Reed Geek – klein aber Oho!

Beim Reed Geek handelt es sich um ein einfaches aber umso durchdachteres Blattbearbeitungstool, dass für viele Saxophonisten und Klarinettisten ein Segen sein dürfte. Aufgrund des Tipps eines befreundeten Saxophonisten bin ich auf der Musikmesse in Ried beim Stand von Votruba darauf gestoßen.

Der Reed Geek ist im Prinzip ein Edelstahlbarren mit sehr definierten Kanten, die sich ideal zum Schaben eignen. In der Tat handhabt es sich leichter als Messer, Schleifpapier, Feile oder dieses obskure Schachtelhalm. Nach Herstellerangaben soll sich der Reed Geek auch nicht abnutzen. Für Feinheiten gibt es an einer Seite eine Halbrundung, mit der man sehr präzise auch punktuell Material abnehmen kann. Man sollte allerdings schon wissen, was man macht.
Besonders begeistert bin ich, wie einfach man die Blattunterseite damit begradigen kann, was ggf. einen riesen Effekt beim Blatt haben kann. Die meisten Blätter kommen unplan aus der Verpackung, später quellen die dann auch nicht gleichmäßig auf. So kann man einfach schnell mal nachjustieren.
Gegenüber mit dem Schmirgelpapier planfeilen, hat das auch den Vorteil, dass man so die Blattspitze nicht dünner macht.
Aber bevor ich jetzt umständlich formuliere, wie das genau funktioniert poste ich unten einfach das Instruktionsvideo.

Ich persönlich bin begeistert. Irgendwie scheint die Blattbearbeitung damit schneller und einfacher. Selbst meine vom Material deutlich härteren Forestones kann ich damit problemlos tunen.
Außerdem ist es verdammt handlich. Es kommt in einem kleinen Samtsäckchen und einer stabilen Plastikdose.
Leider ist der Reed Geek noch nicht wirklich weit verbreitet. In unseren Breitengraden, kann man den den Reed Geek nur bei Votruba, einem Österreichischen Instrumentenhandel ordern. Dort kann man ihn für 35,90 erwerben. Da  die Seite keinen Webshop hat, solltet ihr per Mail oder telefonisch bestellen.

http://www.votruba-musik.at

Auf der Homepage des Herstellers gibt es noch weitere Tipps und Hinweise für die Benutzung, mit unter von so namenhaften Spielern wie David Sanborn.

http://www.reedgeek.com/

Hmm, dieses mal, fällt der Test etwas kürzer aus, als sonst. Aber so verhält es sich ja auch mit dem Reed Geek: einfach aber genial. Eigentlich gehört das Ding in jeden Saxophonkoffer.

Endlich erhältlich: das Saxophon Anfänger Setup

Die Idee eines schon fertig zusammen gestellten Setups für Anfänger kam mit dem Unterrichten. Immer kamen Schüler mit schlechten Mundstücken an, immer wieder wurde ich gefragt, welche Blätter sie kaufen sollen, immer wieder mußte ich noch auf Bißplättchen hinweisen und immer wieder fummelten sich die Schüler mit den Blattschrauben ab. Kurz: es gab immer wieder irgendwie Frust und Ratlosigkeit um das Equipment für den Anfang.

Irgendwie tat ich mich schwer Meyer, Otto Link oder Selmer zu empfehlen, weil die Mundstücke sehr unterschiedlich ausfallen und meist nur noch Durchschnitt sind. Auch wollte ich nie zu etwas teurem raten, da man nie weiß, ob es auch für länger passt. Das Yamaha 4c ist für mich auch nicht wirklich eine Alternative, da es ein recht helles Klassikmundstück ist. Die Meisten Anfänger klingen am Anfang eher schrill und wollen eigentlich zum Jazz.

Eine echte und vor allem günstige Alternative habe ich in den Expressionmundstücken gefunden. Weiterlesen

Blattchirugie an Forestone Reeds

Das wird jetzt kein Artikel über Blattbearbeitung, weil ich mich da selber einfach (noch) viel zu wenig auskenne. Eher gibt es hier ein paar Tipps und Tricks, was man mit den Forestones alles machen kann.
In meinem alten Bericht über die Forestones war ich von den Blättern doch sehr angetan, allerdings eher im klassischen Bereich. Jazzblätter gibt es von denen keine und ich hatte von dem Test ein paar Blätter für Saxophon noch rumliegen. So kam dann die Idee, einfach mal selber Hand anzulegen.

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Brancher Goldmessing Alto – neuer französischer Luxus

Eigentlich gibt es hier ja schon einen Brancher-Test von Volker Kaufmann und so waren wir der Sonic über ein Jahr vor raus. Aber es hat mich schon länger gereizt, ein Brancher Sax mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen, da die Eindrücke von der Musikmesse überragend waren. Brancher scheint die neue Edelmarke zu, zumindest die Preise befinden sich auf Selmer Niveau. Freundlicherweise stellte mir nun Bastian Fiebig von Chili Notes, dem deutschen Vertrieb von Brancher, ein Vorführmodell zu Verfügung, damit ich mir endlich ein eigenes genaues Bild machen konnte.
Das Testobjekt ist  Alto aus Goldmessing (GL), sich also durch einen großen Kupferanteil (85%) auszeichnet. Diese Variante gibt es nur beim Alto. Weiterlesen

Flying Goose Saxophonblätter süß-sauer?!

Als Überschrift zu dem heutigen Test dieser neuen CHINESISCHEN Blattmarke sind mir noch diverse andere Wortwitze eingefallen aber ich will nicht zu sehr auf Klischees rumreiten (nur ein Bißchen).
Auch das Erscheinungsdatum für diesen Test ist nicht ganz zufällig, denn heute ist das chinesisches Neujahr. Heute beginnt das Jahr des Tigers. Ich fand’s irgendwie passend, zum Anlaß diesen Artikel zu veröffentlichen und zu klären ob es sich bei den sehr kostengünstigen chinesischen Blätter nun um echte Klanghölzer handelt oder sie sich doch nur als Beilage zu Gericht Nr. 44 (gebratene Nudeln mit Ente) eignen.

Ein Novum ist, dass dieser Test gesponsort wurde (langsam ging dieses ganze Equipmentangesammle ganz schön ins Geld). Die Blätter habe ich direkt vom Reedguard, dem Deutschen Importeur von Flying Goose Reeds, gestellt bekommen.
Per Zufall kam ich mit dem Chef ins Gespräch, es kam dann die Idee auf, dass man doch diese Blätter mal ausführlich testen sollte und er bot mir dann an (obwohl ich androhte keinen beschönigenden Test zu schreiben) mir einen Satz Blätter zu schicken.
Reedguard vertreibt nicht nur die chinesischen Blätter sondern ist auch für jeden Vandorenspieler interessant. Zwar hat er nur die Klassik, JaVa und ZZ für Saxophon im Angebot dafür ist er mit Thomann der günstigste Anbieter für diese Blätter, hat aber keine Mindestbestellmenge wie der Musikhausriese.
Hier geht’s zum Reedguard-Onlineshop
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Die Vorbehalte über chinesische Produkte sind groß und mannigfaltig. Ich persönlich meine, dass das nicht ganz ungerechtfertigt ist, bei den ganzen Geschichten, die durch die Nachrichten geisterten, und der meist schlechten Qualität der meisten Produkte aus dem Reich der Mitte. In den Foren habe ich bereits als Kommentare zu den Chinablättern schon Sachen gelesen wie “So etwas kommt bei mir gar nicht erst in den Mund”. Das der Preis nur die Hälfte von dem der üblichen Marken kostet macht auch skeptisch.
Aber andererseits, wenn jemand Ahnung über Bambus hat, dann wahrscheinlich die Chinesen. Es ist bestimmt kein Zufall, dass Pandas, die Bambusgourmets schlechthin, nur in China natürlich ansässig sind. (Wahrscheinlich sind diese jetzt noch mehr vom Aussterben bedroht, weil wir auf deren Futter spielen wollen).
Anscheinend war auch Reedguard zunächst sehr skeptisch und hat bevor es sie eingeführt hat, die Blätter beim TÜV Rheinland LGA labortechnisch auf mikrobiliogische und chemische Gefahren testen lassen. Die Testberichte liegen mir auch vor und das Labor konnte nichts finden. Also die Blätter sind gesundheitlich absolut unbedenklich.

Getestet wurden vier 10er-Packungen für Sopran, Alt und Tenor und zum Vergleich vom Marktführer Vandoren 11 Blätter in den verschiedenen Blattschnitten Klassik (die Blauen), JaVa (JazzVandoren) und ZZ (Jazz). Die Blätter wurden von mir alle wie hier beschrieben gleich vorbehandelt, damit ich nicht alles ewig einspielen muß. Getestet wurde es mit meinem ganzen üblichen Equipment. Wen es genau interessiert, was es ist, kann es unten bei “über mich” nachlesen.

Erster Eindruck

Die Blätter kommen in einer schlichten kleinen Plastikbox. Die finde ich gar nicht mal so schlecht, denn die Blätter liegen darin optimal und sie ist schön klein und Flach, dass sie problemlos in Hemd- und Sakotasche passt. Außerdem ist sie stabiler als diese Pappschachteln. Dafür haben die Blätter nicht je so eine einzelne Plastehülse (Wovon sich allerdings bei mir schon eine ganze Schublade angesammelt habe. Keine Ahnung, warum ich die immer behalte, brauch man doch nie wieder).
Wenn man die Blätter ausgepackt hat, könnten einige gleich als erste Kritik äußern: “Hmm, die sind aber nicht gerade symmetrisch geschnitten, der Ausschnitt ist krum und schief, der Rücken ist total fleckig und sie sind recht blass, also nicht genug abgelagert”. Als ich nun die Vandorenblätter je aus ihren Verpackungen* befreit habe sehen die ganz genauso aus. Egal was man so hört, äußerlich kann man fast gar nichts über die Qualität aussagen. Das einzige was noch hilft, ist gegen’s Licht halten und schauen ob der Schatten halbwegs symmetrisch ist.

*Seit einiger Zeit verpackt Vandoren seine Blätter auch nochmal alle einzeln. Soviel zum Thema Umweltschutz. Zudem kann man die Blätter auch vor dem Kauf nicht mehr kontrollieren.

Der Schnitt des Blattes ist amerikanisch/unfiled oder wie man es nennen will. Das heißt, dass die Rinde am Anfang des Ausschnittes nicht abgefeilt ist. Das sieht man vor allem bei Blätten, welche als Jazzblätter gelten (siehe den Unterschied im Vergleich zu einem Vandoren Klassik). Soweit ich das beurteilen kann, ist das Herz recht dick und die Spitze eher dünn. Was jedoch im Vergleich auffällt ist, dass der Ausschnitt der Flying-Goose-Blätter merklich kürzer ist als bei anderen Blätter (siehe Bild Vergleich zu JaVa). Mal schauen, wie sich das auswirkt.

Bevor wir zum Spieltest kommen noch der Geschmackstest. Beim ersten “Anlutschen” schmecken mir die Blätter eigentlich sehr gut. Mit gebratenem Reis und der passenden Sojasauce könnte das vielleicht eine tolle Vorspeise für “das perfekte Dinner” sein. Zumindest schmecken sie intensiver und süßer als die Vandoren-Blätter.

Ansprache

Als erstes habe ich, um die Konsistenz zu prüfen, jeweils die Blätter einer Box durchgespielt. Obwohl die Ausschnitte der Blätter teilweise etwas wild aussehen ist die Konstanz der Blätter überraschend gut. Die Blätter klingen sehr gleich. Bei den 10erPackung vielen ein bis zwei aus der Reihe, weil sie entweder etwas schwerer ansprachen und/oder etwas muffiger klangen.
Da hatte ich schon Packungen renommierter Blattmarken, in der sich mehr Krücken befanden. Also hier schon mal ein Plus.

Also ziehe ich die Vandoren Blätter zum Vergleich ran. Je nach Mundstück sind die Ergebnisse unterschiedlich. Bei dem Sopran und dem klassischem Alt sprachen die Flying Goose Blätter deutlich besser an: Lauter, mehr Sound, leichtere Ansprache. Beim Tenor gefielen mir die ZZ und JaVa doch besser. Da haben die Flying Goose nicht ganz optimal gepasst, Sound muffiger, Ansprache schwerer. Bei dem Alt (Jazz) mit dem Standartmundstück (ein Meyer-Clon) hielt es sich die Waage, da würde ich ehrlich sagen, dass es nur noch eine Frage des Geschmacks ist. Zuletzt habe ich noch mit meinem Lion’s Roar getestet, dass speziell auch für die Verwendung mit Tenorblättern konzipiert wurde. Hier haben die Flying-Goose Altoblätter nicht so gefunzt dafür die Tenorvariante um so besser. Warum ist das so? Ich vermute, dass das mit der Bahnlänge der Mundstücke und dem recht kurzen Ausschnitt der Flying Goose Blätter zu tun hat.
Bei meinem französischem Klassikmundstück (also kürzere Bahn) haben die Vandoren Jazzblätter nicht wirklich funktioniert, das Klassik ging wie es sollte und die Flying Goose gingen ab. Dafür waren die ZZ und JaVa beim Tenor-Jazz MPC und dem Lion’s Roar (lange Bahn) deutlich besser. So würde sich auch erklären, warum die Tenorblätter sehr gut auf meinen AltojazzMPCs gehen.
Bei den Sopranblättern ist der Ausschnitt eher normal lang.

Anhand des Schnittes konnte man es erahnen, es handelt sich um ein “Jazzblatt”. Wie die JaVa und die ZZ, zeichnet es sich durch eine sehr schnelle Ansprache aus und es ist verhältnismäßig laut.

Klang

Das ist eigentlich auch wieder eine sehr subjektive Sache, aber mehr dazu hier. Die Vandorenblätter dürften den meisten Saxophonisten ja bekannt sein. Das Klassik klingt klassisch, also rund/homogen und eher dunkel. Die ZZ sind heller, resonanter, lauter und JaVa sind ähnlich hell, empfinde sie aber als moderner mit einem gewissen “Buzz”.
Die FlyingGooseBlätter sind dem JaVa am ähnlichsten. Sie dürften nicht jedermanns Geschmacks sein, das sie für mein Empfinden noch moderner ausfallen, (teilweise fast schon poppig), der “Buzz” ist deutlich ausgeprägter, wodurch es natürlich auch deutlich Charakter hat. Es ist zwar hell, aber nicht zu sehr und ich finde das recht viel Sound/Lautstärke raus kommt. Wer einen “Pornosound” für die Mädels sucht, könnte hier vielleicht fündig werden.
Daher ging es auf meinem KlassikSetup, obwohl es sehr gut ansprach, nicht.
Auf dem Sopran und die Tenorblätter auf dem Lion’s Roar hat mir es eigentlich ganz gut gefallen.

Fazit

Also ich werde jetzt nicht auf Flying Goose wechseln. Erstens gefielen mir zwar einige Kombination ganz gut, aber wie Rollins, Coltrane oder Parker klinge ich damit auch nicht. Zweitens bin ich überzeugter Kunststoffblattspieler. Aber ich muß gestehen, die Blätter sind deutlich besser als erwartet und sie stinken nicht gegen die Vandorenblätter ab, kosten dabei weniger als die Hälfte! Das ist eigentlich DAS Argument, warum man diese mal ausprobieren sollte. Vielleicht ist es auch etwas für Leute, die sich mal am Schnitzen ausprobieren möchten.
Ich möchte auch nochmal erwähnen, dass für diesen Test über 50 Blätter im Vergleich vorlagen, weshalb ich sehr systematisch an die Sache ging. Man kann also nicht jedes Blatt auf alles prüfen, was meiner Ansicht nach auch nicht viel Sinn macht. Wie der Test schon gezeigt hat, verhält sich jede Mundstück, Mund und Blattkombination anders.

Interessant halte ich diese Blätter für diejenigen, die einen modernen Jazzsound suchen aber ein Mundstück mit kürzerer Bahn haben(gut wenn man dünne Lippen hat) oder Tenorblatter auf dem Alt bevorzugen.
Wenn die Chinesen es nun auch hinbekommen, Saxophone mit dieser Qualität zu fertigen, könnte das Saxspielen bald zu einem bezahlbaren Hobby werden.

Wenn ihr selber schon Erfahrungen mit diesen Blättern gemacht habt, hinterlasst doch einfach einen Kommentar.

Auch nochmal ein großes Dankeschön an Daniel von Reedguard für Sponsoring. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn andere Händler und Firmen vielleicht nachziehen ;-)

über klassische Mundstücke

Eines vorweg, im Klassikbereich bin ich Anfänger, weshalb dieser Testbericht eher oberflächlicher Natur ist. Ich würde mir nicht anmaßen hier eine Expertise zu schreiben. Dennoch möchte ich meine Erfahrungen zu meiner Mini-Klassikmundstück-Odyssee teilen (hier geht’s zur großen Mundstücksodyssee).

Da ich nun an der HfK Bremen jetzt klassischen Saxophonuntericht habe, brauche ich nun auch ein echtes Klassikmundstück. Das Lion’s Roar hat zu viele jazzige Subtones und Nebengeräusche und das Cannonballmundstück ist zu poppig. Zwar hatte ich noch ein gutes Selmer S80 MPC, aber mit der Bahnöffnung F (ca. 7) viel zu offen für ein seriöses und leichtgängiges Klassik-MPC und zudem ist es mir mal runter gefallen und an der Spitze etwas abgebrochen.

Gerade in der Klassik sind die Ansprüche an Tonkontrolle und richtigem Klang (bewußt vermeide ich hier das Wort “Sound”) sehr hoch. Der klassische Klang ist nicht so ausufernd wie ein Jazzsound. Schlanker, kompakter, homogener, ausgeglichener, sanfter, lyrischer. Oft erinnert der Klassikklang an Streicher. Das hat so auch seinen Sinn, dass es in Blasorchester der Saxsatz das Klangspektrum der Seiteninstrumente abdecken muß.
Da ist es irgendwie klar, dass man da ein passendes Mundstück braucht mit deutlich kleinerer Bahnöffnung.
Aber es gibt dort auch diverse Kontroversen, wie genau denn ein klassisches Saxophon klingen muß und was man für Equipment spielen muß.
Aber da will ich mich nicht einmischen und bin froh, dass man als Jazzer klingen kann wie man will und sagt, “das ist mein Sound”. Wenn es da nicht die JazzPolizei gäbe, die auch so ihre Vorstellungen hat, wie genau alles sein müßte….

Nun ja, die Übergangslösung war mal wieder mein Yamaha 4c. Damit ging vieles wie es gehen sollte. Nur mußte ich wieder auf Blattsuche, was ich immer am frustrierensten finde. Kaum hat man ein gutes Blatt gefunden, hat man es aus Versehen kaputt gemacht. Also habe ich in meiner Blattkiste gewühlt und stellte fest, dass ich fast nur Jazzblätter hatte und ein paar blaue Vandoren, derentwegen – oder besser gesagt, wegen den Frust über diese inhomogenen Blätter – ich auf Kunststoff gewechselt habe. Jedoch haben Klassikblätter auf Klassikmundstücken einen Sinn, denn der French Cut (auch “filed” genannt) passt besser zu den meist kürzeren Bahnlängen.
Die AW’s gingen, nur fehlte mir die richtigen Stärken oder sie waren schon zu alt (merkwürdigerweise sind diese ausgewiesenen Klassikblätter unfiled), die Alxander Superial waren mir zu plärrig, die teueren Ricoreserve habe ich jetzt noch nicht testen können, Gonzales war mir zu jazzig und da es sonst nicht viel gibt bin ich jetzt doch wieder (erstmal) bei Vandoren Blau gelandet.

Das Yamaha 4c ist besser als sein Ruf und obwohl es jetzt vielleicht gereicht hätte ist es auf Dauer doch etwas limitiert weshalb ich nun auch wieder auf Mundstücksuche ging.
Im Gegensatz zum Jazz-MPC-Markt ist der Klassikmarkt glücklicherweise/leider sehr überschaubar. Klassische Rascher-, Buescher-, Connmundstücke sind rar und Exoten. Normalerweise findet man in den Läden nur Vandoren oder Selmer.

Selmer ist (oder war?) das Maß der Dinge wenn es um Klassik geht. Viele weinen alten (besseren?) Zeiten nach. Nicht nur beim Sax auch bei den Mundstücken wie z.B. das “Airflow”. Selmer scheint ein Faible für ungewöhnliche Innenleben wie die Quadratische Kammer haben. Ich bin nicht so ein Fan davon, da Kanten im MPC immer zu Brüchen im Frequenzspektrum nach oben (also es heller und plärrender machen) führen. Interessanterweise hat auch das Yamaha eine quadratische Kammer, nur nicht ganz so extrem.
Selmer führt 3 Mundstücke die für Klassik ausgeschrieben sind. Das weit verbreitete S80, das nicht so verbreitete S90 und noch ein Klassikmetall Variante. Metall will ich diversen Gründen nicht mehr und das S90 wird schon von Selmer als moderner, direkter Allrounder u.a. auch für Pop beschrieben. Das S80 hatte ich schon in einer F-Öffnung und war eigentlich ein sanfter Allrounder (auch gerade wegen der größeren Öffnung). Am meisten benutzt von Klassikern ist das S80 C*. Auch wird dieses gerne Anfängern empfohlen als einfach zu spielendes Allroundmundstück. Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Erstens ist es nicht billig, zweitens steht Selmer (zurecht) im Ruf nicht wirklich Konstant (siehe unten) zu sein (ein Anfänger kann nicht beurteilen, ob er nun ein gutes oder schlechtes MPC ergattert hat), drittens ist es ein deutliches Klassik MPC (also nix Allround) zuletzt ist C* sehr geschlossen und wenn man später Jazz machen möchte (min 80% aller Saxophonisten), sollte man sich schon am Anfang gewöhnen, schon etwas Luft beim Blasen zu verbrauchen.
Selbst für ein Klassikmundstück ist es mir dann doch zu eng und so habe ich mir ein C** und ein D besorgt.

Bei Vandoren (die andere Größe im Klassikbereich) gelten als Klassikmundstücke das V5 und das Optimum. Hier muß man ein wenig bei den Größenangaben aufpassen, denn ein A27 ist geschlossener als ein A20. Die Nummerierung ist Kreuz und Quer da es auch noch Unterschiede in der Bahnlänge gibt. Also einen sorgfältigen Blick in die Broschüren werfen. Getestet habe ich ein V5 A28 und A15 und ein Optimum AL4.
(Eine gute Liste zum Vergleichen von Mundstücköffnungen findet ihr bei den kenneswerten Webseiten)

Wie praktisch wenn meinen Saxhändler seines Vertrauens hat zu den man hingehen kann und testen (Wehe jemand denkt jetzt an Thomann). Also ging ich zum KlarinettenMüller der einige Vandoren und Selmermundstücke hatte.  Ich konnte Sie “kurz” im Laden anspielen (als Musikladenangestellter brauch man manchmal ‘ne Menge Nerven) und das was ich genauer untersuchen wollte konnte ich dann auch eine Woche zum testen mitnehmen. Das ist der Vorteil an den kleinen Läden also unterstützt eure Lokal Dealer.

Zu den Qualitätsschwankungen bei Selmer wird ja viel gesagt und auch hier wieder so ein Fall. Das C** war unspielbar. Kein Ton konnte man raus bringen. Nach Hörensagen soll wohl die Mundstückproduktion bei Selmer folgendermaßen ablaufen: Hausfrau sitzt an einer Maschine, aus einer Kiste nimmt sie einen Rohling, setzt diesen ein, zieht einen Hebel, Ratsching, und schmeißt das Mundstück in eine andere Kiste. Irgendwie ist klar, dass bei der Auftragsmenge nicht jedes Mundstück ausgiebig angetestet und nachbearbeitet wird und so kommt es dann zu solchen Nieten. Aber ob dann noch ein Preise von ca. 150 Euro gerechtfertigt sind, ist eine andere Frage. Wahrscheinlich war beim C** der Tisch nicht plan und/oder die Bahnen nicht symmetrisch.
Das S80 D war Ok, aber im Vergleich zu dem Mundstück, dass ich dann am Ende genommen habe, kam da zu wenig raus. Außerdem wollte ich einen sehr runden, warmen und weichen Klassikklang und das Selmer klang mir auch zu selmerig.
Interessant ist auch die Blattschraube, die neuerdings jetzt bei den Selmermundstücken dabei ist. Zwar geht sie in der Tat besser als die normale aber wirklich überzeugt hat sie mich nicht. Vielleicht liegt es daran, dass die Auflagestreben quer zur Schwingungsrichtung sind oder daran, dass der alte “traditionelle” Selmerstyle verlorgen gegangen ist. Man hat mir gesagt, dass die meisten Kunden die alte Variante bevorzugen.

Über die Qualität von Vandoren kamen mir noch nie Klagen zu Ohren und auch kann hier nichts bemängeln. Mit um die 100 Euro ist der Preis auch sehr im Rahmen. Das Optimum war schnell aus dem Rennen. Nicht weil es schlecht ist sondern weil es nicht meinen Vorstellungen eines klassischen Klangs entsprach. Ich würde sagen, dass es ein ideales Allroundmundstück für französische Radiomusiker ist.
Von den V5 Mundstücken hatte ich zuerst das A28 getestet und war verwundert, warum das so schwer bei mir ansprach. Trotz verschiedenster Blätter ging es nie wirklich leicht. Mit dem Mundstück war alles in Ordnung (hatte noch ein gleiches zum Vergleich spielen können).
Das V15 ging tadellos. Runder eher warmer Klang. Leichte Ansprache und Kontrolle. Und im Vergleich zu allen anderen Mundstücken kam da auch am meisten raus. Alles so wie ich wollte weshalb ich es dann letztendlich auch gekauft habe.
Der Hauptunterschied zwischen dem A15 und dem A28 war die Bahnlänge. Anscheinend funktionieren aufgrund meiner etwas dickeren Lippen (“Jazzlips”) kürze Bahnen nicht bei mir. Das war so für mich auch eine neue Erkenntnis und es ist gut so etwas zu wissen. Also wenn es die Möglichkeit verschiedener Bahnlängen gibt bei einer Marke, sollte man dieses durchaus auch mal ausprobieren.
Leider sind bei den Vandoren-MPCs keine Schrauben dabei. So muß man sich diese Extra kaufen. Z.B. die Vandoren Optimum für min. 50€.  Tja, leider passt diese auch sehr gut zu dem Vandorenmundstücken. Zum Glück hatte ich so eine schon in der Schublade.

Nun wie schon gesagt, die Auswahl an Klassikmundstücken ist minimal. Es dürfte ruhig mehr auf dem gängigen Markt sein, aber vielleicht ist für die Klassik einfach zu wenig Nachfrage. Andererseits hat es mir eine größere und Längere Suche erspart. Die Qualität von Selmer war eher enttäuschend (man hätte es ahnen können), dafür war Vandoren wieder einmal empfehlenswert. Sehr erhellend war für mich die Erfahrung mal wieder mit Mundstücken mit kleineren Bahnöffnungen und -längen zu tun gehabt haben.

Die Smart Cap – Intelligente Kappen für das Mundstück?

Ich hatte es im großen Blattschraubenreport angekündigt, hier ist der große Mundstückkappentest!

Naja, bleiben wir mal auf dem Boden. Dennoch die Mundstückkappe ist ein unterschätztes “Gadget”, schützt es doch das so empfindliche Blatt. Gute Lösungen sind selten und bei den meisten highclass Ligatures passen die normalen Metallkappen nicht.

Die Plastikkappen von Rovner, die bei den Lederschrauben dabei sind, haben so die Angewohnheit schnell zu brechen . Einige Kappen sind mehr als unförmig und sperrig, also nichts für die Hosentasche.
Und ob man es glaubt oder nicht, die Metallkappen zu der Vandoren Optimum kosten bis zu 60 Euro!
Dabei geht es auch anders, wie man bei der geschickten Lösung von Ligaphon sehen kann. So flach, passt es auch in die Hemdtasche.

Eine Alternative gibt es, die Smart Cap von Francouis Louis. Außerdem in verschiedenen Farben!  Auch wenn die Kappe (wahrscheinlich) keinen Einfluß auf den Klang hat, mag vielleicht ein Test dennoch sinnvoll sein, weil sie die einzige Kappe (zur Zeit) auf dem Markt ist, die blattschraubenunabhängig auf dem Mundstück sitzen kann.

Es gibt die Smart Cap in drei Größen und fünf Farben, damit man etwas passendes für sich finden kann. Die Farbwahl überzeugt nicht wirklich. Standart schwarz, normales Rot und Blau und eigentlich sehr häßliches Türkis und Beige. Ich habe den Francouis mal auf einer Musikmesse kennen gelernt und irgendwie kamen wir auf das Thema. Tatsächlich hat das Beige sogar irgendeine Bewandnis. Da wir uns auf französisch unterhielten habe ich nicht alles verstanden, es ging irgendwie darum, dass diese Kappe farblich zum Beigen DeJaques-Gurtes seines Freundes passte.
Das mit den Größen ist so eine Sache. Die “Ärmchen” müssen zum Mundstückumfang passen, sonst hält bzw. passt nicht. Zwar gibt es für den Fall, dass das Mundstück zu schlank ist, so kleine Gummischlaustulpen, nur halten die nicht auf den Ärmchen und gehen sofort verloren. Früher gab’s statt den Gummistulpen Korkstreifen die man einkleben konnte. Das war eigentlich durchaus besser, nur klebten die nicht gut und gingen schnell wieder ab. Ich habe einfach nen guten Sekundenkleber genommen, dann haben die gehalten. Aber wie gesagt, leider gibt es die nicht mehr, weshalb man sich jetzt selber etwas baseln muß, was man unter die Ärmchen kleben kann, wenn diese etwas zu weit für das Mundstück sind. Aber Optimal ist es nur, wenn die Kappe so schon auf das MPC passt.
Leider ist das bei nur drei Größen etwas schwierig. Die Kleine (I) halte ich für verfehlt. Zwar passen die Ärmchen auf Sopran HR MPCs (HR=HardRubber=Kautschuk, MPC=Mouthpiece=Mundstück), jedoch ist die Kappe deutlich länger als der Sopranblattausschnitt, steht also über und hält nicht gut. Da hatte man wohl auch an Metallalto MPCs gedacht. Nur ist die Kappe I eigentlich etwas zu schmal für Altoblätter (warum das ein Problem ist, dazu komme ich später). Mir bleibt schleierhaft, wofür also die kleine Variante passend sein soll, denn schon für KlarinettenMPCs sind die Ärmchen zu eng.
Größe II passt ideal auf Alto HR MPCs und vielleicht noch auf breitere TenorMetallMPCs. Für Klarinette ist sie zu lang.
Die Größte (III) passt auf gängige TenorHRMPCs.

Ein besonderer Clou der Smart Cap ist das Filzkissen auf der Blattseite. Dieses ist zum naß machen gedacht und soll so das Blatt feucht halten. Ein kleiner aber wirksamer Trick, damit die Blätter in Spielpausen nicht eintrocknen. Professionelle Doubler wissen es zu schätzen.

Ein weiteres Kappenproblem ist, dass man nie weiß wohin damit. Die skurrile Form bietet diverse kreative und spleenige Möglichkeiten dafür (siehe Photos). Ein grelle Farbe sorgt zudem dafür, dass man sie nicht so schnell verliert.

Jedoch kann ich die Kappe nicht uneingeschränkt empfehlen, da sie doch ein paar kleine Mankos. Neben der bescheidenen Farbauswahl, sitzt die Kappe auch wenn sie optimal passt nicht so fest wie man es gerne hätte. Auch ungeschickt ist die Rundung innen dort wo die Blattspitze ist. Dadurch kann es in Einzelfällen kommen, dass die Ecken des Blattes nach oben gebogen werden, was zu einer Verschlechterung der Ansprache des Blattes führen kann. Im Gegensatz dazu ist die Kappe der Ligaphone an der Stelle plan; das Blatt kann also nicht “wellen”.

Dennoch ist eine Smart Cap immer besser als gar keine Cap und mit 4,60€ auch nicht wirklich teuer. Sie ist fast überall erhältlich, wo es auch die Francois Louis Ultimate Ligature gibt. Jedoch die bunten Kappen habe ich bisher bei Mike Duchsteins Saxophon-Service erblickt. In gewissen Kreisen ist daher das Nachfragen bei Mike, ob sie bunte Kappen haben, ein beliebter Insider. Daneben, dass sie als einzige die bunten Kappen ist auch deren Lieferserice besonders.Ich hatte am Dienstag gegen Mittag bei ihnen anrufen und schon am nächsten Tag um 9 war das Paket da. Wenn das mal kein Saxophon-Service ist.

Der ultimative Saxophonstarter-Guide (Teil 3)

Hier geht’s zum ersten Teil des USSG und hier zum zweiten.

Nachdem wir uns in den anderen beiden Teilen des USSG (ultimativer Saxophonstarter-Guide) mit dem Saxophon, dem Mundstück und den Blättern beschäftigt haben, haben wir das essentielle und die schwerste Qual der Wahl schon durch. Vielleicht hätte ich auch einfach sagen sollen, kauft euch ein Yamaha 475 (Alto wenn weiblich, Tenor wenn männlich), ein Expression Mundstück (Bahn 5*) und AW-Reeds (Stärke 2) und hätte mir so Stunden für die Arbeit an den Artikeln gespart. Falsch wäre es nicht wirklich gewesen, aber auch nicht Sinn der Sache.
Da wir nun eigentlich das wichtigste hinter uns haben und jetzt nur noch Gedöns kommt, könntet ihr auch aufhören hier zu lesen und anfangen zu üben.

(Hmm, vielleicht sollte ich meinen Lesern nicht raten, mit dem Lesen des Blogs aufzuhören)

Üben kann man immer noch später (sage ich mir ab und zu zu oft und komme dann zu nichts). Hier möchte ich jetzt quasi nochmal so durchgehen, was man noch alles auf den Einkaufszettel für den Musikladen schreiben muß. Ist zwar jetzt fast alles eher Kleinvieh, aber das macht ja bekanntlicherweise auch viel (finanziellen) Mist. Außerdem möchte ich zuletzt noch ein paar Tipps für einen guten und frohen Start in die Welt des Saxophons geben. Allerdings werdet ihr hier jetzt keine einleitende Anleitung finden, wie man jetzt Saxophon spielt, das würde hier zu weit führen und der USSG bräuchte 3 weitere Teile. Wer da etwas sucht, kann gerne mal in die Rubrik Lektionen rein schauen.

Koffer
Ein guter Koffer ist Gold wert, kommt preislich meist sogar hin. Es ist meist auch immer Geschmackssache, ob man auf elegante Koffer, Formkoffer, Gigbags oder was auch immer steht. Massive Koffer haben den Vorteil, dass das Sax dort sehr sicher ist, vor jeglichem Anecken und sonstigen Stößen und man kann sich drauf setzen. Zudem sehen die Ledervarianten unglaublich schick aus. Allerdings sind diese oft schwer und unhandlich. Also wer viel mir seinem Instrument unterwegs ist und nicht immer mit dem eigenen Auto fährt, der wird sich daran schnell stören. Da sind die leichten Gigbags zum schultern komfortabler. Allerdings bieten diese kaum Schutz. Ich habe sogar schon Fälle erlebt, bei denen sich die Mechanik alleine aufgrund des Transportes in einem Gigbag verbogen hat. Ein sehr guter Mittelweg, sind die Trecking/Flight-Cases, die leichter sind und formstabil. Man hat oft noch eine große Notentasche mit dabei und bei einigen kann man sich sogar auch noch draufsetzen, wenn man nicht zu schwer ist. Ich habe bisher noch nichts besseres gesehen, als mein Selmer Lightcase.
Also meist ist beim Saxophon ein Koffer dabei (außer bei Selmer), aber der Gedanke, sich etwas praktischeres oder besseres zu holen ist hier manchmal nicht verkehrt. Wenn man für Sax und Gedöns mehr als 2500€ ausgegeben hat, sollte man nicht am Case sparen.
Wer dennoch eine günstige Variante sucht, mit der man garantiert im Mittelpunkt steht, sollte einfach mal mit dem Sax in einer Einkaufstüte kommen. Man erntet viele Blicke in der Straßenbahn und so manches Kopfschütteln von Bandkollegen.

Tuningzeugs und sonstiges Zubehörgedöns
Das kann man die ersten Jahre wirklich außer acht lassen. Die feinen Unterschiede ist man als Anfänger eh nicht in der Lage zu nutzen und ist daher heraus geschmissenes Geld. Man kann noch soviel Geld für Extraschnickschnack ausgeben (Daumenhaken, Klangbögen, das 8.Mundstück, Blattschrauben, S-Bögen) und wird eigentlich nicht besser klingen, wenn man nicht schon ein gewisses Grundniveau hat. Wer mehr über diese Problematik lesen möchte, kann das hier.

Blattschraube
Eigentlich fällt das auch unter Zubehörgedöns, jedoch mache ich hier eine kleine Ausnahme, da die meist mitgelieferte 08/15 Blattschraube meiner Ansicht nach großer Mist ist. Vor einiger Zeit habe ich hier bereits einen großen Blattschraubenreport geschrieben, in dem viel drin steht. Ich will jetzt nicht zu einer 40Euroschraube raten, dass wäre wieder schon zuviel. Aber eine einfache Lederbandschraube für 20 Euronen kann viel bringen. Sie ist unkompliziert im Handling und glättet den Sound, was bei dem oft quäkigen Anfängerklang nicht das schlechteste ist.
Und vergesst die Kappe nicht, oft ist bei so einer Schraube keine dabei, da muß man sich vielleicht nochmal extra die SmartCap von Francouis Louis besorgen bevor man gar nichts hat.

Gurt
Der aller beste Gurt der Welt ist der DeJaques, allerdings ist der schon etwas dekadent. Aber mal im Ernst, die Gurtwahl sollte im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Das Sax ist schwer und ich kenne viele, die Probleme mit ihren Nacken haben. Das größte Problem ist, dass die Gurte sehr auf den heraus stehenden Nackenwirbel drücken. Nun gibt es eine Vielzahl von Gurten mit Polsterung nur leider ist die eigentlich totaler Mist. Statt den Wirbel zu zu entlasten, belastet eine Polsterung gerade diesen noch mehr. Als höchster Punkt wird dort die Polsterung zusammen gedrückt und somit das meiste Gewicht lagert nun genau auf den Wirbel. Daher kann auf Polsterung gerne verzichtet werden. Es gibt manches Kuriose Gurtgeflecht, dass den Nacken entlastet, kosten aber meist aber auch dementsprechend und diese Pferdegeschirr ähnlichen Teile sind eher unansehnlich und störend (gerade beim schicken/coolen Bühnenoutfit). Sehr gut finde ich daher den eigentlich einfachen Cebulla-Gurt der zwei getrennte Polster hat, also wirklich den Nackenwirbel entlastet (u.a. hier erhältlich).

Ständer
Ein Notenständer ist ein Muß. Die kleinen Silbernen passen zwar in jede Tasche sind aber schnell sehr klapprig und halten eigentlich keine Aktenordner (wenn ihr in einem Hobbyorchester spielt) oder Realbooks (wenn ihr nicht mehr in einem Hobbyorchester spielt) aus. Die Großen halten zwar ne Menge aus, sind aber zum transportieren nur nervig. Das hier halte ich für für einen guten Mittelweg (gibt es sogar in verschiedenen Farben).
Ein Saxophonständer macht meiner Ansicht nach auch Sinn. Ein aufgebautes Instrument im Ständer läd mehr zum üben ein, als wenn es in einem Koffer versteckt in der Ecke ist (außerdem ist es sehr dekorativ). Und gerade auf Proben ist das allemal sicherer, als das Sax einfach auf den Stuhl zu legen. Allerdings sind die normalen Ständer recht sperrig. Es gibt in der Zwischenzeit einige, die sich leicht in den Trichter des Saxes verstauen lassen und dadurch sehr mobil sind (dafür lohnen sich auch die 10 Euro mehr, glaubt mir).

Metronom und Stimmgerärt
So bitter es ist beides ist leider fürs Üben essentiell. Beim Sklaventreiber sollte man darauf achten, dass man sich einen lauten besorgt, damit man das Teil beim spielen auch noch hört. (Es gibt welche mit Ausgang für zum an die Anlage anschließen). Es gibt auch zahlreiche Kombigeräte, allerdings sind die guten teurer, als je ein Metronom und ein Stimmgerät. Es gibt inzwischen auch Tuner mit Vibrationsabnahme. Das ist für den Saxophonsiten eigentlich recht praktisch. An den Schallbecher geklemmt, kann man sich auch in der noch lauten Umgebungen (z.B. direkt vor der Probe, wenn sich alle einspielen) und selbst beim Spielen selbst, kann man einen verstohlenen Blick auf das Gerät werfen und kontrollieren am man selber gerade nicht stimmt oder doch der Nachbar (man muß es ja danach nicht verraten).  Ein schickes Gerät, das viel kann und wenig kostet ist das hier. Ansonsten kann man allem vom KORG vertrauen.

Wischer und Putzzeugs
Nur Klassiker putzen ihre Instrumente, Jazzer stehen zu ihrem Dreck. Im Gegenteil, man ist sogar noch stolz auf jede Gebrauchsspur, den die verleiht dem Instrument Charakter, klingt also besser. Ich persönlich putze auch selten, da es beim Sax wenig Grund gibt, wenn man nicht ständig nach (oder während) des Essens Sax spielt. Nur Mundstück und Blatt werden regelmäßig mal heißem Wasser (selten auch mal ne Kukidentkur (Vorsicht bei Kautuschukmundstücken, hier kein zu heißes Wasser und kein Kukident, weil sich sonst Schwefel raus löst) ) gereinigt, damit es nicht stinkt und hin und wieder auch mal der S-Bogen, da sich bei mir dort nach einer Zeit Zeugs ansammelt, dass erstens irgendwann auch müffelt und zweitens den Klang verändert (ein spannendes Thema unter Trompetern). Ansonsten ist es eigentlich doch ratsam mit einem Durchziehwischer nach dem Spielen mal durch zugehen. Allerdings reicht dafür auch ein altes Stofftaschentuch, das an eine Schnur gebunden ist und am anderen Ende ein paar Holzperlen in einer Reihe befestigt sind, aus. Von den Staubfeudeln muß ich vehement abraten. Warum kann man hier nachlesen.
Wer sich ein sibernes oder unlackiertes Instrument kauft und es glänzend bleibend haben möchte ist selbst Schuld. Silber läuft unweigerlich an und muß daher ständig mit Silberputztüchern gereinigt werden und ein Sax hat viele Ecken und Kanten. Bei unlackiertem Messing ist es fast aussichtslos gegen anputzen zu wollen.
Allerdings ist meist beim Sax schon ausreichend Zeugs dabei.

Sonstiger Kleinkram
Was man sonst noch in Reserve im Koffer haben sollte:
-Bißplatten (aber das habe ich Teil 2 des USSG schon erwähnt)
-Fett (für den S-Bogen Kork und die Steckverbindung Sax-Bogen)
-Zigarettenpapier (für Notfallmaßnahmen bei undichten Klappen und zu dünnem S-Bogen Kork)
-Reedguard (meist reicht das Plasteteil aus, dass beim Blatt dabei ist, aber inzwischen sparen auch da die Firmen und mit einem Schicken Blattaufbewahrungsoption kann man im Saxsatz noch mehr angeben).
-4 Wäscheklammern (für windige Outdoorgigs um die Noten zu befestigen. Wer sozial veranlagt ist, nimmt noch mehr für die restlichen Kollegen mir)

noch ein paar Tipps
Ich würde euch ja gerne jetzt noch etwas Literatur zum Anfang empfehlen, nur kenne ich keine Anfängerschulen. Das was ich damals hatte, war eine ca. 300 Jahre alte aus dem Russischem übersetze Anfängerschule, in der Jazz kurz im letzten Kapitel nebenbei erwähnt wird. Die möchte ich keinem antuen. Außerdem geht nichts über einen guten Lehrer. Oft ist das so ein Streitpunkt aber ich rate vehement zum Unterricht (warum steht hier).

Sucht euch schnell eine Gruppe gleichgesinnter, mit denen ihr musizieren könnt. Das Sax ist eigentlich kein Solointrument. Es macht Spaß und motiviert mit anderen zu spielen, außerdem schult es extrem in einer Band zu sein, die einen fordert. Es gibt viele Hobbyblasorchester die ein harmloses Niveau haben aber viel Freude beim musizieren.

Verschont das Internet! Das meine ich wirklich ernst, überlegt euch gut, was ihr Online stellt. Seid selbstkritisch! Überlegt, wer das wirklich hören will. Ich kenne zig schlechter Saxaufnahmen, die durch das Netz gehen und eigentlich jeden nur nerven. Wer will den wirklich hören, wie es klingt, wenn jemand nach einem Monat Summertime zu einem Playalong dudelt? Selbst wenn ihr Rückmeldung über euren Stand haben möchtet, sind viele zu nett und beschönigen gerne, sie finden es teilweise sogar gut, weil sie selber nicht besser spielen können, oder ihr werdet böswillig zerrissen. Außerdem, was einmal im Netz gelandet ist, bleibt auch dort. Deshalb gibt es nur sehr wenig von mir im Netz, weil ich mit den meisten Aufnahmen nicht zufrieden genug bin. Ich braucht also auch nicht anfangen zu bloggen, denn ich kann euch sagen, das macht ‘ne Menge Arbeit und es ist schwer, noch nach einem halben Jahr wirklich noch etwas neues zu sagen zu haben. Und falls ich Fragen habt und die im Netz stellen wollt, benutzt bei der Seite die Suchfunktion. Wahrscheinlich hatte jemand schon vorher das gleiche Problem. So hat man erstens seine Antworten sofort und zweitens nervt nicht die Forenuser.

Stellt euch gut mit den Nachbarn. Wahrscheinlich werden die in nächster Zeit viel erdulden müssen. Eine Vorwarnung und vielleicht eine Flasche Rotwein beruhigen das Gemüt. Macht euch schlau, wie lange ihr Üben könnt (ist von Bundesland, Instrument und Hausordnung unterschiedlich) und haltet euch daran. Auf der Homepage von dem Saxophonisten Bastian Fiebig gibt es einen schönen zusammenfassenden Artikel darüber.
Es wurde schon wegen weniger geklagt. Wenn Ihr dann allerdings im Treppenhaus die ersten Komplimente für euer Spiel bekommt, dann seid Ihr auf dem richtigen Weg.

Ach ja, und als letzten Tipp, immer schön fleißig und regelmäßig in meinen Blog rein schauen und ein gründlicher Blick in die Lektionen lohnen sich auch ;-)

to be continued ?
Man weiß nie was noch kommt, und wie die Hollywoodgrößen will ich mir ein mögliches Sequel offen halten. Bilder (muß mir nur noch etwas passendes einfallen) und Rechtschreibkorrektur kommen hier allerdings auch noch.

Neues aus dem Hause Fiberreed

FiberreedsAnmerkung des Autors:
Der Artikel ist nun etwas älter. Inzwischen spiele ich auf allen meinen Instrumenten Forestoneblätter.
Auch hat der Straight Cut inzwischen eine weitere Überarbeitung erhalten.

Wie einige von euch wissen, bin ich ein großer Fan von Kunststoffblättern und meine “weapon of choice” sind die Carbon Fiberreeds von Harry Hartmann. Da mein kleiner Vorrat durch die Intensivnutzung sich langsam dem Ende neigte, mußte ich neue bestellen.
Außerdem hat Harry auf der letzten Frankfurter Musikmesse seinen neuen revolutionären Blattschnitt, den “straight cut”, vorgestellt. Ich war also eh scharf die neuen Blätter auszutesten. Also bestellte ich eine Ladung für Tenor, Alt, Sopran, Bariton und Klarinette.

Über Kunststoffblätter allgemein und deren Vorzüge, wie Langlebigkeit, Konsistenz usw., möchte ich hier eigentlich nicht noch einmal alles schreiben, da ich das schon in dem großen Kunststoffblättertest getan habe. Das war mein erster Artikel und daher vielleicht noch ein wenig ungeschliffen. Vielleicht sollte ich den mal bei Gelegenheit mal überarbeiten.

Das revolutionäre an dem neuen Schnitt ist, dass er “gerade” ist. Wie wahrscheinlich bekannt ist, stammen die Holzblätter von Bambusrohren. Daher kommt auch diese Wölbung im Herzen. Doch bei Fiberreed dachte man sich anscheinend: “Braucht man das eigentlich noch bei einem synthetischem Blatt?”, weshalb die neuen Blätter nun flach sind, also keine Wölbung mehr haben.
Der Straight Cut ist inzwischen für alle Blätter zu bekommen.
Diesen Schnitt hat sich Fiberreed übrigens patentieren lassen, also nicht zuhause mal eben nachschnitzen.

Ich hatte nun genug Gelegenheit den neuen Schnitt mit dem alten zu Vergleichen. Besonders habe ich mich auf das Carbon Tenor (M) konzentriert. Hier habe ich 5 Alte gegen 8 Neue getestet um einen möglichst allgemein gültigen Eindruck vom Unterschied zu bekommen. Auch habe ich das Carbon gegen den Natural Classic Schnitt getestet.

Fiberreed Carbon straight cutWie klingt und verhält sich nun der Straight Cut? Ich würde nicht so weit gehen, es eine Revolution zu nennen, aber der Unterschied ist mehr als deutlich. Besonders angenehm finde ich, dass sie viel leichter und angenehmer Ansprechen. Damit ist nicht gemeint, dass sie sich leichter spielen im Sinne von einer halben Stärke schwächer. Nein, sie sprechen einfach müheloser im ganzen Spektrum an. Als ich nach meiner Eingewöhnungszeit wieder die alten Blätter auflegte, fühlten die sich fast so an, als würden sie sich quer stellen. Zudem finde ich auch, dass der gerade Schnitt auch besser klingt. Erstens ist er noch ein kleines bisschen lauter, sonorer, hat mehr Resonanz, ist ein wenig heller. Der alte Schnitt klingt zwar etwas dunkler und weicher, es ist aber nicht so, dass beim neuen Schnitt im unteren Frequenzspektrum etwas weggenommen wurde. Es ist eher so, als würde oben noch etwas draufgesetzt werden, als hätte der Klang einen besonderen “Glanz”.
Obwohl der Schnitt jetzt gerade ist merke ich im Mund eigentlich keinen wirklichen Unterschied auch sonst gibt es keine Ungewohntheiten beim Verhalten des Blattes, außer, dass es sich leichter spielen lässt.

Das Carbon ist nun schon ein recht lautes und “funky” klingedes Blatt. Ich nenne es deshalb gerne mal “den Tiger unter den Saxophonblättern”. Wem dieses Reed zu “brutal” klingt der soll ruhig das Natural Classic probieren. Auch dieses hat mich richtig begeistert und auf der Klarinette, Sopran und Alt (klassisch) bin ich dazu gewechselt. Es ist nicht ganz so laut wie das Carbon klingt dafür aber deutlich runder und ausgeglichener. Der Klang ist eher erdig und dunkel, also wie man es von einem Klassikblatt erwartet.

Allgemein finde ich, dass die Angegeben Stärken eher etwas härter ausfallen. M entspricht nach Hersteller angaben 2,5. Persönlich kommen mir die M Blätter eher wie eine 3er statt einer 2,5er Stärke vor. Besonders deutlich habe ich das so bei den Alto Classic Blättern empfunden.
Also wer gerne deutlich eingespielten Holzblättern benutzt, sollte beim Testen der Fiberreeds vielleicht eine halbe Stufe von der sonstigen Stärke abziehen.

Besonders erfreulich ist, dass ich noch einen weiteren Sprung in der Fertigungsqualität bemerken konnte. Damit meine ich, wie gleich die Blätter ausfallen. Die Qualität war schon vorher gut und zwischen den Blättern gab es nur kleine Unterschiede. Dieses Mal konnte ich nur marginale bis fast gar keine Unterschiede zwischen den ganzen Blättern feststellen. Von den 40 Blättern, die bei mir auf dem Schreibtisch lagen, fiel eigentlich nur eines etwas raus. Also so, als würde man zwei orange Ricos aus einer Packung vergleichen. Vielleicht erleichtert der neue Schnitt auch die Produktion. Unter anderem wurden auch die Preise der Fiberreeds etwas gesenkt (etwas eher seltenes heutzutage).

Fiberreeds Tenor sopran alt neuWie schon in meinem ersten allgemeinen Kunststoffblättertest komme ich zum Fazit, dass man diese synthetic Blätter ausprobieren sollte. Mich haben die Fiberreeds vollkommen überzeugt und ich benutze sie jetzt auf jedem meiner Instrumente (naja, bis auf das Klavier).
Ich weise aber nochmal darauf hin, dass man den Kunststoffblättern eine gewisse Eingewöhnungszeit geben muß. Wie bei Holzblättern wird nicht jedem jeder Schnitt passen, weshalb es nicht heißen muß, dass wenn das Synthetikblatt bei einem selber nicht klingt, alle Synthetikblätter schlecht sind, so wie oft schnell verallgemeinert wird.
Im letzten Test meinte ich noch, dass die Kunststoffblätter nicht besser oder schlechter als Holzblätter sind, sondern nur eine Alternative zu diesen. Nach meinem neuen sehr ausgiebigen Test bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher und ich bin gespannt, was die Entwicklung in diesem Bereich noch bringt.  Für mich ist der Straight Cut ein Schritt vorwärts aber wie schon in meinem alten Artikel zum Schluß meinte:

Einfach selber testen!

Reedrituale

Im Reich der Musiker gibt es manchmal kurioses wenn es um die Beziehung zum Instrument geht. Essentiell beim Saxophon ist das Blatt, dass besondere Pflege und Aufmerksamkeit bedarf.

Von Lagern in Alkohol/Wasser-Mischungen bei Mondzeit bis hin zu Honigversiegelugen kann man zur Blattpflege viel interessantes lesen.
Tatsächlich ist an vielem etwas dran aber jeder Saxophonist muß selber seine Routine entwickeln und für sich raus finden, was für ihn funktioniert.

Es gibt Spieler die komplizierte Einspielrituale habe, bestimmte Lagertricks und ausgefeilte Rotationssysteme andere Spieler hingegen nehmen einfach wahllos ein Blatt aus der Schachtel, klatschen es drauf, spielen bis es abgeschlafft ist und nehmen dann das nächste.

Ich persönlich bin der Meinung, dass man, wenn man eine konstante, längere und gute Leistung von seinen Blättern haben möchte, man auch etwas Mühe in die Pflege und Behandlung seiner Blätter stecken muß und das ist einer der Gründe, warum ich Kunststoffblätter spiele. Ich bin also nicht der große Holzblattexperte, dennoch habe auch ich eine gewisse Routine für meine Hölzer entwickelt, wenn ich mal wieder damit rum experimentiere. Es sind verschiedene Kniffe und Tipps von den Herstellern, Profis, Kollegen und Freunden, die sich für mich als sinnvoll und funktionierend erwiesen haben. Heute werde ich diese schildern und erklären. Vielleicht ist für den ein oder anderen etwas neues dabei, dass ihm etwas helfen könnte.

Blätter schwingen dann am besten, wenn sie feucht sind. Im trockenen Zustand sind die Fasern einfach nicht elastisch genug. Gerade wenn man ein neues Holzblatt auflegt und gleich losholzt, werden die Fasern überstrapaziert (die Blätter schlaffen dann u.a. auch schneller ab). Als würde man Hochleistungssport betreiben ohne sich vorher zu dehnen.

Deshalb muß man sie vorher Wässern und dehnen. So mache ich es:

Alle neuen und länger nicht gespielten Blätter werden erstmal schön in lauwarmen Wasser gelegt und man läßt sie schön durchziehn. Danach rausnehmen auf eine plane Fläche legen und soweit trocknen lassen, bis sie die gewohnte Feuchtigkeit wie beim eigentlich spielen haben. Nun geht es ans Stretchen und Massieren.

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Nehmt das Blatt und klemmt die Spitze zwischen den Tisch des Mundstücke und eurem Daumen so, dass das Blatt im rechten Winkel absteht. Dann schnippt ihr das Blatt an, so dass es danach frei schwingen kann. Das wiederholt ihr ein paar mal (ggf. Blatt wenden).

Dies mache ich auf vor jeder normalen Nutzung der Holzblätter. Es bewirkt, dass die Blätter sofort besser ansprechen und man sie nicht erst 5min einspielen muß.

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Dann nehmt das Blatt, legt es wieder auf eine plane Oberfläche. Nehmt ein weiteres Blatt und streicht mit dessen Schaft in Faserrichtung mit Druck auf dem Herzen des ersten Blattes. Dadurch werden die Fasern verdichtet, dass sich auch positiv auf die Ansprache bewirkt.

Nun streicht mit dem Daumen öfters übers Blatt. Durch dieses Massieren tragt ihr eine kleine Fettschicht von euren Fingern auf das Blatt. Das Blatt wird dadurch erstens weicher und fühlt sich komfortabler an und zudem werden die Fasern versiegelt, wodurch der Speichel nicht mehr so leicht eindringen kann und das Blatt zersetzt.

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Zuletzt nehme ich das Blatt lege die Spitze (obere Seite) auf einer Planen Fläche im 30° Winkel stretche das Blatt ein wenig und reibe so über die Fläche. Das Blatt sollte hier ein gewisse Federspannung zeigen. GIbt es nach wie eine weiche Nudel ist das Blatt eigentlich schon Schrott.

Für sehr wichtig halte ich das richtige behutsame erste Einspielen der Blätter. Es ist eine Art Entjungferung, und genauso sollte man sein Blatt auch behandeln. Seid behutsam. Spielt erstmal nicht lauter als mf, nicht zu hoch und auch nur kurz (5min). Dann erstmal wieder weglegen. Später nochmal die ganze Prozedur und dann etwas länger einspielen.

Je pfleglicher man seine Blätter behandelt, desto länger, verlässlicher, besser und konsistenter ist deren Leistung.

Oft ist es so, dass bei neuen Blättern, die Unterseite nicht ganz Plan ist. Das führt oft zu kleinen Problemen beim spielen. Deshalb lege ich ein neues Blatt gleich nach dem Wässern auf feines Schmirgelpapier, feiner Schleifstein oder breite Nagelfeile bewege das Blatt kreisend darüber, bis die Unterseite ganz glatt ist. Aber nicht übertreiben, sonst nimmt man zuviel Material weg und das Blatt wird zu leicht.

Noch ein Wort zum Wässern und Speichel. Ich halte es für absolut sinnvoll seine Blätter öfters mal zu Wässern. Speichel ist wirklich schädlich für die Blätter. Neben dem allgemeinem Dreck, wie Zucker und andere Essen und Getränkereste enthält der Speichel auch Amylasen, Enzyme, die Kohlenhydrate zersetzen. Naja, und woraus bestehen wohl die Blätter…

Durch gelegentliches Wässern, kann man das Zeug rauswaschen. Ich mache das auch immer bevor ich Blätter für länger wieder einlagere. Und putzt auch ab und zu eure Reeguards.

Zum Einlagern gibt es diverse Vorschläge und Ideen. Von teuren Boxen mit Feuchtigkeitsmessern bis hin zu Tupperboxen mit versalzten Socken habe ich schon viel gehört. Davon halte ich vieles für übertrieben bis albern. Jedoch tut es einem Blatt nicht gut, wenn es komplett austrocknet, weil dann die Fasern hohl werden.
Humidors für Zigarren haben sich wohl als sehr parktikabel erwiesen.

Zuletzt möchte ich noch ein Roationssystem empfehlen. Man sollte immer min. 4 Blätter in Roation haben. Das hat mehrere Vorteile.
Erstens wenn man immer nur auf einem Blatt spielt, schlafft es ab und man merkt es gar nicht, dass es schlechter wird. Und wenn man dann ein neues nimmt, wirken die viel schwerer und man muß sich umgewöhnen. Also macht es Sinn immer Ersatz zu haben, so hat man erstens Vergleichsmöglichkeiten und zweitens immer Backup falls das eine mal unerwartet kaputt geht.
Also wenn es ausfällt, ein neues einspielen und in die Roation mit aufnehmen.

Selber Schnitzen und Nachfeilen kann viel Geld sparen, da man so auch aus scheinbar schlechten Blättern noch viel rausholen kann. Aber mir ist das immer zuviel Aufwand gewesen, weshalb ich auch fast nur Kunststoff spiele und so kann und will ich euch dazu auch keine weiteren Ratschläge geben.

Ich hoffe, es waren ein paar hilfreiche Anregungen für euch dabei. Ich würde mich freuen, wenn ihr andere Rituale habt, diese vielleicht als Kommentar hinterlasst.

Der große Kunststoffblättertest

Immer wieder höre ich denn die Frage “Taugen denn diese Kunststoffteile überhaupt etwas?” oder noch besser eine Pauschalausage “Dieses Plaste Zeug ist doch alles Mist”. Da frage ich gerne mal nach, ob der die wirklich schon mal getestet hat, worauf dann meist ein “nein” oder “mal eine Minute angespielt” höre.
Meiner Ansicht nach, haben Kunststoffblätter längst die Klangqualität von normalen Holzblättern erreicht. Viele Saxophonisten haben dennoch immer noch Vorbehalte, ohne sie jemals selber getestet zu haben. Ich spiele seit ein paar Jahren aus Überzeugung ausschließlich nur noch Kunststoffblätter und ich finde, dass jeder ernsthafte Saxophonist diese wenigstens ein mal durchprobiert haben sollte.

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Sie sind nicht besser oder ein Allheilmittel, aber eine vernünftige Alternative. Die Vorteile gegenüber Holz sind zahlreich. Um ehrlich zu sein, mein Entschluss nur noch synthetische Blätter spielen, basiert in erste Linie auf den Vorteilen. Ich bin der Meinung, dass das problemlose Handling mein Spiel wirklich konstanter macht und ich deshalb auf die letzten 3% Sound des Blattes verzichten kann. Erst später in einem größerem Blättervergleichstest stellte ich wieder fest, dass sie eigentlich auch klanglich für mich inzwischen am besten funktionieren.
Das wird aber sicherlich nicht bei jedem so sein. Bei vielen funktionieren die Plastereeds wirklich nicht, aber das muß nicht zwangsweise mit dem Material zusammenhängen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass es am Blattschnitt liegt. Nicht jeder Blattschnitt bei Holz gefällt jedem Spieler, wie soll das also bei Kinststoff gehen, zumal es da mit den paar Marken eh noch keine wirklich große Auswahl gibt.
Zudem spielen sich die Plastikblätter in der Tat auch ein wenig anders (das heißt nicht schlechter) als normale Holzblätter. Daher sollte man beim ersten Versuchen, diesen mindestens einen ganzen Tag Eingewöhnung einräumen. Gerade das Carbon Fiberreed klingt bei vielen beim ersten mal oft grausam aber auf dem Tenor und Alt sind sie meine Lieblinge.
Auch wird ein Plastikblatt nie so gut klingen, wie das eine Lieblingsholzblatt. Auch das ist eigentlich ganz logisch. Holzblätter haben eine natürliche Varianz (je nach Marke mehr oder weniger), weil das Bambus ein organisch gewachsen Material ist. In einer 10er Packung gibt es vielleicht 2 Gurken, 3 brauchbare, 2 sehr brauchbare, 2 gute und ein exzellentes Blatt. Durch die natürliche Varianz gibt es nicht nur Abweichler nach unten in der Qualität, manchmal hat es gerade weil einzigartig ist, das Blatt Etwas, das es ganz besonderes macht. Wie soll da ein künstliches Blatt, das absolut gleich ist (naja, stimmt so auch noch nicht ganz) da mithalten. Dafür klingt es besser als die restlichen 9 Blätter in der Packung.

Vorteile

Kein Einspielen mehr: Kunststoffblätter gehen sofort los und klingen von der ersten Minute so, wie eine halbe Stunde später. Für jemanden so ungeduldigen, der immer gleich losspielen will, wie mich ideal. Auch ideal für so jemand faulen wie mich, der zu den Proben immer zu spät kommt und sich nicht sorgfältig einspielen will.

Müssen nicht gewässert werden: trocknen also nicht aus. Mit dem ersten Punkt sind sie deshalb ideal für Doppler (also Musiker die mehre Saxophone spielen) auf der Bühne.

Unempfindlich Feuchtigkeit und Temperatur: gerade im Außeneinsatz leiden Holzblätter durch die Umweltbedinungen. Daher sind Synthetics ideal für OpenAir und Marschingbandeinsätze.

Kostengünstiger: Zwar kostet ein Kunststoffblatt 4 bis 7 mal so viel wie ein normales Holzblatt, hält dafür aber je nach Hersteller 20-50mal so lang. Bei Baritonblätter lohnt es sich sogar noch mehr.

Langlebigkeit: Es ist immer ärgerlich, wenn das “gute Blatt” an das man sich gerade erst gewöhnt hat nach zwei Wochen den Geist aufgibt. Das gute Synthetikblatt hält gerne mal ein halbes Jahr oder noch länger. So muß man sich sein Lieblingsblatt nicht immer nur aufheben, sondern kann es auch benutzen.

Konstanz: Für mich spieltechnisch der größte Vorteil. Da sie immer gleichbleibend sind auch über einen langen Zeitraum, lerne ich mein Blatt viel besser kennen. Ich habe dadurch einen besseren Sound und extremere Sachen (Altissimo, Problemtöne, Splatklänge, Effekte, usw.) funktionieren deutlich sicherer.

Keine Quitscher mehr: Ich habe seit ich die Kunststoffblätter benutze keine Quitscher oder Quäker mehr. Das liegt einfach daran, dass die Blätter alle gut sind und sich immer so verhalten wie sich ein Blatt zu verhalten hat.

Haptik: Ich persönlich und andere empfinden auch das Gefühl der Kunststoffblätter angenehmer als das der rauen Holzteile. Allerdings habe ich auch schon von einem Fall gehört, der von dem Kunststoffzeugs mit Hautreizungen reagierte.

Robuster: Die Blätter sind deutlich härter im nehmen. Wer kennt das nicht, mal kurz angeeckt und das Blatt ist Schrott. Bei Kunststoff ist die Wahrscheinlichkeit, dass es so etwas unbeschadet übersteht deutlich höher. Also auch für Grobmotoriker wie mich bestens geeignet.

Hygiene: Synthtik versifft nicht; da kann nichts in die Fasern eindringen und anfangen zu verschimmeln.

Gleichheit: Wenn man sich ein weiteres Blatt kauft, ist es so, wie das andere. Naja fast, je nach Hersteller gibt es kleine Varianzen, die fallen aber um einiges kleiner aus, als bei Holz. Hier konstatiere ich übrigens eine zunehmende Verbesserung bei den Herstellern.

weniger Zeitaufwendig: Roationssysteme braucht man nicht mehr, man muß nicht nachfeilen und schleifen und auch sonstiger Extraaufwand für die Holzteile fallen weg. Man kann die Blätter auch nachbearbeiten, aber da gehe ich bei den einzelnen Herstellern nochmal genauer darauf ein.

Optik: Also ich finde, dass sie cool aussehen. Ist aber wahrscheinlich Ansichtssache und nicht für jeden ein Kaufgrund.

Sound habe ich jetzt mal ganz bewußt, nicht als Vorteil aufgelistet, da dies auch immer eine Frage des Geschmacks ist. Ich kenne auch Spieler, die sich wegen Klang für eine Synthetikblatt entschieden haben und auch bei mir ist es so, dass ich sie klanglich am besten für mich finde. Wie gesagt, bin ich der Meinung, dass der Klang wie bei Holz sehr schnittabhängig ist. Deshalb ist es schade, dass es bisher nur so wenige Hersteller gibt und somit auch eher wenig Auswahl. Ich werde mich hier kurz nochmal mit den drei großen Kunststoffblattfirmen beschäftigen. Es gibt zwar noch Hahn und Bari, aber von denen ist hierzulande so gut wie nichts bekannt und in den letzten Jahren gab es bei denen auch keine weitere Entwicklung (zumindest ist mir nichts zu Ohren gekommen). Auch die Rico Plastikcovers werde ich hier ignorieren. Erstens sind es keine “echten” Kunststoffblätter und zweitens haben die mich auch klanglich nicht wirklich überzeugt. Ich bezweifle, dass Holzfasern optimal schwingen können, wenn sie im schwarzem Plastik ertränkt werden.

Legere
Legere entspricht der Idee eines Kunststoffblattes am meisten. Das Prinzip basiert hier darauf, einen Kunststoff zu entwickeln, der genau die gleichen physikalischen Eigenschaften hat, wie das Holzblatt, also die selben Dichten und Schwingungseigenschaften. Sie werden mit einem Laser geschnitten, da gießen nicht möglich ist (so erklären sich auch die ca. 14€).
Besonders bemerkenswert ist hier, dass 30 Tage Umtauschrecht gegen eine andere Stärke. Man kann sich hier also genau die passende Stärke aussuchen die zu einem passt, was sich auch lohnt, da Legere in 1/4 Stärkenunterschiede anbiete. Das Umtauschrecht ist aber auch oft nötig, da sie ungewöhnlich hart ausfallen, man muss min1/2 Stärke vom gewohnten runterrechnen (besser 3/4).
Diese Blätter sind die robustesten und halten ewig (mein erstes 3Jahre funktioniert immer noch). Die Haptik ist etwas ungewohnt, da deren Oberfläche absolut glatt ist, was ich als sehr angenehm empfunden hatte und einige als Lösung zu gewissen “Reizproblemchen”.
Legere deckt die meisten Instrumente ab (ich glaube sogar auch Altklarinette) und für Alt/Tenor gibt es sie auch in der Jazzvarinate StudioCut. Die normalen haben eher einen klassischen und dunkleren Klang, während die Studiocut eher heller, straighter und moderner sind.
Man kann sie eher schwer nachbearbeiten; ist aber möglich; nicht schleifen, sondern Messer senkrecht dran und abziehen (es wird allerdings eher davon abgeraten und wer will das schon bei einem Umtauschrecht?). Man kann eigentlich nur bei Legere sagen, dass ein Blatt genau dem anderen gleicht.
Einige Spieler haben berichtet, dass nach über einer Stunde intensiven Spielens die Blätter leicht abschlaffen und die Intonation nach oben rückt. Hier rate ich einfach dazu, immer ein zweites in der Hosentasche aufzubewahren. Hosentasche deshalb, da die Legeres eine minimale Einspielung wegen der Temperatur brauchen und sich das durch die Hosentasche erübrigt.

Fibracell
Diese Blätter ähneln den Holzblättern am meisten, was Klang, Haptik und auch Aussehen angeht (gerade etwas für diejenigen, denen es peinlich sein könnte, nicht Holz zu spielen (Klassikorchester)).
Hier ist das Prinzip Teflonfasern so anzuordnen wie die Holzfasern der normalen Blätter.
Ihre Langlebigkeit liegt bei intensiver Nutzung bei über einem halben Jahr oder noch länger. Meist löst sich unten dann die Folie ab. Ich habe noch 10 Jahre alte weniger benutzte Klarinettenblätter und die spielen sich immer noch tadellos.
Leider hatten die Blätter früher eine etwas zu große Abweichrate. Die Blätter klangen nicht gleich, es gab Blätter die einfach überwältigend gut klangen und sich von alleine gespielt haben, es gab aber auch Krücken. Bei einem 15€ Blatt sollte das nicht so sein. Aber seid sie die Fibracell Premier rausgebracht haben, hat sich das geändert, und inzwischen sind sie sehr konstant.
Einige finden sie klanglich besser als die alten, andere meinen genau das Gegenteil, ich meine, Klangfarbe ist Geschmackssache. Ich habe gerüchteweise gehört, dass sie damals die Rezeptur und Herstellung verändern mußten, da aufgrund des 11.Septembers eine benötigte Chemikalie in den USA unzulässig wurde und sie deshalb umsteigen mußten.Nachberarbeiten kann man sie auch, erfordert doch viel Erfahrung und experimentieren bei diesen Blättern (vielleicht ein wenig kostspielig).
Klanglich empfinde ich diese Blätter als recht flexibel; von Rock bis Klassik geht alles. Ich meine auch, dass sie den organischsten Sound und zudem so einen gewissen “Buzz” haben.

Fiberreed
Fiberreeds Tenor sopran alt neuHarry Hartmanns Fiberreeds sind zwar sind sie mit etwas über 20€ die mit die teuersten im Bunde aber wahrscheinlich aber dafür auch sehr interessantest. Zudem ist er ein Deutscher Hersteller. Hier ist das Prinzip, dass Herr Hartmann ein Material mit Hohlfasern benutzt, welche denen im Bambus ähnelt.
Leider habe ich noch nicht alle Blätter durchtesten können, denn er hat  im  Kunststoff bereich das  größte Angebot. Klassik, Jazz und Rock/Funkblätter. Blätter bei denen man die Andruckplatte ändern kann. (Blattschrauben die das ermöglich kosten 50€ und aufwärts).
Aber die lange Liste an prominenten Fans spricht für sich, wie David Liebmann, Archie Shepp, Jan Gabarek und viele mehr.
Ich habe lange das Carbon Fiberreed gespielt. Durch seine spezielle Struktur, erzeugt es mehr Obertöne, somit lauter und heller.
Die Langlebigkeit und Robustheit ist nicht ganz so wie bei den anderen. Bei intensiver Nutzung geht ein Blatt ca. 4 Monate, dann fängt es an etwas abzuschlaffen und weicher zu werden. Dafür ist hier das Nachbearbeiten unkompliziert. Einfach die Spitze etwas abschleifen, und das Blatt geht wieder. Allerdings sollte man aufpassen, wenn man zuviel nachschleift. Die Oberfläche ist mit einer Schutzschicht versiegelt, die verhindern soll, dass die Fasern ausspilttern und in die Lippe bohren. So eine mikroskopische Fasern kann ganz schön weh tun.
Ein ganz besonderer Service von Fiberreed ist, dass man sein Lieblingsholzblatt hinschicken kann, dass dort vermessen wird, und dann daraus ein Fiberreedklon hergestellt wird. Eine ewig haltende Kopie seines besten Blattes.
Die Konstanz hat auch hier früher ein bissle geschwankt, und die Blätter sind etwas unterschiedlich ausgefallen, auf meine Frage hin, bestätigte mir die Herr Hartmann dies und erzählte mir, dass sie deshalb neue Gerätschaften entwickelt haben. Und tatsächlich, die letzten Blätter die ich gekauft habe, hatten so gut wie kaum einen Unterschied.
Zur Musikmesse 2009 hat Harry übrigens einen neue Art Schnitt vorgestellt. Zum Test des “StraightCuts” geht es hier!

Forestone
Last bot not Least Es eine noch recht junge japanische Firma, daher sind sie hierzulande auch noch nicht so verbreitet. Sie sind ein wenig den Legeres ähnlich, da Forestones auch einem Polymer bestehen, jedoch hat haben die es geschafft, das Blatt im Spritzgußverfahren herzustellen. Das besondere an den Blättern ist, dass das Poymer aus einem großen Teil aus natürlichen Bambusfasern besteht. Also ein natürliches Holzplasikblatt. Das macht sich auch im Klang bemerkbar, ein schöner runder ausgeglichener natürlicher Ton, insgeammt haben sie den klassischsten Klang der Kunststoffblätter. Aber man darf gespannt sein, was da noch so kommt.
Einen ausführlichen Test zu diesen Blättern gibt es hier.
Seit 2012 gibt es auch einen “unfiled” Cut, der deutlich jazziger ist und mehr Power und Charakter hat.
http://saxophonistisches.de/die-neuen-forestone-unfiled-blatter/

Für mich persönlich ist Forestone mein Favorit, weshalb ich sie auch mit voller Überzeugung endorse.

Noch ein paar allgemeine Tipps
Es ist immer ärgerlich, wenn man sich mit der Blattstärke vertut, vor allem wenn das Blatt über 14 Euro kostet. Meist fallen die Kunststoffblätter etwas härter aus. Das liegt daran, dass die Särke angaben mit neuen Holzblättern verglichen werden. Da die Kunststoffblätter nicht nachgeben, sollte man, wenn man sonst 3er spielt, es eher mit einer 2,5 probieren. Hier eine Vergleichstabelle, die halbwegs stimmt und recht ausführlich ist.
Kunststoff versifft zwar nicht wie Holz, allerdings sollte man seine Blätter doch ab und zu mal reinigen. Warmes Wasser reicht meist schon für eine Säuberung. Wer es noch reiner braucht, kann etwas Zahnpasta benutzen oder den Blättern eine Kukidentkur verpassen. (Obskurerweise sind die Fiberreeds die einzigen Blätter die untergehen).
Ich benutze Übrigens immer zwei gleiche Blätter. Das eine wird ständig gespielt das andere ist Reserve. Blätter gehen immer dann kaputt, wenn man keine Reserve am Mann hat. Außerdem dient das 2. immer ab und zu als Kontrolle. Wenn man nur ein Blatt spielt, merkt man Veränderungen oft nicht, also wenn es weicher wird, abschlafft und seinen Geist aufgibt. Deshalb ab und zu mal vergleichend spielen und kontrollieren.

Fazit
Wie ihr merkt, bin ich begeistert von den Kunststoffblättern, aber ich möchte nochmal betonen, dass Kunststoffblätter nicht besser sind, sondern einfach eine gute Alternative. Die Blätter haben viele Vorteile, aber viele nehmen für den Sound alles in Kauf (eigentlich zurecht) selbst den ständigen Ärger mit Holzblätter. Ich hingegen würde nicht mehr zurück wollen und meine, dass sich das ausprobieren lohnt. Alleine um die ganzen falschen und veralteten Vorurteile abzubauen. Wie gesagt, für einen vernünftigen Eindruck reicht 5min anspielen nicht, da sie doch etwas anders sind. Es gibt eine Auswahl, allerdings ist diese recht überschaubar.

Mein Abschließender Rat:

EINFACH SELBER TESTEN !!!