundstücken wie z.B. das “Airflow”. Selmer scheint ein Faible für ungewöhnliche Innenleben wie die Quadratische Kammer haben. Ich bin nicht so ein Fan davon, da Kanten im MPC immer zu Brüchen im Frequenzspektrum nach oben (also es heller und plärrender machen) führen. Interessanterweise hat auch das Yamaha eine quadratische Kammer, nur nicht ganz so extrem.
Selmer führt 3 Mundstücke die für Klassik ausgeschrieben sind. Das weit verbreitete S80, das nicht so verbreitete S90 und noch ein Klassikmetall Variante. Metall will ich diversen Gründen nicht mehr und das S90 wird schon von Selmer als moderner, direkter Allrounder u.a. auch für Pop beschrieben. Das S80 hatte ich schon in einer F-Öffnung und war eigentlich ein sanfter Allrounder (auch gerade wegen der größeren Öffnung). Am meisten benutzt von Klassikern ist das S80 C*. Auch wird dieses gerne Anfängern empfohlen als einfach zu spielendes Allroundmundstück. Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Erstens ist es nicht billig, zweitens steht Selmer (zurecht) im Ruf nicht wirklich Konstant (siehe unten) zu sein (ein Anfänger kann nicht beurteilen, ob er nun ein gutes oder schlechtes MPC ergattert hat), drittens ist es ein deutliches Klassik MPC (also nix Allround) zuletzt ist C* sehr geschlossen und wenn man später Jazz machen möchte (min 80% aller Saxophonisten), sollte man sich schon am Anfang gewöhnen, schon etwas Luft beim Blasen zu verbrauchen.
Selbst für ein Klassikmundstück ist es mir dann doch zu eng und so habe ich mir ein C** und ein D besorgt.

Bei Vandoren (die andere Größe im Klassikbereich) gelten als Klassikmundstücke das V5 und das Optimum. Hier muß man ein wenig bei den Größenangaben aufpassen, denn ein A27 ist geschlossener als ein A20. Die Nummerierung ist Kreuz und Quer da es auch noch Unterschiede in der Bahnlänge gibt. Also einen sorgfältigen Blick in die Broschüren werfen. Getestet habe ich ein V5 A28 und A15 und ein Optimum AL4.
(Eine gute Liste zum Vergleichen von Mundstücköffnungen findet ihr bei den kenneswerten Webseiten)

Wie praktisch wenn meinen Saxhändler seines Vertrauens hat zu den man hingehen kann und testen (Wehe jemand denkt jetzt an Thomann). Also ging ich zum KlarinettenMüller der einige Vandoren und Selmermundstücke hatte.  Ich konnte Sie “kurz” im Laden anspielen (als Musikladenangestellter brauch man manchmal ‘ne Menge Nerven) und das was ich genauer untersuchen wollte konnte ich dann auch eine Woche zum testen mitnehmen. Das ist der Vorteil an den kleinen Läden also unterstützt eure Lokal Dealer.

Zu den Qualitätsschwankungen bei Selmer wird ja viel gesagt und auch hier wieder so ein Fall. Das C** war unspielbar. Kein Ton konnte man raus bringen. Nach Hörensagen soll wohl die Mundstückproduktion bei Selmer folgendermaßen ablaufen: Hausfrau sitzt an einer Maschine, aus einer Kiste nimmt sie einen Rohling, setzt diesen ein, zieht einen Hebel, Ratsching, und schmeißt das Mundstück in eine andere Kiste. Irgendwie ist klar, dass bei der Auftragsmenge nicht jedes Mundstück ausgiebig angetestet und nachbearbeitet wird und so kommt es dann zu solchen Nieten. Aber ob dann noch ein Preise von ca. 150 Euro gerechtfertigt sind, ist eine andere Frage. Wahrscheinlich war beim C** der Tisch nicht plan und/oder die Bahnen nicht symmetrisch.
Das S80 D war Ok, aber im Vergleich zu dem Mundstück, dass ich dann am Ende genommen habe, kam da zu wenig raus. Außerdem wollte ich einen sehr runden, warmen und weichen Klassikklang und das Selmer klang mir auch zu selmerig.
Interessant ist auch die Blattschraube, die neuerdings jetzt bei den Selmermundstücken dabei ist. Zwar geht sie in der Tat besser als die normale aber wirklich überzeugt hat sie mich nicht. Vielleicht liegt es daran, dass die Auflagestreben quer zur Schwingungsrichtung sind oder daran, dass der alte “traditionelle” Selmerstyle verlorgen gegangen ist. Man hat mir gesagt, dass die meisten Kunden die alte Variante bevorzugen.

Über die Qualität von Vandoren kamen mir noch nie Klagen zu Ohren und auch kann hier nichts bemängeln. Mit um die 100 Euro ist der Preis auch sehr im Rahmen. Das Optimum war schnell aus dem Rennen. Nicht weil es schlecht ist sondern weil es nicht meinen Vorstellungen eines klassischen Klangs entsprach. Ich würde sagen, dass es ein ideales Allroundmundstück für französische Radiomusiker ist.
Von den V5 Mundstücken hatte ich zuerst das A28 getestet und war verwundert, warum das so schwer bei mir ansprach. Trotz verschiedenster Blätter ging es nie wirklich leicht. Mit dem Mundstück war alles in Ordnung (hatte noch ein gleiches zum Vergleich spielen können).
Das V15 ging tadellos. Runder eher warmer Klang. Leichte Ansprache und Kontrolle. Und im Vergleich zu allen anderen Mundstücken kam da auch am meisten raus. Alles so wie ich wollte weshalb ich es dann letztendlich auch gekauft habe.
Der Hauptunterschied zwischen dem A15 und dem A28 war die Bahnlänge. Anscheinend funktionieren aufgrund meiner etwas dickeren Lippen (“Jazzlips”) kürze Bahnen nicht bei mir. Das war so für mich auch eine neue Erkenntnis und es ist gut so etwas zu wissen. Also wenn es die Möglichkeit verschiedener Bahnlängen gibt bei einer Marke, sollte man dieses durchaus auch mal ausprobieren.
Leider sind bei den Vandoren-MPCs keine Schrauben dabei. So muß man sich diese Extra kaufen. Z.B. die Vandoren Optimum für min. 50€.  Tja, leider passt diese auch sehr gut zu dem Vandorenmundstücken. Zum Glück hatte ich so eine schon in der Schublade.

Nun wie schon gesagt, die Auswahl an Klassikmundstücken ist minimal. Es dürfte ruhig mehr auf dem gängigen Markt sein, aber vielleicht ist für die Klassik einfach zu wenig Nachfrage. Andererseits hat es mir eine größere und Längere Suche erspart. Die Qualität von Selmer war eher enttäuschend (man hätte es ahnen können), dafür war Vandoren wieder einmal empfehlenswert. Sehr erhellend war für mich die Erfahrung mal wieder mit Mundstücken mit kleineren Bahnöffnungen und -längen zu tun gehabt haben.