Landesjugendjazzorchester

Mama, wo kommen eigentlich die kleinen Jazzer her?

In Zeiten von DSDS und Gangstaaaarap ist es eigentlich verwunderlich, dass es immer noch Jugendliche gibt die sich ernster und anspruchsvoller Musik widmen, ja sogar dem Jazz!
Neben Wettbewerben  wie „Jugend Musiziert“ und „Jugend jazzt“ gibt es noch die Landesjugendensembles in denen der musikalische Nachwuchs gefördert wird.
Fast jedes Bundesland besitzt ein Landesjugend-Orchester, ein Landesjugend-Chor und ein Landesjugend-Jazz-Orchester (bzw. Landesjugend-BigBand). In einigen gibt es sogar Landesjugendzupforchester.

Exemplarisch an der BigBand läuft es so ab: mitmachen kann jeder, der fit auf seinem Instrument und unter 26 ist, sowie aus dem jeweiligen Bundesland kommt.
Meist im Frühjahr gibt es einen freien Workshop bei dem geschaut wird, wer fit genug für die Band ist. Zweimal mal im Jahr gibt es eine einwöchige Proben- und Konzertphase (logischerweise in den Ferien). Betreut werden die Musiker durch hochkarätige Dozenten, die nicht selten Professuren an den Hochschulen haben.
Zusammen wird dann ein interessantes und anspruchsvolles Programm erarbeitet und danach geht man auf eine kleine Tournee durch das Bundesland. Die Konzerte sind eigentlich immer sehr lohnend, denn neben dem spannenden Programm und den guten Musikern macht vor allem das Feuer „der jungen Wilden“ Spaß. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Jazzstudenten ihre Wurzeln in den LJJOs haben.

Jedoch gibt es regionale Unterschiede. In einem dicht bewohnten Bundesland mit einer stark ausgeprägten Jazzszene gibt es viele fähige Jungmusiker, während in anderen dünner besiedelten Ländern  die Bands doch mal Probleme haben, alle Plätze ausreichend zu besetzen.

Für die Besten der Besten gibt es noch das berühmte BuJazzO, welches jahrelang vom vor kurzem leider verstorbenen Peter Herbolzheimer geleitet worden ist.

Ich habe gerade das Vergnügen in der Landesjugendbigband Thüringen am Bari aushelfen zu dürfen (bin ja selber zu alt) und dieses Wochende geht es auf eine kleine Konzerttournee. Unter der Leitung von Georg Maus werden sowohl Klassiker Sammy Nestico gespielt wie auch moderne Kompositionen deutscher Arrangeure, zum Beispiel Florian Ross und Tim Jäkel.
Für die Thüringer Leser hier, die ihre eigenen zukünftigen Jazzstars hören wollen gibt es nun folgende Gelegenheiten im Rahmen der Thüringer Jazzmeile bei denen man sich zu überzeugen kann, dass zumindest ein Teil seiner Steuern gut angelegt ist:

27.10. Erfurt im Gewerkschaftshaus

28.10 Gera im Clubzentrum

30.10 Ilmenau im Audimax

Alle Konzerte beginnen 20:00 Uhr.

Mehr Infos gibt aus der Homepage der Bigband:
http://www.ljbb-thueringen.de/

Auch in den anderen Bundesländern sollte man mal in die jeweiligen Jazzankündigungen schauen, denn aufgrund der Ferien ist wieder allgemeine Konzertzeit der LJJOs.

PS: Die Konzerttour ist nun leider vorbei. Wer nicht gekommen ist, ist selber schuld. Es gibt aber reichlich hübsche Bilder auf Facebook.

 

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