Meine Mundstückodysee

Welcher Saxophonist kennt das nicht; die ewige Suche nach dem richtigen Mundstück. Auch ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, viel angespielt, viele Mundstücke gekauft und viel Geld ausgegeben. Heute möchte ich ein wenig davon erzählen; von meinen Problemen, Erfahrungen und auch ein wenig von den Lehren, die ich daraus gezogen habe.

Für diejenigen, die neu auf diesem Gebiet sind, die können vielleicht ein paar hilfreiche Hinweise hierraus entnehmen, und diejenigen, die schon etwas erfahrener sind, für gilt das eventuell auch noch oder sie erkennen sich sogar in einigen Punkten wieder und können dem eine lustige Seite abgewinnen.

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Alles begann, als ich noch ein junger Schüler war und ich absolut ahnungslos über Mundstücke war. Noch bevor ich übhaupt mit dem Saxophon angefangen habe meinte mein Klarinetten- und Saxophonlehrer, dass ich das beiliegende Mundstück vergessen kann und  ein Selmer S80 F Mundstück kaufen sollte. Ich sagte meinen Eltern, dass mein Lehrer gesagt hat, ich soll dieses Mundstück spielen, also kauften sie es. Das beiliegende Mundstück, ein Yamaha 4c (eigentlich das Standartanfängermundstück, das zu Beginn eigentlich total ausreichend gewesen wäre) wurde nicht mal ausgepackt.
Ein Jahr später sollte ich dann in der Schulbigband spielen; mein Lehrer meinte dann, „du brauchst ein anderes Mundstück, du brauchst ein Otto Link Supertone Master 7*“. Also haben meine Eltern ein Otto Link Supertone Master 7* gekauft.
Ich habe mir nie Gedanken über meine Mundstücke gemacht, habe auch nicht wirklich einen Unterschied gehört. Ich habe einfach meinem Lehrer geglaubt, dass es besser klingt und ich war glücklich.
Das ging auch eine ganze Weile so, aber in der Zeit bekam ich immer wieder gesagt, dass beste Jazzmundstück für das Alt wäre ein Meyer. „Alle spielen das!“ Also habe ich mir bei Gelegenheit ein solches gekauft (in Tokio in einem riesigen Yamahastore, eine merkwürdige Gelgenheitheit nebenbei gesagt).
Ist euch etwas aufgefallen? Bisher war noch nicht einmal die Rede gewesen, dass ich die Mundstücke vorher angspielt habe. Man hat mir immer gesagt, „kaufen“ und ich (bzw. meine Eltern) haben es gemacht. Auch wenn das Meyer, das Selmer und das Otto Link die beliebtesten Mundstücke sind(auch in diesen Bahnöffnungen), so stimmt es nicht, dass dies auch die besten sind. Gerade diese Firmen leiden unter einer hohen Fertigungsschwankung. Die meisten Mundstücke von denen sind eher gutes Mittelmaß und ihr Ruf ist eher durch ältere rumreichere Zeiten begründet. Das richtige und passende Mundstück ist immer eine sehr individuelle Frage. Auch wenn ich damals noch lange kein guter Spieler war, so wären ein paar Hinweise oder der Rat „unbedingt testen“ doch gut gewesen anstatt nur die Kaufanweisung von dem, was alle haben.

dsc00131Wie dem auch sei, mit dem Studium begann ich mich auch intensiver mich mit dem Saxophon zu beschäftigen und auch mit meinem Sound. Mit dem Meyer war ich nicht so glücklich, weil ich eigentlich die Haptik von Metall und flache Dächer bevorzugte, da ich von der Klarinette kam. Ich fing also an jetzt wirklich auf Sound- und Mundstücksuche zu gehen. Es began eine lange  Zeit, in der ich meist sehr unzufrieden mit meinem Sound war und massig mit verschiedenstem Equipment experimentierte und viel Zeugs kaufte (Blattschrauben, Blätter, Daumenhaken, S-Bögen).
Wegen der Haptik (und auch der Optik) wollte ich Metall. Ich war noch sehr jung und wild und wollte auch so einen Sound. Unerbittlich, hell und laut (dass es dann manchmal für den Zuhörer etwas unangenehm klang war mir egal, teilweise sogar beabsichtigt).
Per Zufall gelangte ich an ein Brancher B24. Eigentlich ein tolles modernes Mundstück. Ideal für Funk und Rock und kann mit jedem Guardala mithalten.  Zumindest war ich erstmal laut, konnte ich mich durchsetzen und es traf in etwa auch meinen damaligen Soundgeschmack. Aber dennoch hatte ich Konditions- und Intonatiosprobleme und es klang oben rum oft einfach zu dünn. Also war es vielleicht doch nicht so passend, das Testen ging wieder los und ich landete zwischenzeitlich bei einem Yanagisawa Mundstück Metallmundstück 8. Das klang deutlich ausgeglichener, der Sound etwas voller und es war etwas einfacher zu spielen. Jedoch war damit nicht lange glücklich, da mir Power fehlte und das Mundstück zu weich war, zudem gab’s auch immer noch leichte Intonationsprobleme oben rum. Zu dem Zeitpunkt hatte ich wohl fast alle gängigen Metallmundstücke auf dem Markt getestet.
Dann kam das Highlight. Das neue Superhightech Mundstück. Das JodyJazz DV8 für 350 Euro. Was für ein Sound, was für eine Lautstärke. Nicht mehr nur hell und scharf sondern auch noch ganz viele coole Tiefen. Ich hatte im Vergleich sogar ein Dave Guardala SuperKing für 990Euro in der Hand damals. Ich war jetzt der lauteste und konnte mich gegen 50 Bläser durchsetzen. Geil!
Dieses Mundstück hatte ich ein Jahr gespielt und war selber mit meinem Sound erstmal recht zufrieden. Ich selber habe in der Zeit auch einige Fortschritte gemacht, was Ansatz, Intonation und Sound angingen. Dennoch lezte Probleme blieben und wollten trotz richtigem und intensiven Üben einfach nicht weg gehen. Kondition war mangelhaft; nach einer Stunde rutschen Intonation und der Sound oben rum in den Keller. Was machte ich nur falsch?

Die Einsicht kam eigentlich mit dem Experiment „back to the roots“. Zum Spaß räumte ich Yamaha 4c Mundstück raus, steckte es auf mein Horn und spielte damit. Es klang nicht schlecht, hatte etwas interessantes im Sound und wegen der Abwechslung spielte ich einfach ein paar Tage damit. Als ich mich eingespielt habe, kam ich auch gut mit der größeren Außenform zurecht und die größte und wichtigste Erkentnis war, das Spielen fiel mir leicht. Ich konnte länger spielen und es klang von selbst schön und angenehm. Dadurch inspiriert hohlte ich mir mein Meyer Mundstück und ein weiteres Plastikmundstück (6er Bahn), das bei meinem Cannonballsaxophon beilag, zurück, die ich bis dato verliehen hatte. Ignoranterweise habe ich dieses vorher nie für voll genommen und wollte es schon verkaufen ohne es wirklich je intensiv gespielt zu haben. Und tatsächlich spiele ich nun seit ein paar Monaten dieses Mundstück mit großem Erfolg.  Es klingt voll, hat einen sehr modernen Glanz, ich habe quasi keine Intontionsprobleme, kann ohne weiteres mehrere Stunden ohne Ermüden spielen. Ich bin zwar nicht mehr so laut wie voher (deshalb war ich anfangs auch nicht so überzeigt, aber mein Lehrer drängte mich, erstmal dabei zu bleiben), aber ich habe genug Projektion und Strahl entwickelt, dass ich auch ohne riesen Stufe und kleiner Kammer mich gut (auch gegen E-Gitarren) durchsetzen kann und auf 4 Oktaven komme. Ich bekomme jetzt öfter Komplimetne für meinen Klang und ab und zu schmilzt auch schon die Damenwelt dahin. Im Prinzip ist dieses an sich „billige“ Beipackmundstück ein Meyerklon. Bei mir ist dieses Mal die Kopie besser als das Original.

Aber woran lag es nun, dass ich mit den vorherigen Mundstücken so viel ärger hatte. Obwohl ich eigentlich auf flache Dächer stehe macht sich die breite Form sehr bemerkbar. Deswegen muß ich meine Lippen nicht mehr ganz so eng schließen, die Muskeln sind entspannter, es braucht weniger Kraft, weswegen ich länger spielen kann und Intonation und Klang auch besser sind. Ein weiterer Faktor ist, dass das Innenleben der Metallmundstücke sehr ähnlich ist. Kleine kammer, große Stufe und sehr ausgeprägter baffel. Das macht den Sound schnell unangenehm schneidend, zudem werden Intonation und Kontrolle auch noch schwerer. Also für einen flexiblen angenehmen Jazzsound nicht so das Wahre. Leider haben sich diese Form mit der Pop und Funk Musik, die ja öfters mal einen durchsetzungfähigen Sound verlangen sehr etabliert.  Viele verwechseln einfach Lautstärke mit Klangqualität. Das habe ich auch lange gemacht.
Ich will damit nicht sagen, dass diese ganzen Metallmundstücke schlecht sind; ich bereue inzwischen ein wenig den Verkauf des Otto Links, des Branchers und des Yanagisawas, waren alles tolle Mundstücke (aber ich bin jung und brauche das Geld und Mama und Papa zahlen auch nicht mehr für alles), nur meine ich, dass sich viele damit überschätzen.
Zuletzt macht sich vielleicht auch die etwas kleinere Bahnöffnung bemerkbar. Je größer die Bahnöffnung, desto mehr Luft geht zwar durch und somit mehr Soun, aber auch desto mehr Spielraum hat man, also desto mehr muß man kontrollieren. Ich habe jetzt trotz kleiner Öffnung einen größeren Sound.

dsc00133Ist meine Reise abgeschlossen? Nein ich denke nicht. Solange ich mich mich mit meinem Sound kritisch auseinandersetze um ihn zu verbessern, werde ich auch immer über mein Equipment nachdenken. Obwohl ich erst nicht ganz überzeugt war, habe ich mich jetzt auf dieses Mundstück eingestellt und bin gerade recht zufrieden mit meinem Mundstück und ich habe für dieses Beipackteil ein 350 Euro Mundstück in die Schublade gesteckt. Es trifft zwar nicht ganz mein Soundziel, aber es spielt sich leicht und angenehm und ich habe festgestellt, dass das doch wichtiger ist, als der eigenen Soundvostellung möglichst nahe zu kommen. Was nützt es ein Mundstück zu haben, auf dem man 10min wie Cannonball und Micheal Brecker zusammen klingt, aber man danach nicht mehr stimmt und furchtbar dünn klingt. Für den Zuhörer und Mitspieler ist es besser, wenn man lange schön klingt.
Aber ich experimentiere weiter.  Zur Zeit lasse ich ein Mundstück speziell nach meinen Soundwünschen fertigen. Ich war lange sehr skeptisch, was diese Custommademundstücke angeht, da ich immer der Meinung war, dass es eigentlich genug Auswahl auf dem Markt gibt, sich Soundvorstellungen auch ändern und diese Teile doch recht teuer sind (und auch schwer weiterzuverkaufen, da sie individuell zugeschnitten sind). Ich habe vor 2 Jahren fortlaufend meinen Soundgeschmack verändert. Mal wollte ich so, dann wollte ich so klingen. Erst im letztenjahr kristallisierte sich endlich eine festere Richtung raus und ich spiele nun schon eine kleine Zeit. Ich habe auch in letzter Zeit vieles (nun auch im Kautschukbereich) getestet und nur weil ich wirklich nie ganz zufrieden war, weil ich doch recht spezielle Wünsche habe, habe ich den Schritt zu den Custommademundstücken dann doch gemacht. Übrigens, als aller erstes habe ich dem Mundstückschnitzer gesagt, dass ich eines haben will, dass sich vorallem leicht und angenehm spielen läßt. Ich werde euch davon hier in meinem Blog berichten, wenn es angekommen ist. (hier ist nun der Test dieses MPCs)

So, was wollte ich euch mit meiner kleinen Geschichte eigentlich sagen? Einerseits dient dies wirklich für mich als eine Selbstreflexion anderseits hoffe ich, dass ich dem ein oder anderen damit helfen konnte. Vielleicht bewahrt es den ein oder anderen davor, die gleichen Fehler zu machen, vielleicht findet jemand hier einen wertvollen Tipp und vielleicht ermutigt es einige wenige, die bei der Suche schon schier am verzweifeln sind. Aber wenn es für euch nur ein amusantes Resümé meines Umherirrens auf dem Mundstückmarkt ist, ist das auch gut.
Wie gesagt, es geht nichts über das selber testen, die besten Mundstücke müssen nicht immer die teuersten sein, lauter ist nicht immer unbedingt besser und wichtig ist es, dass sich das Mundstück angenehm spielen lässt (es muß nicht immer 7* und mehr sein).
Ach ja, und zuletzt möchte ich nochmal betonen: Equipment ist nicht alles; wenn ihr nicht auch an euch arbeitet, wird das beste Mundstück der Welt nicht gut klingen.

 

24 Gedanken zu „Meine Mundstückodysee


  1. Soo alle Einträge gelesen. Dein Blog ist nicht nur interessant, sondern hat mich noch dazu angeregt wieder mehr zu üben 🙂

    Ich glaube das mit der Mundstückodysee macht früher oder später jeder Saxophonist durch. Und selbst wenn man das perfekte gefunden hat, bleibt es für den persönlichen Geschmack bestimmt nie für immer das Beste.


  2. Hast du wirklich alle Einträge gelesen? Wahnsinn, es freut sehr mich, dass er dich so gefesselt hat und zudem noch motiviert. Genau dafür schreibe ich ihn.


  3. Ich finde deinen Blog toll. Viele viele interessante Berichte!

    Ich habe selber schon viele Mundstücke ausprobiert, habe mir von allen „großen“ Marken welche zuschicken lassen und mir schließlich ein Berg Larsen gekauft. Mit dem Sound war ich sehr zufrieden (und bin es auch immer noch). Nach einem halben Jahr mit meinem neuen Mundstück habe ich mal wieder auf meinem Yamaha 4c gespielt. Ich war sehr überrascht, wie gut das klingt. Deine Mundstückodysee kommt mir also ein bisschen bekannt vor 🙂
    Meine Blattsuche ist allerdings noch nicht beendet. Nachdem ich deinen Bericht über Kunststoffblätter gelesen habe, werde ich sie auch mal testen…


  4. Sehr interessant, deine Ausführungen. Du sagst, du bist jung. …..und schon so weise. Jetzt werd ich mal schnell ins Forum gehen und mein 4c aus den Kleinanzeigen rausnehmen. Danke!!


  5. Jepp, so isses mit den MPCs. Am Anfang häufig außer 8 gelassen, dann überbewertet und irgendwann, wenn man/frau kann, ist -fast- egal, was man bläst.


  6. Hallo Tobias,

    mit deiner Odysee kann ich mich gut identifizieren, beosnders dein Fazit hat mich angesprochen und insgesamt deine Selbstreflexion. Auch ich bin zu meinen Wurzeln zurückgewechselt, nachdem ich weite Bahnöffungen gespielt habe. Zwar spiele ich nicht eine ganz enge Bahnöffung, sondern wieder mein Vandoren Kautschukmundstück T75. Mir ist vor allem das Gefüfl vo geworden und ich will mich mit einer weiten Öffnung nicht mehr „quälen“, was Atmung und Intonation betreffen.
    Für deinen Blog wünsche ich dir im neuen Jahr alles Gute!!
    Beste Grüße!
    Saxhenry


  7. Hallo Tobias,

    danke für Deinen interessanten Beitrag… Ich bin Anfänger, und es hat bei mir auch so angefangen…

    Nach dem 1en Unterricht, habe ich zu meinem Tenor den Otto Link 8 Metall gekauft, hört sich geil an – das Spielen macht mich aber platt 🙂 …Habe jetzt 4 Monate durchgehalten, werde aber etwas passenderes kaufen müssen, da ich mit Otto Link 8 nicht lange spielen kann…

    Danke, für Deine hilfreichen Beiträge! 🙂
    LG


  8. Hallo Tobias,

    das kommt mir alles sehr bekannt vor, und ich kann Dir nur beipflichten zu Deinem Artikel. Vor zig Jahren hatte ich mit der Klarinette angefangen und da gab es kein Internet und damit auch nicht so viele Kaufanimationen. Mein Lehrer hat für mich ein Mundstück gekauft „nimm das“, es war ein Zinner, und das habe ich bis zu meiner „Künstlerpause“ einfach gespielt.

    Nun wieder mit dem Sax angefangen – und die ganze Odysee fing an: Yamaha, Zinner, Rico Graftonite, Rico Metalite, Pomarico, TheSteamer, Greg Wier, Mac Heinlein, Lawrie Waldron, Selmer, ESM, Lebayle, No name Chinazeugs, Theo Wanne, Otto Link….keine Ahnung was ich nicht noch probiert / gekauft hatte.

    Witzigerweise haben meine beiden Lehrer als Hauptmundstück ein billiges Rico Graftonite in normaler Öffnung gespielt. Als Profis!

    Ich spiele jetzt ein Selmer Stentor und habe die ganze Sammlung überwiegend verkauft. Am besten wäre es gewesen, mehr zu üben und weniger durch Kauf anzunehmen, man verbessere seinen Klang. Doch leider muss man die Erfahrung immer selber machen. Mir wurde auch so geraten, aber ich wusste ja doch alles besser.

    Toller Beitrag; ich hoffe, er verhindert so einige Umwege Deiner Leser.

    lg


    • danke für das Lob, immer wieder höre ich ähnliches. Man braucht definitiv ein Setup, auf dem man sich wohl fühlt. Durchtesten lohnt sich, aber man darf sich nicht verrückt machen. Und ohne Üben bringt Materialschlacht nie etwas. Aber ab und zu, ist es auch eine schöne Motivation wieder mehr zu üben 😉

      Aber so nebenbei, kann es sein, dass da jemand zu viel in Saxwelt gelesen hat?


  9. Halo Tobias,

    klasse Arbeit von dir. Ich selbst habe genau das gleich durchgemacht.
    Bin von anfang an von dem einen auf das nächste Selmer Mundstück übergesprungen, weil mein Lehrer mir das so gesagt hatte. Ich selbst wusste nie, warum.
    Als ich irgend wann in eine Big Band gegangen bin, musste ich unbedingt ein Metallmundstück haben (wegen der Optik und dem Klang). Es hieß damals, hole dir ein Otto Link 6*. Gesagt, getan. Doch wirklich zufrieden war ich damit nie.
    Nun spiele ich auf einem Selmer D90 und habe für meine Jazz-Geschichten parallel immer noch das Otto Link Super Tonemaster 6*. Das Metallmundstück hätte ich mir eigentlich sparen können, da ich eher auf einen warmen, satten und bei Bedarf auch rauchigen Klang (Charlie Parker) stehe. Das Otto Link war dafür leider nicht die richtige Wahl.
    Ich bin noch auf der Suche nach dem richtigen Mundstück, aber bisher konnte mir eine Frage in den ganzen Blogs nicht beantwortet werden: Soll man überhaupt 2 verschiedene Mundstücke parallel spielen oder sich nur auf eines beschränken?
    Dazu muss ich noch ergänzen, dass ich hauptsächlich Blasmusik spiele und nur privat nebenbei Jazz spiele. Ich weiß nun nicht, ob ich diese zwei verschienden Musikrichtungen überhaupt mit einem Mundstück unter einen Hut bringen kann.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier einen gute Rat bekommen könnte.
    Vielen Dank


    • Doubler müssen eh verschiedene Mundstücke spielen und für Jazz und Klassik braucht man eigentlich eh zwei.
      Und viele Spieler wechseln auch hin und wieder mal das Mundstück. Einge haben auch für sehr laute Mucken noch extra Mundstücke. Nur sollte man als laie nicht ständig hin und her hopsen, Beständigkeit kann sich da auch mal auszahlen.
      Übrigens, ein gutes OL STM ist eher von der runden, warmen und rauchigen Sorte, das sind aber nicht die Adjektive mit denen ich Parker beschreiben würde, weil der eigentlich nen sehr harten und direkten Sound hatte.


  10. Hallo Mädels und Jungs,
    das mit dem Mundstück ist nur die halbe Wahrheit. Für den Ton ist man selber verantwortlich und da hilft nur üben, üben, üben. Man muss seine Muskeln trainieren und dann klappt es auch. Ich selber bin ein Jazzer und von daher habe ich schon ein paar Dinger probiert. Auf Sopran ein Dukoff, was ein schriller Klang. Die dinger mag ich eh nicht und daher habe ich alles verkauft. Auf dem Alt spiele ich ein refaced Otto Link 87er Bahn, neu versilbert und mit BG-Schraube. ein Kracher das Teil. Sehr gut zu kontrollieren und voller Klang. Auf dem Tenor spiele ich ein Otto Link 115er Bahn, neu versilbert und auch BG. Ebenso super geiler voller Klang. Wennes etwas schärfer sein soll, dan kommt das Bari 120 dran mit Stufenbaffel. Das kann richtig schreien. Auf dem Bari spiele ich Vandoren V16 122er Bahn mit BG. Auch gut aber ich werde noch ein JodyJazz DV kaufen, das knallt besser. Auf dem Tenor hatte ich auch mal ein JodyJazz HR* 7. Das war auch sehr gut aber sehr nah am OL dran. Dann habe ich noch für alle drei ein Rico Metallite aus Kunststoff mit der größten Bahn. Die Dinger sind günstig und haben auch einen sehr durchsetzungsfähigen Klang. Was will ich sagen damit? Ich habe auch schon viel probiert und es kommt immer auf einen selber an, wie kontrolliert ist mein Ansatz und was kann ich. Also komme ich wieder zu meiner Anfangsthese: üben, üben,üben. Als ich übrigens mit 14 Jahren beim Tenor von Yamaha 4C auf Otto Link STM 7* original gewechselt habe, da habe ich nach 15 Minuten hyperventiliert. Nach einem halben Jahr pro Tag 30 Minuten üben hat sich das dann gegeben und mein Ansatz und Lungenvolumen hat sich langsam gebildet.

    Grüße und immer weiter machen


  11. Und wieder ein toller Artikel! Meine Mundstückodyssee war recht kurz, zumal mir meine Eltern nur einmal eins bezahlt haben (S80 C* für´s Tenor). Ich dachte, ich müsse ein BergLarssen haben, eigentlich war das klanglich eher der Wunsch, ein Bariton haben zu müssen! Ist auch schon wieder weg. War garnicht gut. Jetzt bin ich wieder bei S80 C*/C** (für mich kein Unterschied) beim Mark7 Alto, ein Zinner 5c Metall für´n 62er Yamaha Tenor und einem 5* Otto Link für´s SA Bariton. Blätter allesamt RicoRoyal 2,5-3,5. Alles gut!


  12. PS! Ich habe ja noch ein glockiges MacHeinlein. Ab und zu mal eine schöne, brilliante Klangvariante mit richtig Druck (…die armen Trompeten..!)


  13. Hallo Tobias & weitere Interessenten,

    ich spiele seit fast 40 Jahren und bin auch immer noch bei der Suche nach DEM perfekten Mundstück. „Leider“ hat sich die Sax-Sammlung mittlerweile ausgedehnt auf das komplette Quartet >> Sopran bis Bariton was die Suche natürlich ziemlich aufwendig macht.

    Was mir aufgefallen ist, und wofür ich noch keine logische Erklärung gefunden habe, ist dass Mundstücke sich so unterschiedlich verhalten, abhängig vom musikalischen Umfeld. zB für das Alto (King super20 Silverneck) gab es lange Jahre nur das Metall Yanagisawa Mundstück. Aus lauter Jucks habe ich mir mal ein Ricoh Metalite 7 zugelegt was in der Band (viel Lärm, e-gitarre & -Bass, Sz, 3 Bläser) mehr Power hatte. Dafür aber schwierig zu intonieren war. Als es ein wenig Geld im Sparschwein gab habe ich mir ein Otto Link Tone Edge zugelegt. Stimmig hoch wie tief und im Proberaum vom Saxophonladen auch ordentlich laut…… bis ich mal wieder in der Band spielte. Da blieb vom Power so gar nix mehr übrig.

    Das gleiche Thema beim Bariton. Knattert bei mir im Keller dermaßen laut (Otto Link Super Tonemaster) dass sich de Nachbarn beschweren. In der Band allerdings stecke ich das Mikrofon am liebsten in den Becher weil ich ansonsten kaum hörbar bin. Mit dem Alto trete ich vom gleichen Mikrofon eher 30cm zurück.

    Blenden sich bestimmte Tonhöhen mehr oder weniger ein in das Akustische Umfeld, oder was für eine Erklärung hättest du?

    Danke und weiter so mit dem Forum!
    Arthur


  14. Kann es sein, dass Du einen Vater hast, der auch ein begeisterter Klarinetten-spieler war? Wenn ja, und wenn es ihm noch gutgeht, dann sage ihm liebe grüße von mir. Wir waren mal gut befreundet und haben uns toll verstanden. Seine Malerei, das Schach, also nicht nur die Klarinette. Und ich habe ihm in München Schwabing sogar mal einen kleinen VW-Campingbus abgekauft. Ich würde mich riesig freuen, etwas von ihm zu hören. Ich dachte, Du müsstest ihn kennen, denn derselbe Name und dasselbe Hobby . . . Falls Du meine E-Mail-Adresse unten nicht lesen kannst: juergen.rauscher314@gmx.de. Alles Gute auch für Dich! In Olching zuhause.


  15. Hallo Tobias

    ich habe auch einiges ausprobiert. Vor drei Jahren habe ich mich intensiv mit Saxofonmundstücken auseinandergesetzt. Ich produzierte dann etwa 10 Sopransaxmundstücke selber. Dies konnte ich, weil ich ursprünglich Mechaniker gelernt habe und eine gut ausgerüstete Werkstatt besitze.
    Mein Mundstück habe ich gefunden: Marke Eigenbau in Chromstahl!
    Würde es nie mehr hergeben. Es stimmt für mich absolut top, da ich es für meine Verhältnisse spezifisch gefertigt habe.
    Freundliche Grüsse

    Roli


  16. Hallo Tobias, hallo alle Tenoristen,
    das Tenor ist am empfindlichsten für das Mdst. Ich fing mit Berg Larsen vor 52 Jahren an und habe auch eine Odyssee hinter mir. Dann traf ich vor einigen Monaten einen Sammler von Mdsten. oder auch Spieler, der hatte einen kleinen Schrank voll von den Dingern. Nach kurzem Proben gefiel mir am Besten ein Phil-Tone Eclipse (in Deutschland offenbar nicht gehandelt, aber Tonprobe im Net), kostet in USA 325 Dollar, Versand nochmal 50 Dollar. Ich bekam es billiger, war wie neu. Bei jeder Probe flippe ich aus über den Klang. Ist Euch auch aufgefallen, dass die „Großen“ mit Kautschuk-Mdsten.den besten Klang haben (Zoot Sims, Joshua Redman, Johannes Enders, Klaus Doldinger, Al Cohn, toll: Kenny Garrett und all die Früheren, z.B. Coleman Hawkins)? Ist aber auch mit Metall zu machen: Branford Marsalis, George Garzone, Michael Brecker, Benny Golson, Jan Garbarek usf. Also: aussuchen, üben und evtl. wieder verkaufen. Großer Fehler: Mdst. des Vorbilds kaufen. Leider, Gruß Wolfgang

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