Natürliche Eleganz – die neue Abelet Holzblattschraube

Alto sax abelet XN ligatureMein Faible für Blattschrauben dürfte kein Geheimnis mehr sein. Dementsprechend erfreut hat mich dann vor einiger Zeit eine Email aus Straßburg. Und zwar hat mir Benoit Tissier geschrieben und gefragt, ob ich nicht seine neue Blattschraube mal ausprobieren wollte. Nach einem kurzen Blick auf die Homepage war ich sofort angefixt. Ein paar Tage später hatte ich dann auch 4 Blattschrauben zum testen da. Je zwei für Tenor und Alto, jeweils in M und L in Nussbaum und Bubinga.

Ja, ganz genau, es handelt sich um Holzblattschrauben. Ein eher seltenes Material unter den Ligaturen. Bisher gab es nur diese Holzringe, die zwar recht hübsch waren, aber erstens oft sehr starr im Verhalten und unflexibel in der Größe.

Dies ist hier nicht der Fall und jetzt mache ich mal was ungewöhnliches und nehme das Ergebnis vorweg: Die Abelet ist eine der besten Blattschrauben, die ich je in den Händen gehabt habe.

Optisch ist die Abelet ein echtes Schmuckstück. Tatsächlich kenne ich von der Verarbeitung her keine andere Blattschraube, die so perfekt konstruiert/designt aussieht. Dafür schon mal ein großes Kompliment. Das Holz sieht verdammt edel aus und die vergoldeten Metallteile sind auch klar und einfach in Form.
Aber auch bei der Funktionalität hat sich der Herr Tissier was bei gedacht.
Das Handling ist unkompliziert: draufschieben und zudrehen. Dass das oft auch eine Fummelei sein kann, wissen Besitzer der Francois Louis Blattschrauben sehr gut.
Ich hatte auch keinerlei Probleme mit den Größen. Die Alto L passte auf alle meine Altomundstücke und selbst auf mein Klarinettenmundstück. Es gibt also noch eine gewisse Flexibilität in diesem Punkt.

Tenor Bubinga + platesIch bin an sich ein Fan von dem System einer zentralen Schraube direkt unter dem Blatt, da so das Blatt mittig direkt angedrückt wird und die Andruckplatte relativ frei schwingen kann.
Ein weiteres tolles Feature sind die drei verschiedenen Andruckplatten, mit denen man den Klang der Schraube noch variieren kann. Wie die Platten aufliegen und getauscht werden scheint auch wie aus dem Designlehrbuch. (eine Videoanleitung gibt es auf der Homepage).
Übrigens zur Blattschraube kommt auch ein schicker Samtbeutel zur Aufbewahrung, der an der Außenseite noch drei Extrafächer zur Aufbewahrung der verschiedenen Andruckplatten hat.

Würde die Blattschraube nicht auch gut klingen, wäre ich nicht so begeistert. Tatsächlich hört man einen gewissen Holzcharakter raus. Dieser ist wärmer, ausgeglichener als Ligaturen aus Metall und hat eine schöne eigene Färbung. Irgendwie organischer, ähnlich wie die Lederblattschrauben, ohne aber gleich so dämpfend/schluckend zu sein, wie diese.
Die Ansprache ist sehr gut, zwar nicht ganz so fix wie bei einer leichten Metallligatur dafür aber natürlicher.
Der Soundunterschied zwischen Bubinga und Nußbaum ist meiner Meinung nach hörbar aber nicht so deutlich wie zwischen den verschiedenen Andruckplatten. Bubinga ist etwas resonanter. Damit meine ich, dass einzelne Frequenzen deutlicher zu tage treten und man so etwas mehr Charakter hat. Nußbaum empfand ich als etwas runderer/homogener – quasi die Klassikvariante.
Die drei Platten unterscheiden sich in ihrer Form, also wie das Blatt darauf liegt. Die erste eine V-Form, das Blatt berührt diese also auf zwei Linien. Das hat einen deutlich resonanteren Klang zur Folge.
Die zweite Platte bietet nur 4 Punkte, auf denen das Blatt aufliegt. Der Klang ist deutlich brillanter/strahlender und hat mehr Biss. Man merkt auch eine etwas freiere Ansprache.
Die dritte Platte ist der Mittelweg und bietet so einen schönen ausgeglichen runden Klang.
Aber um das zu relativieren, es handelt sich hierbei um hörbare Nuancen zur Feinabstimmung. Auch diese Blattschraube bringt es nicht fertig, einen auf wundersame art und Weise besser klingen zu lassen.

Resumé
Wie gesagt, eine der besten Blattschrauben, die ich bisher hatte. Auf dem Tenor hat sie meine Bronce Felxitone gerade abgelöst. Auf dem Alto habe ich meine heißgeliebte Forestoneblattschraube, aber bei bestimmten Situationen packe ich jetzt auch gerne diese mal drauf.
Üblicherweise kommt hier an der Stelle ein Satz wie „leider ist das gute Ding nicht ganz billig“. ABER bei 68,- kann man für diese Blattschraube wirklich nicht meckern. Sie orientiert sich mit dem Preis an ähnlichen hochpreisigen Blattschrauben wie Vandoren Optimum und Co. Ich nehme aber stark, dass die Produktion deutlich teurer sein dürften.

Leider gibt es sie noch nicht in den Läden, aber man kann sie direkt auf der Homepage des Herstellers bestellen:

http://www.abelet.com/

 

2 Gedanken zu „Natürliche Eleganz – die neue Abelet Holzblattschraube


  1. Do you have information on this mouthpiece in English. If you do, I would like to receive information on this mouth piece.

    Sincerely,

    C. Greggs

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