Intonations tuning

Heute möchte ich etwas vorstellen, was für jeden Saxophonisten essentiel ist. Ein Stimmgerät. Keiner will mit einem Saxophonisten spielen der nicht intoniert. Zwar sollte man das eigentlich alles selber hören, aber ein Stimmgerät ist eine sinnvolle Sache zur Selbstkontrolle oder ein schnelles eben mal einstimmen.

Sehr oft schreibe ich Testberichte über eher kostspieligeres Equipment. Das heute getestete Objekt kostet 10€ und ist damit wahrscheinlich mit das günstigste auf dem Markt. Zudem hat es sogar einen Clip mit Tonabnehmer. Über das Herkunftsland brauchen wir jetzt gar nicht mehr reden.
Daher ist auch der Name des Gerätes eher zweitrangig: Harley Benton MT100 Clip-Metro-Tuner.

Neben dem Stimmgerät bietet es noch die Funktion ein Metronoms und Tongebers. Es hat 6 Knöpfe aberfast schon zu viele funktionen, dass einiges unnötig umständlich wird.
Man kann einerseits die Stimmung des Instruments angeben (C, F, Eb, Bb). Finde ich überflüssig, da die meisten Musiker die ein transponierendes Instrument spielen das auch im Kopf können. Und man kann auch noch verschiedene Instrumente einstellen. Als ob ein 440Hz a ander bei einer Geige intoniert.
Man kann die Tonhöhe verstellen und zwar von 430 bis 450Hz. Auch hier muß ich mit dem Kopf schütteln. Wer hat schon mal (außer irgendwelche Barokmusiker) schon in 432 oder 339Hz gespielt? Das ärgerlichste an dem Gerät ist, dass es für das Verstellen der Stimmung nur einen Knopf gibt. Das heißt, dass wenn man von 442 auf 440Hz 18mal auf dem Knopf drücken muß, um wieder auf 440Hz zu kommen. Und oft tippt man da einmal zu viel und kann nochmal 19mal  drauf drücken.
Und dann gibt es da noch das Flattuning. Weiß der Geier wozu man das braucht.

Wenigstens kann man beim Tempo nach oben UND unten verstellen. Zudem kann man einstellen ob man 4tel, 8tel, triolen, 16tel, punktierte 8tel oder jazz 8tel haben möchte. Und dann gibt es noch alle Taktarten von 0/4tel bis 9/4tel Takt. Hä??
Man kann sogar die Lautstärke einstellen, aber insgesammt ist es so laut, dass man eh nichts mehr hört. Man kann es sich natürlich ans Ohr klemmen. Aber ist es ein selten häßlicher Ohrung und zweitens tut schnell das Ohrläppchen weh.

Das Stimmgerät funktioniert. Es gibt zwar stimmgeräte die feiner und schneller reagieren, aber eigentlich tut es dies hier auch. Wenn man Töne eh nicht halten kann, macht auch ein Stimmgerät nicht viel Sinn, oder?

Eines meiner lieblings Features dieses Gerätes ist seine Hintergrundbeleuchtung. Sie ist BLAU. Das macht ja bekanntlich glücklich. So erkennt man den Ausschlag halt auch im Dunkel als auch bei Tageslicht. Aber da es halt nur digitales Gefizel ist nichts für Kurzsichtige. Daher gibt es noch eine Leuchtdiode die Grün leuchtet, wenn es richitg ist und rot wenn man daneben liegt. Leider weiß man nicht in welche Richtung. Das ist bei anderen Geräten geschickter.
Und keine Angst wegen der Batterie. Das Gerät schaltet sich selbstständig aus. Und es eine Handelsübliche Kopfzelle drinne, die gefühlt ewig hält.

Aber der besondere Clou, weshalb dieses Gerät in meinem Koffer ist und nicht das schwarze Korg (welches ich jetzt auch verlegt habe, aber davon mal abgesehen), ist der Clip. Das Teil ist dermaßen praktisch. Mal davon abgesehen, dass es an windigen Tagen als Notenklemme mißbraucht werden kann, fliegt das Teil nirgends mehr herum oder muß es auf den Boden legen oder in irgendwelche Taschen. Einfach an den Notenständer klippen und es ist immer sofort griffbereit. Leider kann man den Klipp nicht einfach abmachen (nur abschrauben) weshalb das Teil nichts für die Hemdtasche ist.
Aber eigentlich will ich auf den  Tonabnehmer hinaus. Der funktioniert nicht nur bei Gitarren sondern tatsächlich auch bei Saxophonen und allen anderen Instrumenten die gestimmt werden müssen. Das hat den imensen Vorteil, dass man sich auch in lauter Umgebung (z.B. kurz vor Beginn der Probe) einstimmen kann. Es sieht auch sehr futristisch aus, wenn man so ein Teil am Becher klemmen hat, nur für mich als Brillenträger ist das etwas umständlich, da ich unter der Brille durchschielen muß und dann erkenne ich kaum noch das Display. Man kann das Teil natürlich auch am S-Bogen klemmen, aber das sieht etwas strange aus.

Aber am Becher geklemmt kann man das Teil sogar während des Spielens benutzen indem man einfach mal bei einem langen Ton drauf schielt. Gerade bei Streitereien im Satz kann man dann mit sicherheit sagen, „Ich war richtig, mein Stimmgerät hats bestätigt“. Ob man dann dabei die Wahrheit spricht, ist dann aber eher zweitrangig.

Kurzum, ich halte die 10Euronen für dieses Teil für eine sehr lohnende Investition. Obwohl ich kein Freund des Großkapitalistischen Konzerns Thomann bin verweise ich darauf, denn dort gibt es das Teil.
http://www.thomann.de/de/harley_benton_mt100.htm
Doch Obacht, der Thomann-Mindestbestellbetrag liegt bei 25€. Garantiert findet man in dem doch sehr großen Angebot etwas nützliches, aber es doch skuril, wenn man etwas mitbestellt, dass mehr kostet als der Artikel für den man sich eigentlich interessiert.

5 Gedanken zu „Intonations tuning


  1. Ich hab, nachdem meins von Korg irgendjemand eingesteckt hatte (hat einfach mal jeder). mir ein günstiges von Lidl zugelegt. Sollte eigentlich nur für den Übergang sein – hat sich aber bewährt. waren auch nur 13 Euro oder so, die ich da rein investieren musste. Metronom und Stimmgerät in einem… passt. Habe ich gleich auch noch ein paar Schülerchen verbrummt 🙂


  2. Das hab ich auch, das ist toll! (Es kann doch sein, dass eine Band mal nicht auf 440 Hertz stimmt?) Ich klemme das schon zum Ansatzüben an den S-Bogen.


  3. Ich habe auch ein nicht so teures Stimmgerät, an dem ich aber gerade etwas zweifle. Es dauert zum Teil ziemlich lange, bis ein neuer Ton dort auch wirklich seinen Niederschlag findet.
    Und seit kurzem schaltet es sich zwischendurch immer mal selbständig aus….

    Für alle iPhone-Besitzer gibt es übrigens eine speziele Stimmgerät-App. Dann hat man wieder ein Gerät zum Mitschleppen gespart.


  4. Ich verwende das Korg GA40 – nicht zu teuer aber trotzdem qualitativ ganz gut 🙂
    Apps kann ich auch empfehlen. Zum Beispiel als Backup falls man mal das Stimmgerät zuhause vergisst!
    Lieben Gruß
    Konstantin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.