Pimp my Sax – Tuning von Schucht bis Klangbogen

Ein Thema erfreut sich immer größerer Beliebtheit: das Saxophontuning. Die Meinungen sind teilweise sehr kontrovers; einige sind davon total begeistert und geben recht viel Geld dafür aus, andere sind skeptisch und halten es für Geldverschwendung und reines Voodoo.

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Doch viele von denen haben diese Produkte nie wirklich in der Hand gehabt. Ich habe mit verschieden Tuningprodukten experimentiert und verwende einige auch an meinen Saxophonen. Ich werde hier also von meine Erfahrungen und Meinung erzählen.

Vorweg ganz allgemein, keines dieser Teile bewirkt irgendwelche Wunder und nimmt einen das Üben auf dem Weg zum guten Ton ab. Wir sprechen hier meist von feinen Nuancen, die es dem Spieler erlauben sein Material dahingehend etwas zu verändern noch Kleinigkeiten in seinem Sound anzupassen. Es macht also meiner Ansicht nach keinen Sinn, damit groß rum zu experimentieren, wenn man sich sich mit Saxophon und Mundstück noch nicht wirklich eingelebt hat.

Ich habe das meiste an verschiedenen Saxophonen und auch verschiedenen Spielern ausprobiert und dabei folgendes festgestellt. Die Produkte erzielen nicht immer die gleiche Wirkung. Die Ergebnisse hängen von Spieler und Saxophon ab und reichen von besser, bis nur anders zu gar keinem Unterschied. Ich hatte sogar Fälle, bei denen das Anbauteil zu einer erheblichen Verschlechterung führte.
Kurz, die meisten Tuningteile haben in der Tat einen Effekt, sind also keine reine Geldmache. Dennoch besonders Preisgünstig sind sie nicht. Ein Mundstück für den Preis eines Daumenhakens dürfte oft größere Veränderungen bringen. Jeder Spieler muß also für sich selber beurteilen, ob der Effekt für ihn das Geld wert ist.

Wer sich fragt, wie diese Teile überhaupt funktionieren können, sollte einen Blick in meinen Beitrag über das Material rein werfen.

Klangbogen

Der von Torsten Köhler entwickelte Klangbogen wird in die Marschgabelhalterung eingeklemmt und hat meiner Ansicht nach unter den Tuningprodukten noch mit die größte Wirkung. Den Bogen gibt es in vier verschiedenen Finishes, welche Tatsächlich nochmal leicht anders klingen. Mir und auch einigen anderen Spieler hat die versilberte Variante am besten gefallen.

Der Klang wird etwas breiter, weiter und voller und die scharfen Obertöne werden etwas abgedämpft. Auf der Herstellerseite sind sogar ein paar Frequenzgraphen eines Tones abgebildet, auf denen man auch auch den gehörten Effekt wissenschaftlich gemessen sehen kann.

http://www.klangbogen.de/


Schucht Sax Technologie

Tino Schucht kommt ursprünglich aus dem Trompetenbaubereich, in dem das Prinzip Resonazgewichte schon lange kein Geheimnis mehr ist. Neben seinen erstklassigen S-Bögen stellt er auch noch Daumenhaken, den Soundexpander und Klappenschutzbeche her. Seine Produkte werden inzwischen von einer Reihe recht prominenter Saxophonisten genutzt. Persönlich nutze ich den Soundexpander und den Daumenhaken Modell Phillipp in einer versilberten Variante. Als ich noch mit meinem Selmer spielte war ich auch begeisterter Nutzer des AN-1 S-Bogens. Mit Tino hatte ich immer einen sehr netten und zuvorkommenden Kontakt.

http://www.schuchtsaxtechnology.com/

Daumenhaken

Von den drei Produkten würde ich meinen, dass der Haken den größten Effekt hatte. Die tiefen sprechen besser an und klingen nicht mehr ganz so röhrend. Der Sound wird größer und gewinnt an Charakter. Bei mir auf dem Alto, veränderte der Philipp den Sound etwas in Richtung Tenor. Als ich bei einer Probe den Haken neu dran hatte, meinte der Baritonist, ohne zu wissen was neu ist, „Hast du ein neues Mundstück, klingst heute besser als sonst“.
Es gibt verschiedene Modelle, die alle etwas unterschiedlich klingen. Einer hatte ein deutlich klassischeren Touch und mein Favorit Philipp (auch leider der teuerste unter den Haken) verursacht sehr interessant grobe Klangstrukturen.

Soundexpander

Dieser wird in diese Dreipunktverbindung von Korpus und Trichter eingespannt. Das Saxophon gewinnt mehr Charakter und mehr Kern. So reizvoll finde ich den Effekt, dass bei schnellen Läufen, die Töne klarer von einander getrennt werden. Die Appregien „perlen“ mehr und verschwimmen nicht mehr.

Klappenschutzblech

Bei meinen Test an meiner Serie III habe ich damals nicht wirklich etwas gehört, und die meisten Aussagen dazu, dass der Effekt eher kleiner ist im Vergleich zu Haken und Expander.

P-Ligging

Dies ist die Idee von meinem Freund prinzipal und ist eine etwas kostengünstigere Pimp my Sax Methode.

Man braucht dafür nur ein Stück Lederschnur. Diese wird ca. 1cm hinter dem S-Bogenkork 2-4 mal möglichst fest und stramm um den S-Bogen gewickelt und festgeknotet.

Der Größe des Effektes kann sich je nach Saxophonmodel unterscheiden. Je billiger und tiefer das Sax, desto größer der Effekt. Auf dem Bari war es ein kleines Wunder, was ein Stück Lederschnur ausmachen kann. Auf dem Sopran, gab es keinen Unterschied.

Die Schnur unterdrückt gewisse Schwingungen im S-Bogen, wodurch sich Ansprach und Klang etwas verändern.

Man hat einen leicht höheren Blaswiederstand (kann auch ein Nachteil sein) wodurch es zu einer höheren Lautstärke kommt. Zudem klingt das das Sax etwas weniger schrill und dafür voller.

Es gibt noch andere Tuningprodukte, wie die Resonanzringe, die Saxxpoon, den Neckenhancer. Aber die Teile hatte ich noch nicht selber in der Hand und möchte daher auch keine Einschätzung zu denen abgeben.

Jedoch ist es so, dass die Schuchtprodukte und der Klangbogen nicht ganz zu unrecht in der Szene recht bekannt sind und einen guten Ruf haben.
Ich hoffe ich habe euch zu einer besseren Einschätzung dieser Produkte geholfen und vielleicht habe ich den ein oder anderen fortgeschrittenen Spieler neugierig gemacht, vielleicht noch seine eigenen Erfahrungen zu machen.

Wenn ihr bereits welche gemacht habt oder noch Fragen dazu, würde ich mich über ein paar Kommentare hier freuen.

Selmer Mark VI – doch nur ein Mythos?

Immer und überall in der Saxophonistenszene fällt zwangsläufig in einer Diskussion das “Mark VI”. Es scheint omnipräsent zu sein und mir geht es zunehmend auf die Nerven. Deshalb möchte ich heute mal in diesem Thema aufräumen. Ich werde über ganz rationale Gründe über den Erfolg des Mark VI reden, diverse Gedanken über verschiedene Aspekte des Mythos verlieren und mich mit der Krux dieser übertriebenen Glorifizierung befassen.

Wenn man Saxophonisten nach dem „besten Saxophon fragt“ kommt sehr oft die Antwort „Mark VI“. Verwunderlich ist dann aber, dass alle Saxophonisten (Jazz) ganz individuell klingen wollen und die gängige Meinung über das Equipment ist, dass es eine ganz individuelle Sache sei und es bei keinem gleich zusammen passt.
Also jeder Saxophonist muß sein Equipment finden und alle klingen sie auf ihren Mark VI total unterschiedlich und individuell?

Zuerst muß ich hier aber auch sagen, dass selbst heutzutage die meisten Mark VI doch ganz gute Hörner sind, einige von ihnen sogar fantastisch; aber die besten? Ich meine: bei weitem nicht.
Aber wie kam es zu diesem gigantischem Erfolg und auch dem Mythos?

Ich glaube, da muß man wahrscheinlich im Jahre 1954 anfangen, dem Jahr an dem das Mark VI herauskam. Selmer war schon vorher bekannt und hat wie heute sehr gute Saxophone für den professionellen Bereich gebaut, die sich sowohl für Klassik wie auch Jazz eigneten. Jedoch war das Mark VI damals eine kleine Revolution. Es hatte damals mit Abstand die beste Mechanik. Klanglich spielte es auch ganz oben mit, wobei man aber ganz klar sagen muß, dass es zu der Zeit auch sehr gut klingende amerikanische Hörner gab (hier möchte ich z.B. das legendäre King S20 (Parker und Cannonball spielten es) erwähnen, welches mich persönlich vom Klang mehr anspricht).
Nun war aber noch in der frühen Nachkriegszeit die europäische Wirtschaft noch nicht so stark wie die Amerikanische, weshalb der Dollar deutlich mehr wert war als die französische Währung, wodurch das Mark VI auf dem amerikanischen Markt unschlagbar billig wurde.

Guter Klang, fantastische Mechanik und dazu ein unschlagbarer Preis; logisch, dass die ganzen Jazzer, die nie wirklich im Ruf standen, besonders vermögend zu sein, scharenweise auf das Mark VI gestiegen sind.

Da auch die Größen der Szene nun Mark VI spielten, wollte natürlich ihre Nachahmer, die genauso klingen möchten, auch alle ein Mark VI (das gilt auch heute noch so), vergessen dabei aber oft, dass für den Klang der Jazzlegenden wahrscheinlich eher deren jahrelanges Üben und Spielen verantwortlich sind, gefolgt von ihrer anatomischen Gegebenheiten und Blatt und Mundstück dürften auch noch ihr übriges dazu getan haben.

Wie dem auch sei, das Mark VI wurde damals zum Verkaufsschlager und wurde auch lange produziert. Teilweise wurden aufgrund der Nachfrage die Saxophone in die USA nur in Teilen endgefertigt, wodurch es zu den USA Lack und Gravierungen kam. Die restlichen amerikanischen Saxfirmen konnten damit nicht mithalten und machten Reihenweise ihre Produktionen dicht. Sehr schade. Und auch in Frankreich und dem Rest Europas hatten Konkurenzfirmen wenig Erfolg. Der Markt wurde recht einseitig und lange gab es kaum wirkliche Alternativen. Die Amis waren weg, die Japaner noch nicht da oder fertigten nur  auf Schülerniveau und Taiwan kam erst jetzt vor kurzem richtig auf den Markt mit brauchbaren Saxophonen. Einzig Keilwerth schien sich halten zu können.
Also auch kein Wunder, dass zeitweise fast alle Profis Selmer spielten.

Das Mark VI wurde dann von dem zu unrecht ungeliebten Mark VII abgelöst. Es war nicht wirklich besser, aber auf keinen Fall schlechter, nur moderner. Dabei waren die frühen Mark VII den späten Mark VI sehr ähnlich. Da es die hohen Erwartungen an den Mark VI Nachfolger nicht gerecht werden konnten, fiel es in Ungnade bei der Saxgemeinde (die Mark VII sind immer noch underpriced). Selbst heute muß sich Selmer immer wieder anhören, dass ihre neuen Hörner alle schlechter als das Mark VI seien.

Ein weiterer Grund für die heutige Beliebtheit, den ich persönlich gut nachvollziehen kann, ist dessen einmalige Verbindung von einem Vintageklang mit einer modernen Mechanik.
Tatsächlich ist das Mark VI der Prototyp der heutigen Hörner. Die Mechanik wurde zum Standard und auch das Klangideal orientierte sich sehr am französischen eher schlanken Ton mit dem leichten Näseln. Die Japaner kopierten anfangs ausschließlich Selmer. Sehr schade um den breiten fetten Sound der Amihörner. Dies ist meiner Ansicht nach auch ein Grund für den blühenden Vintagemarkt, weil es tatsächlich lange nichts mit dieser schönen Klangrichtung gab und man zwangsläufig auf die alten Geräte zurückgreifen mußte.

Aber nicht nur die Asiaten kopierten. Es gibt auf dem Markt unendlich viele Hörner, die Mark VI Kopien sein sollen. Als die besten gelten das Yamaha 62, das Selmer USA Omega, B&S Medusa, P.Mauriat System 76, Brancher und sogar Selmer kopiert sich mit dem Reference 54 selber.

Der vergleich mit dem Mark VI ist auch bei der Bewertung eines Saxes quasi obligatorisch. Je „Mark sexier“ etwas ist, desto besser.
Aber nach der Mark VI Fangemeinde erreicht keines von denen die Klasse, Charakter, Seele (oder was auch immer) des Originales. Viele meinen wirklich, dass mit dem Mark VI die Entwicklung des Saxophones abgeschlossen sei und danach die neuen Instrumente immer nur schlechter geworden sind. Ich denke hier sogar schon eine Art kleinen Fanatismus zu erkennen.

Zudem verwundert es mich, das keines der genannten Hörner wirklich ähnlich klingt, was mich mal zwangsläufiger zu der an sich einfachen Frage führte: „Wie klingt ein Mark VI denn nun eigentlich?“
Merkwürdigerweise bekommt man darauf sehr verschiedene Antworten und die Mark VI Spieler loben recht unterschiedliche Vorzüge ihres Horns. Von kräftig und hell über straight und kernig sowie charakteristisch und breit bis hin zu weich und dunkel.
Kann es vielleicht sein, dass es gar keinen einen Mark VI Sound gibt?
Wie kommt das? Dafür gibt es einige Erklärungen die eigentlich sogar auf Hand liegen.
Zunächst hat Selmer selbst heute noch ein kleines Problem mit der Produktionskonsistenz. Die Saxophone fallen trotz gleichen Modelles oft sehr unterschiedlich aus. Das war früher bestimmt nicht besser.
Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass die Instrumente schon alt sind. Ein Instrument verändert sich durch die Abnutzung, jede Generalüberholung. Andere Polster, andere Resonatoren und dann vielleicht noch neulackiert; schon hat man ein ganz anders klingendes Saxophon.
Ich muß zugeben, dass ich nicht der Mark VI Fachman bin, und vielleicht noch keine 100 Mark VI angespielt habe, jedoch waren die alle immer sehr verschieden, selten entsprachen sie ihrem Ruf und nur eines hatte mich vom Klang wirklich umgehauen, welches aber deutliche Intonationsprobleme hatte.

Ein weiterer Hauptgrund für dieses Klangspektrum liegt auch im langem Zeitraum, in dem es gebaut worden ist. In über 20 Jahren wurde das Mark VI nicht konstant gleich gebaut. Das Mark VI gab es ja sowieso in verschiedenen Varianten – mit oder ohne Hoch Fis, Altos mit Tief A, europäische oder amerikanische Variante, ich habe sogar eines im originalem lila Lack angespielt – sondern es wurden auch viele bautechnische Details verändert, Knie, S-Bögen, Mensuren, Material. Eine der kuriosten Legenden, die mir dazu zu Ohren kamen, war, dass man ursprünglich als Material Metall aus wieder eingeschmolzenen Kanonrohren aus dem zweiten Weltkrieg genommen hat (daher wahrscheinlich auch der bombastische Sound). Nachdem dieses Metall verbraucht war, wurden die Mark VI schlechter…

Aufgrund dieser baulichen Unterschiede kommt das Gerede über die Seriennummern zustande; dass es bestimmte Reihen gibt, die besonders gut seien. Aber die wenigsten kennen sich bei diesem Thema wirklich aus, zudem ist das oft eine Geschmacksfrage, was den nun besser klingt und zuletzt halte ich das wegen der Selmer naturellen Fertigungsschwankung und dem Zahn der Zeit für überhaupt nicht aussagekräftig.

So etwas ist dann nur wichtig, für die Sammler. Das sind auch die, die die Preise so hoch treiben. Persönlich finde ich, dass der gezahlte Preis in keiner Relation zu spielerischen Aspekten steht. Das Mark VI ist nicht so teuer, weil es so gut ist, sondern so gefragt.
Seriennummern, die angeblich besonders gut sind, erzielen hohe Preise. Begehrt sind die „5-digit“ (also nur fünfstellige Seriennummer). Ich bin überzeugt, dass hat nichts damit zu tun, dass die besser sind, sondern nur seltener. Aber da jetzt viele jetzt ein 5-digit Horn haben, ist das auch nicht mehr „hip“. Der neue Trend geht zum Selmer SBA. Die sind noch seltener.

Und was den Markt angeht; habt ihr euch noch nie gefragt, warum so viele Mark VI zum verkauf stehen, wenn es doch das beste Horn ist? Deshalb solltet ihr immer fragen, wenn euch eines angeboten wird, wer denn gestorben ist. Wenn die Antwort lautet: „Der Opa, der hat noch mit Miles und Coltrane auf der Bühne gestanden“ ist das ein Zeichen für ein gutes Saxophon, wenn die Antwort hingegen „Keiner“ ist, sollte euch das zu denken geben, warum dieses Sax eigentlich verkauft wird. Und seid gewarnt, viele Ebay Dachbodenfunde sind in Wahrheit nur Kellerausmistungen.

Viele Fans führen gerne an, dass auch heute noch die meisten Profis Mark VI spielen.
Die angehenden Jazzgöttern waren auch nicht vor dieser Selmerindoktrinierung gefeit. An den Musikhochschulen spielten die Dozenten und Lehrer die Teile und so dann auch die Studenten und wie bereits oben erwähnt, gab es lange Zeit auch nicht wirklich viele Alternativen.
Von Maceo Parker gibt es eine Aussage (in einer Sonic Ausgabe), wie er denn zu seinem Mark VI gekommen ist. Sinngemäß: „Damals spielten alle meine Vorbilder ein Mark VI. Ich dachte mir, wenn die das spielen ist das Horn auch gut genug für mich“.
Und warum sollten diese Leute nach 20 Jahren, nachdem sie sich auf diesem ihrem Horn eingespielt haben, jede Eigenart kenne und darauf ihren Sound entwickelt haben, wechseln, auf ein Horn, dass vielleicht objektiv etwas besser klingt und besser Intoniert, wenn sie dann nochmal 5 Jahre brauchen um sich so darauf einzuspielen, damit sie wieder auf ihren heutigen Stand kommen?

Zudem häufen sich Beispiele von jüngeren Profis die von ihren Mark VI auf die modernen Hörner der nächsten Generation wechseln. Wie oft da nun ein Endorsementvertrag mit Yamaha oder P.Mauriat dahinter steckt, wollen wir uns gar nicht fragen.

Vielen Mark VI Fans wird vieles was hier steht wahrscheinlich sehr aufstoßen, dabei ist es gar nicht meine Absicht, das an sich immer noch gute Horn irgendwie schlecht zu reden. Ich wollte nur einmal mit dem größten Mist, der darüber erzählt wird aufräumen, und ich hoffe, dass so manch ein Neuling in dieser Thematik ein etwas realistischeres Bild oder zumindest mal eine Gegenposition bekommen hat.

Eine Frage des Materials??

Immer wieder taucht die Diskussion darüber auf, ob und wie weit das Material des Saxophones, dessen Finish und diverse Anbauteile irgendeinen klanglichen Einfluß haben. Oft werden die Diskussionen darüber sehr hitzig geführt und die Lager spalten sich in die Gläubigen und diejenigen, die meinen, dass es keinen Unterschied macht.

Ich werde hier meine Meinungen, Erfahrungen und Gedanken sowie eine oberflächliche physikalische Erklärung schreiben.

Vorweg muß ich aber erwähnen, dass der einzige harte Fakt zu diesem Thema ist, dass es keinen über allen Zweifeln erhabenen harten Fakt zu diesem Thema gibt.

Ich persönlich, bin zum Schluß gekommen (und sehe das mehr als nur eine Meinung, sondern ich meine zu wissen): Yes, material matters!

Es gibt immer mal wieder irgendwelchen „wissenschaftlichen“ Untersuchungen und Messungen und Spektrenanalysen die durchs Netz geistern. Es gibt oft Ergebnisse wie, „Da gibt es einen minimalen Unterschied im Spektrum, aber der ist so minimal, dass er nicht hörbar sein kann“.

Man sollte sich bewußt sein, dass wir eh um eher kleine Unterschiede reden. Würde man das Frequenzspektrum um ein paar Prozent ändern, würde das Sax wie eine Geige klingen. Minimale Unterschiede können durchaus hörbar sein. Vertraut euren Ohren, immerhin geht es hier um Musik.

Aber der Punkt ist, dass sehr oft hinter diesen Untersuchungen (egal für welche Seite) oft schon eine vorgefasste Meinung steckt und die Ergebnisse gerne dahingehend interpretiert werden. Oft wird den Firmen auch vorgeworfen, dass das ganze Gerede um das Material und Finish nur ein Marketingtrick sei.

Persönlich halte ich es für eine gute Idee, erstmal auf erfahrene Spieler und Instrumentenbaumeister zu hören (auch Instrumenten übergreifend) und massig eigene Erfahrungen zu sammeln.

Frage doch mal einen professionellen Blockflötisten (ein schon sehr lange ausgereiftes Instrument) nach dem Einfluß des Holzes oder einen Trompeter nach Massenergänzungen für seine Kanne.

Systematik

Wichtig bleibt aber, dass ihr wirklich offen eure Klangtests angeht. Leicht passiert es, wenn man ein Goldlackinstrument gegen ein Silbernes spielt, dass man alleine durch das Aussehen fehlgeleitet wird und man meint, das Instrument klingt heller. Geübte Ohren, stehen da eigentlich drüber. Lasst euch also auch nicht einreden, dass ihr euch alles nur einbildet und nur Blindtest das wahre sind.

Dieser Effekt funktioniert auch anders rum. Wenn man überzeugt ist, dass dort kein Effekt sein kann, wird man auch nichts hören; da nützen auch Blindtests nichts.

Das Ohr muß erst sensibilisiert werden, um wirklich alle Nuancen hören zu können und das kann oft ein paar Jahre dauern. Also lasst auch nichts von irgendwelchen Besserwissern sagen, die wahrscheinlich wirklich nichts hören können.

Ihr dürft aber auch nicht, aus zwei oder drei Vergleichen eure Schlüsse ziehen, da zwei gleiche Saxophone aus der gleichen Reihe schon sehr verschieden klingen können (Selmer ist z.B. so ein Kandidat mit recht hohen Schwankungen). Woher weiß man dann, dass der gehörte Unterschied wirklich am Finish liegt und nicht an an irgendwelchen Fertigungschwankungen?

Wenn man hunderte von Saxophonen gespielt hat, und das bei verschiedensten Herstellern die ganze Produktpallette und die unterschiedlichen Finishes, dann kann man klare Tendenzen feststellen.

So klingt’s

Dies ist so die Quintessenz was bei meinem ganzen “Rumgeteste” raus gekommen ist. Es deckt sich auch mit den Aussagen vieler anderer Musiker, Kollegen und Experten.

Vorweg möchte ich aber nochmal deutlich erwähnen, dass der Hauptfaktor für den Sound des Saxophones die Innenmensur ist. Erst deutlich dahinter kommt dann das Material des Saxes und zuletzt dessen Finish.

Bronze/Kupfer: Klingt weicher und etwas dunkler aber auch farbiger als Messing. Oft empfinde ich den Klang von Bronzeinstrumenten als hochwertiger, aber es ist auch eine Geschmackssache, ob man auf diesen weicheren Sound steht.

Silber: Klingt weicher aber heller und strahlender als Messing. Es hat auf jeden Fall eine höhere Klangqualität. Silberinstrumente sind in der Klassik recht beliebt.

Neusilber: Das ist eine Messingvariante mit hohem Nickelanteil. Es klingt heller und vor allem härter und direkter.

Finishes sind für mich – bildlich gesprochen – in etwa der Rahmen für den Sound des Saxes:

Unlackiert: Ist jetzt wieder der neuste Trend durch den Vintagewahn. Der Klang geht deutlich mehr in die Breite und wird „süffiger“. Verliert aber auch ein wenig an Kern (ein Grund, warum es kaum unlackierte Baris gibt)

Lack: Macht den Sound kompakter aber dämpft auch ein wenig. Verschiedene Lacke können auch sehr unterschiedlich klingen. Man muß nur die schwarze Gummilackvariante der Yamahas mit der Normalen vergleichen.

Vernickelt: kompakter Sound, aber nicht gedämpft, sehr direkt, fast schon hart.

Versilbert: der Sound wird heller und transparenter und strahlender.

Vergoldung: der Sound wird reicher, wärmer und etwas weicher, aber ohne die Dämpfung wie bei einer Lackierung.

Ein weiteres Kapitel sind diverse Anbauteile die es auf dem Markt gibt. Man spricht hier von Resonanzgewichten. Bei Trompetern ist das schon lange kein Geheimnis mehr. Cannonball platziert Halbedelsteine auf ihre S-Bögen und das nicht nur aus ästhetischen Gründen. Keilwerth redet von einem deutlcihen Soundunterschied durch die Bördelringe, Meine Experimente haben gezeigt, dass sogar ein Stück Lederschnur (das von prinzipal erfundene P-Ligging) an der richtigen Stelle einen hörbaren Einfluß haben kann. Über das ganze „Pimp my Sax“-Gedöns werde ich bei Zeiten einen eigenen Artikel zu schreiben. Ihr müßt mal die gesamte Mechanik der tiefen Töne abbauen. Das Sax (also die restlichen Töne) klingen total anders. Jedes Anbauteil am Sax wirkt sich irgendwie aus.

Wie kann das funktionieren?

Diese pseudophysikalsiche Erklärung erhebt keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit. Sie ist eher eine oberflächliche kurze Zusammenfassung, was ich über die Akustik des Saxophones weiß, Aussagen eines Saxophon spielenden Physiker im Forum und logischen Überlegungen meinerseits. Bisher hat sie gut funktioniert und dürfte wahrscheinlich auch vielen anderen zum Verständnis helfen.

Es ist nicht so, wie ab und zu gedacht wird, dass das Sax mitschwingt und diese Schwingungen (wie bei einer Geige oder Klavier) den Sound verstärken oder zusätzlich klingen. Das einzige, was bei dem Saxophon klingt, ist die Luftsäule. Es muß also eine Zusammenhang zwischen Luftsäule und Saxophonschwingungenen geben.

Das das Sax schwingt ist unbestreitbar. Man spürt es sogar, wenn man kräftig einen tiefen spielt. Das ganze Sax arbeitet bei jedem Ton.

Es handelt sich hier um Resonanzschwingungen. Ob diese nun durch den Schall (vergleichbar mir den Chladnischen Klanfiguren) oder durch einen direkten mechanische Relation (oder beidem) ausgelöst werden ist nicht ganz klar.

Dabei schwingt das Sax nicht homogen. Es gibt verschiedene Knoteneben. Wenn ein bereich vorschwingt, schwingt ein anderer gerade zurück. Und kommt das Material ins Spiel. Jedes Material (sogar verschiedene Legierungen) verhalten sich hier anders. Jedes Anbauteil verändert die Schwingungseigenschaften. So ergeben auch diese Tuningteile (Resonanzgewichte) eine Sinn. Auch das Finish, welches die gesamte Oberflächliche bedeckt hat natürlich so einen deutlichen Einfluß auf das Schwingungsverhalten des Saxophones.

Diese Schwingungen wirken sich direkt auf die Luftsäule aus. Die Form und somit auch verschiedenen Frequenzen werden beeinflusst.

Ich erkläre das mal an einem konkreteren Beispiel. Wir haben ein Saxophon aus hartem Material, es reagiert also schneller. Dadurch können die hohen Frequenzen besser schwingen, während die langsamen tiefen der Luftsäule eher etwas weggefiltert werden. Weiches Material verhält sich träger, die hohen Frequenzen werden unterdrückt während die tiefen begünstigt werden. Je dünner das Material desto mehr schwingt es aus. Auch die Dicke des Materials wirkt sich unmittelbar aus.

Ich hoffe, das hat die Fragen einige beantwortet, wahrscheinlich hat es aber auch neue aufgeworfen.

Oft tauchen auch recht kuriose Behauptungen auf, z.B. dass das kryogenisches Einfrieren des Saxophones würde den Sound verbessern. Oder das alte Saxophone, durch ihre Nutzung, besser klingen. Klingt alles sehr merkwürdig, aber durch meine Erfahrungen würde ich das nicht zu schnell in Reich der Mythen, Voodoo oder Einbildung schieben. Z.B. werden alle Profisaxophone handgehämmert. Dadurch wird das Material härter und der Sound hochwertiger.

Und selbst bei den alternden Instrumenten ist etwas dran. Man kennt das Phänomen von Geigen und andere Holzinstrumenten, dass sich durch die Schwingungen sich die Fasern besser anordnen, das Instrument besser schwingt, also Widerstände gelöst werden. Ok, die Metallgitterstrukturen der Atome werden sich im Sax nicht neu anordnen, aber durch die Verarbeitung gibt es „Stressstellen“ und es ist durchaus etwas dran, dass sich durch die Zeit auch im Sax Widerstände lösen und die Energie besser ausgenutzt werden kann. Selbst der etwas esoterisch anmutende Stein auf dem S-Bogen der Cannonballsaxophone wird physikalisch nachvollziehbar. Seine Masse ändert das Schwingungsverhalten des für den Sound sehr essentiellen S-Bogens.

Zuletzt möchte ich nochmal erwähnen, dass es sich oft aber eher um Nuancen im Klang handelt, von denen ich hier rede. Das Wechseln der Blattsorte dürfte oft mehr Effekt haben. Aber gerade die vielen Kleinigkeiten machen am Ende den „extra Kick“ im Klang und oft sind es gerade die letzten Prozente im Sound, die am teuersten sind.

klassischer vs. moderner Ansatz

Immer wieder kommt die Frage auf, was denn ein klassischer und ein moderner Ansatz überhaupt ist, wo denn der Unterschied ist und welcher nun der richtige ist.

Heute möchte ich mal ein paar Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema nieder schreiben.

Der Ansatz dürfte wohl einer wichtigsten Faktoren für den Sound sein, weshalb die Diskussion über den optimalen Ansatz mehr als gerechtfertigt ist. Jedoch bin ich überzeugt davon, dass es nicht das „eine richtige“ Patentrezept gibt, wie denn der Ansatz auszusehen habe.

Ich finde die Namensgebung sehr zutreffend, da sie doch von der historischen Entwicklung, dem technischen Einsatzgebiet und dem Klang passend ist.

Der klassische Ansatz wird auch oft als Klarinettenansatz bezeichnet, da er von dort auch kommt. Das Saxophonmundstück ist auch eine Entwicklung von der Klarinette und so ist es nicht verwunderlich, dass sie gleich gespielt werden.

Der Unterschied zu dem modernen Ansatz ist vereinfacht ausgedrückt eigentlich nur Stellung der Unterlippe.

Bei dem Klassischen wird sie über die Zähne nach innen geklappt und darauf dann das Mundstück gelegt; während bei dem modernen die Unterlippe eher nach außen geklappt wird und die Lippe nur noch an den Zähnen quasi aufliegt.

In der Praxis sieht man viele Zwischendinger aber auch extreme (beliebt bei einigen Jazzern der „Kußmund“).

Der Hauptunterschied im ist, dass man beim Klassischen der Kiefer als feste Stütze dient (bitte nicht mit beißen verwechseln, eher als starren Punkt sehen, wo das Mundstück aufliegt) während man beim modernen ausschließlich auf die Ringspannung der Lippen setzt („öööö“ siehe Longtoneblog). Das heißt aber nicht, dass beim klassischen Ansatz nicht mit der Lippenspannung gearbeitet wird (man ist sich eigentlich einig, dass das „Klarinettenlächeln“ auf dem Sax falsch ist).

Genau daraus folgt auch der große Unterschied im Klang und Handling. Durch die Stütze des Kiefers bei der klassischen Variante hat man mehr Sicherheit und einfachere Kontrolle (klanglich aber vor allem auch Intonation!). Der Moderne lässt dagegen das Blatt deutlich freier schwingen; der Ton klingt fetter und „brötziger“.

So erklären sich auch, warum im Jazz, wo man seinem Ton Kraft, Charakter und Aussage geben möchte, deutlich öfter der moderne Ansatz zu finden ist, hingegen im klassischen Bereich, wo absolute Tonkontrolle enorm wichtig ist, deutlich öfter auf Saxophonisten mit eingezogener Unterlippe trifft.

Ich persönlich komme ursprünglich von der Klarinette, habe also mit dem klassischen Ansatz auf dem Saxophon angefangen. Es lief damals alles recht problemlos. Irgendwann begann meine Leidenschaft für das Sax und den Jazz ernster zu werden und ich begab mich auf meine Soundsuche. Um meinen Sound größer und mächtiger werden zu lassen, wechselte ich immer mehr in kleinen Schritten zu dem modernen Ansatz. Ich klang jetzt laut und durchdringend; leider aber auch oft schrill und Intonations- und Konditionsprobleme häuften sich. Ich muß sagen, es gab Zeiten, wo ich den wechsel bereut habe. Doch durch fleißiges Üben, habe ich das nun im Griff und habe einen Sound, mit dem ich halbwegs zufrieden bin; Laut, kräftig, Charakter aber nicht unangenehm und zudem recht flexibel.

Als ich dann mit dem Sopran anfing, habe ich unbewusst erstmal wieder wie auf meiner Klarinette gespielt (war vom Feeling doch halbwegs vergleichbar). Aber wegen meines Soundwahnes habe ich hier auch versucht konsequent modern zu spielen. Letztendlich bin ich wieder zurückgewechselt und spiele auf dem Sopran einen eher klassischen Ansatz, da ich das Sopran so deutlich leichter beherrschen kann.

Hingegen könnte ich mir auf dem Bari mit einem Klassischen gar nicht vorstellen zu spielen; wäre mir viel zu verkrampft.

Ich hoffe, dem einen oder anderen hat dieses jetzt etwas weitergeholfen auf seiner „Reise“. Ich meine, dass der richtigste Ansatz der ist, der für einen am besten funktioniert. Ich kann euch nur raten, vielleicht mal etwas zu experimentieren.

All denjenigen, die dennoch auf der Suche nach konkreten Ratschlägen sind, wie es denn am ehesten gut funktioniert, denen empfehle ich, sich selber durch David Liebmans „Der persönliche Saxophonsound“ durchzuarbeiten. Wenn man irgendwas als das „richtigste“ bezeichnen kann, dann das, was dort geschrieben steht.

Er befasst sich dort ausführlich mit Anatomie und korrekten Stellungen von Lippen, Zunge und Rachen und erklärt recht verständlich; absolut lesenswert für jeden ambitionierten Saxophonisten.

kleine Tipps und Tricks für den Sound (updated)

(Einiges ist seit der Erstveröffentlichung dazu gekommen)

Moin,

diesmal eine kleine Sammlung von Tipps, Tricks und kleinen Übungen, die sich alle um den Sound drehen. Einiges davon stammt sogar direkt von mir, anderes waren Tipps von Kollegen.
In meinem Blog über die Longtones habe ich ja relativ ausführlich über die wichtigsten Soundübungen und wie man sie „richtig“ macht geschrieben. Hier nun noch ein paar Ideen, für weitere Soundübungen.


Bariton spielen, für die Luftführung

Jeder, der mal etwas Bari gespielt hat, weiß, dass man dabei einen noch lockeren Ansatz und deutlich mehr Luft verbrauchen muß. Damit meine ich nicht, die Luft schneller fließen zu lassen sondern einfach mehr Luft zu verbrauchen.

Spielt euch mit dem Bari ein, macht die Longtoneübungen, weidet euch an diesen fetten Sound.

Nun legt ihr das Bari zur Seite und spielt mit diesem Sound im Ohr, dem gleichen lockeren Ansatz und der gleichen Luftführung in euer Alt/Tenor. Ihr werdet erstaunt sein, was aus eurem Instrument rauskommt.

Versucht das zu kultivieren.


Das verstopfte Sax

Hierbei geht es darum eure Hörgewohnheit (die unmittelbar mit eurem Sound zusammenhängt) zu überlisten und diese Auszunutzen.

Stopft ein paar dicke Skisocken in euren Trichter, bevor ihr spielt (der Becher muß richtig gestopft sein) und spielt euch ein und macht die Longtoneübungen.

Euer Ton wird stumpf, leise und matt klingen. Euer Ohr hört diesen ungewohnten Sound, und unterbewußt wird euer Körper versuchen dieses auszugleichen. Wenn ihr die Socke wieder raus nehmt, werdet ihr lauter, breiter und strahlender klingen, als normal. Versucht auch dieses zu kultivieren.

Intonationsspielraum

Es ist wichtig, in der Lage zu sein, Töne anpassen zu können. Das Saxophon ist intonatorisch kein einfach zu beherrschendes Instrument. Je kürzer die Luftsäule, desto mehr Spielraum. Man spricht hier auch von „kranken Tönen“

Greift das h” und versucht es so tief zu spielen wie ihr könnt. (Öffnet euren Rachen, um möglichst tief zu kommen). Ihr solltet in der Lage sein, den Ton um eine Terz zu ziehen.

Durch diese Übung erkennt ihr eines der größten Probleme beim Sax (ich finde es deshalb auch unsinnig auf dem Tenor mit diesem Ton einzustimmen) und ihr bekommt ein Gefühl für die Abhängigkeit zwischen Rachenraum und Intonation sowie die Fähigkeit deses besser kontrollieren zu können.

Mundstückposition

Experimentiert mit der Haltung des Mundstückes in eurem Mund. Oft hört man, möglichst viel Mundstück in den Mund nehmen und ein Winkel von 90° zwischen Blatt und Kiefer. Das ist so eigentlich nicht korrekt, es sei denn man will einen megalauten unfelxiblen Brötzsound. Wer allergins sehr dünn, leise und schmal klingt, könnte es mal damit versuchen. Auch wenn hier einige glauben, dass es ein universales Patentrezept ist, stimmt das nicht. Einige halten das schlicht für besser und verewchseln Klangqualität mit Lautstärke. Viel mehr Sinn macht es, einen schönen und flexibelen Sound anzustreben und ein natürliches Gefühl im Mund zu haben (Achtung, nicht jede Mundstückform passt in jeden Mund).
Wie weit soll ich es reinnehmen? Probiert verschiedenes aus. Je weiter ihr es reinnimmt, um so mehr Blatt schwingt, also wird es lauter, brötziger. Je weniger, desto eleganter und kontrollierter.
Welcher Winkel sollte das Mundstück haben. Je gerader (max. 90°) desto direkt fließt die Luft (sehr durchsetzungfähiger Sound); je schräger, desto mehr wird die Luft auf die Decke gerichtet und desto indirekter trifft sie auf das Blatt (der Sound wird weicher).
Wer da in der Lage ist, dass alles bewußt zu benutzen und zu variieren wird mit einer flexibleren und bewußteren Soundgestalltung belohnt.


Tiefer spielen

Bei dieser Übung solltet ihr vorsichtig sein. Sie ist nicht geeignet, die noch unsicher sind mit ihrer Intonation. Ein offener Rachen ist essentiell für einen guten Sound und euch dürfte aufgefallen sein, dass je offener desto tiefer euer Sound. Das ist auch der Grund, warum professionelle Spieler oft viel weiter mit ihrem Mundstück drauf sind als Anfänger.

Wir drehen den Spieß jetzt um.

Steckt das Mundstück so weit drauf wie möglich, legt eine CD ein eurer Übungs CDs ein, wichtig ist, dass auf der CD das Saxophon auch mitgespielt wird. (Sehr gut sind die Jazzetüden von Niehaus).

Spielt mit der CD und zwingt euch in „in tune“ zu spielen. Dadurch, dass ihr gewollt so tief spielt zwingt ihr euch, den Rachen zu öffnen.

Aber wie gesagt, für diejenigen, die noch mit einer sicheren Intonation zu kämpfen haben, könnten durch diese Übung irritiert werden und noch unsicherer werden.


Mundstückübungen

Diese erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. Ich bin absolut kein Fan von denen, weil ich sie für verschenkte Zeit halte. Einige finden sie klasse und üben sie täglich und kaufen sich für recht viel Geld ein Stück Plastik, damit sie nicht ganz so übel klingen.

Die Übungen verdeutlichen gut, wie wichtig Rachenraum, Zungenstellung, Ansatz usw. sind und dass die kleinste Veränderung großen Effekt haben kann.
Ich bin aber der Überzeugung, dass der Übeffekt der Mundstückübungen sich so nicht auf das Sax übertragen läßt. Was nützt es, nur mit dem Mundstück intonieren zu können, wenn die Rachenstellung mit dem Sax wieder eine ganz andere ist? Zudem werden Ansatz und Rachen bei den Mundstückübungen teilweise in Extremstellungen genutzt, die so nicht auf dem Saxophon nicht genutzt werden.

Geübte Spieler sollten ohne Probleme ohne großes Üben mit dem Mundstüc sauber einen geraden Ton halten können und eine Oktave abdecken können.


Tenorblätter auf dem Alt und Bariblätter auf dem Tenor

Ich spiele ausschließlich nur noch Tenorblätter auf meinem Alt. Der Sound hat mehr ausgeprägte Tiefen und klingt fetter. Nun ist das Geschmackssache und nicht jeder kommt mit der Kombination zurecht. Zudem geht sie nicht mit jedem Munstück. Soweit ich festgestellt hae, funktioniert sie eher auf Mundstücken mit weiteren Bahnen und längeren Fenstern (american facing). Bariblätter auf dem Tenor funktionieren auch. Ich habe irgendwo sogar mal aufgeschnappt, dass die Vandorren V1 Blätter für die Leute entwickelt wurden, die lieber Bariblätter auf ihrem Tenor gespielt haben. Einfach mal selber ausprobieren, ob es bei euch passt.


Bissplatte

Der Einfluß der Bissplatte auf den Sound wird weitesgehend unterschätzt. Man hört sich beim Saxophonspielen nicht nur über den Außenschall, den das Publikum hört, sondern auch auch über den Körperschall, der über das Sax, das Mundstück, die Zähne und Knochen zum Ohr kommt. Deshalb klingen – rein subjektiv – Metallmundstücke heller. Das Material leitet die Schallwellen schneller (weil es härter ist) als Kautschuk.

Und zwischen Mundstück und Zähnen klebt die Bißplatte. Je dicker und weicher, desto mehr wird gedämpft und man hört sich von außen (realer Sound) relativ mehr.

Je dünner und härter die Bißblatte desto heller hört man sich, und man hört sich selber besser (ein gewisse Art Monitoringeffekt, der gerade in lauten Umgebungen von Vorteil sein kann).

Deshalb testet Mundstücke immer mit gleichen Bissplatten.

Wer also, einen etwas weicheren und dunkleren Sound möchte, der sollte vielleicht auf dünnere und härtere Bissplatten umsteigen. Denn man hört sich dadurch härter und heller, der Körper schaltet unbewusst um, dass man sich wieder wie gewohnt hört und effektiv klingt man dann dunkler und weicher.


Marschgabelhalterungsschraube

Bei einigesn Saxophonen hat auch das herausnehmen der Schraube für die Fixierung der Marschgabel einen Effekt. Bei mir wurde der Sound strahlender und etwas heller. Man reduziert einfach Masse noch recht weit oben am Sax. Gerade um den S-Bogen rum, haben Kleinigkeiten oft einen erheblichen Effekt.


S-Bogen rausziehen

Probiert doch mal euren S-Bogen ein/zwei Millimeter wieder heraus zu schieben, und vergleicht euren Sound. Bei einigen Saxophonmodellen, kann das durchaus einen kleinen positiven Effekt haben. Gerade die hohen Töne, können voller und weniger schrill klingen.

Einfach ausprobieren.


P-Ligging

Dies ist die Idee von meinem Freund prinzipal und geht eigentlich in dem Bereich „Pimp my Sax“ (darüber werde ich demnächst nochmal einen eigenen Blog schreiben).

Man braucht dafür nur ein Stück Lederschnur. Diese wird ca. 1cm hinter dem S-Bogenkork 2-4 mal möglichst fest und stramm um den S-Bogen gewickelt und festgeknotet.

Der Größe des Effektes kann sich je nach Saxophonmodel unterscheiden. Je billiger und tiefer das Sax, desto größer der Effekt. Auf dem Bari war es ein kleines Wunder, was ein Stück Lederschnur ausmachen kann. Auf dem Sopran, gab es keinen Unterschied.

Die Schnur unterdrückt gewisse Schwingungen im S-Bogen, wodurch sich Ansprach und Klang etwas verändern.

Man hat einen leicht höheren Blaswiederstand (kann auch ein Nachteil sein) wodurch es zu einer höheren Lautstärke kommt. Zudem klingt das das Sax etwas weniger schrill und dafür voller.

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Was tun, wenn die Francois Louis Blattschraube wackelt?

Die Ultimate Ligature von Francois Louis erfreut sich in Saxophonistenszene großer Beliebtheit. Kein Wunder, sie klingt hervorragend und ist mit rund 50 Euro noch halbwegs erschwinglich im Vergleich zu Konkurrenten wie die Optimum oder Winslow/Saxxas.

Aber immer wieder sehe ich, dass sich viele damit abplagen, dass die FL-Schraube nicht fest auf dem Mundstück sitzt.

Es gibt leider keine Einheitsgrößte für die Mundstücke und oft ist die FL einfach etwas zu groß.

Dies kann besonders ärgerlich sein, wenn man nachstimmen möchte. Und eigentlich klingt sie sie auch besser (meiner Meinung nach) wenn sie fest am Mundstück anliegt.
In begrenzenten Rahmen kann man die FL nachbiegen, aber selbst dann sitzt sie noch nicht Bombenfest.

Hier habe ich eine sehr einfach aber tolle Lösung gefunden: Bissplatten.

Ihr Klebt einfach Bissplatten (ich bevorzuge die klaren) auf das Mundstück dort wo die Seitenstege der Francois Louis aufliegen sollten.

Die Stege sollten dann fest im Gummi auflegen und die Schraube verrutscht nicht mehr.
Ich habe dadurch keinerlei Soundveränderung bemerkt, aber falls ihr etwas feststellen solltet, bitte berichtet mir.

Die neue alte Blattschraube aus Italien

Es handelt sich hier um einen Nachbau der alten Selmerligature Magnitone von Corrado Manuzzato.

Die Blattschraube gibt es zZ leider nur im italienischem Ebay, aber zu recht moderaten Preisen.
Sie kommt in einer kleinen schicken Box ohne Kapsel und jede Schraube hat ihre SerienNr. und wird sehr sorgfältig für den Postweg verpackt.

Das besondere an der Schraube ist, dass sie auf verschiedene Mundstückgrößen einstellbar ist. Jeder, der viel mit Mundstücken experimentiert oder mehrere Saxophone und Klarinetten spielt, weiß, dass es furchtbar frustrierend sein kann, für jedes Mundstück eine passende Schraube zu haben.
Sie passt von schmalen Kautschukalto- und Klarinetten- bis hin zu den fettesten Barimundstücken. Für Metall- und Sopranmundstücke ist sie zu groß.

Sie ist im Prinzip ein exakter Nachbau der recht begehrten Vintageschraube Magnitone von Selmer. Einziger Unterschied ist, dass sie ein paar mehr Rillen zum verstellen hat, also noch vielseitiger einsetzbar ist.
Erhältlich ist sie nur in unlackiert, läuft also mit der Zeit und an gewinnt so einen gewissen “Vintagelook”.

Das verstellen ist nichts für Grobmotriker, geht aber dennoch einfacher und schneller als bei den beiden anderen Universalblattschrauben, die auf dem Markt sind (Ligaphone und die von Christoph Heftrig).

Das Handling ist eigentlich sehr einfach. Drüber ziehen und gut. Das Blatt sitzt sicher und verrutscht nicht. Nur beim Nachstimmen muß man etwas aufpassen. (das ist jedoch ein Schwachpunkt sehr vieler Schrauben).

Kommen wir nun zum Klang und Ansprache. Definitiv spielt sie im Highendsektor der teuren Blattschrauben mit (Francois Louis, Optimum, Ligaphone, Saxxas, Snake usw.).
Die Ansprache ist sehr gut (meilenweit besser als die 08/15 Klemmen) von tiefen B bis hin ins hohe Altissimo.
Den Klang würde ich eher auf der helleren Seite und rund bezeichnen. Bezeichnenstes Merkmal ist, dass sie sehr farbig klingt, weshalb sie momentan zu meiner “Weapon of Choice” geworden ist.

Ich kann diese Blattschraube ohne Bedenken empfehlen, und wer selber den Versuch wagen möchte und in Italien bestellt, kann Corrado gerne von mir grüßen.

update:
Der Magnitonenachbau ist jetzt mit eigenem neuen Namen und vernickelt leicht erhältlich. Sie heißt nun “Flexitone” und wird jetzt von Borgani vertrieben. Hierzulande ist sie bei Mike Duchsteins Saxophon-Service erhältlich. Alles weitere und genauer gibt es im aktuellen Artikel zur Flexitone zu lesen.




kennenswerte Webseiten für Saxophonisten

Heute eine kleine Sammlung nützlicher Webseiten für Saxophonisten. Ich werde diesen Blog immer mal wieder aktualisieren.

Vergleichstabellen
für Sopran-, Alt-, Tenor- und Bariton-Mundstücke und Blattstärken.

Händler
Diese Händler kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sehr kompetenter und freundlicher Service mit fairen Preisen:
www.saxophon-service.de
www.saxtoys.de
(ihr könnt dort gerne von mir grüßen)

Noten
http://www.wikifonia.org/
Das Realbookwikipedia.

Dies hier ist ein hervorragender Suchbefehl um Noten im Netz zu finden. Einfach “Songname” durch den gesuchten Titel ersetzen.

http://www.4a4quartet.com/
eine Vielzahl an Arrangements für Saxensembels zu top Preisen.

http://charlesmcneal.com/
hier gibt es eine Vielzahl guter Solotranskriptionen verschiedenster Saxgrößen

http://www.wespi.com/Downloads/documents/Grifftabelle_Beta_2.1.pdf
beste Grifftabelle, die ich kenne, bis auf die Altissimogriffe. Die besten (Rascher) hat er nicht gelistet dafür aber zuviel merkwürdiges.

Sonstige Hilfreiche Seiten

http://www.phys.unsw.edu.au/~jw/saxacoustics.html
wer wissen möchte, wie sein Saxophon eigentlich funktioniert, sollte da mal rein schauen.

http://www.theowanne.com/mouthpieces101/Campus.php
Die Homepage des Mundstückgurus Theo Wanne. Hier gibt es alles rund um’s Thema Mundstück. Z.B. welcher Spieler welches Setup benutzte.

www.vioworld.de
beste Kleinanzeigenseite für Musiker

http://www.saxpics.com/
viele Infos und Bilder zu Vintagesaxophonen

http://www.mouthpiecemuseum.com/MouthpieceMuseum/Home.html
viele Infos und Bilder zu Saxophonmundstücken


zwei sehr große und gute Linksammlung, ideal zum stöbern
http://netz2.de/sax/

http://saxlinks.de/40845.html

Foren können informativ und unterhaltsam sein, aber auch eine unglaubliche Zeitverschwendung. Oft bekommt man hier brauchbare Hilfe, wenn man eine Frage hat und man kann recht viel lernen, aber vieles von dem braucht man nicht wirklich im realen Saxophonleben. Leider kann ich sie jetzt nicht mehr uneingeschränkt empfehlen. Das Warum könnt ihr hier nachlesen.

Es gibt zwei deutschsprachige Saxophonforen:
www.saxophonforum.de
recht übersichtlich, ein paar etwas kompetentere Mitglieder und großes Spektrum aller Altersklassen.


zudem möchte ich noch das größte Saxophonforum im Netz erwähnen (englisch sprachig).
www.saxontheweb.net
Gezielte Fragen finden hier oft gute Antworten und zu jedem Thema ist hier etwas zu finden. Allerdings gehen vielen Themen sehr schnell Offtopic und gerade über Finishes und artverwandte Themen wird auch viel Mist geschrieben.

Und hier geht es zu weiteren Linktipps.

Longtones – Der Weg zum Erfolg

Immer wieder stelle ich fest, dass bei vielen Saxophonisten die Longtoneübungen unterschätzt, mißverstanden oder sogar falsch gemacht werden. Meiner Ansicht nach sind sie die beste Übung für die Entwicklung eines guten Sounds und für die Intonation.

Eigentlich ist dies nur eine Zusammentragung und Zusammenfassung von dem, was ich aus Liebman, Rascher,  von meinem Lehrer und aus den Gesprächen mit ein paar sehr fähigen Kollegen mitgenommen habe. Ich empfehle sehr, dass sich diejenigen, die sich intensiver mit diesem Thema auseinander setzen wollen, sich „Der persönliche Saxophonsound“ von David Liebmann und „Top Tones“ von Sigurd Rascher selber zu Gemüte zu führen sollten.

Ich habe das Gefühl, dass viele die Longtoneübungen als unliebsames „Muß“ sehen, als eine Art Krafttraining. Das ist wohl die falscheste Einstellung überhaupt. Saxophon spielen ist kein Bodybuilding.
Es gilt viel mehr ein Gefühl und Vorstellung für den Ton zu entwickeln. Man sollte Spaß an den Übungen entwickeln. Wenn man sich über den herrlichen Ton freut, den man produziert, dann macht man sie richtig.

Für einen guten Sound spielen sehr viele Faktoren noch vor dem Mundstück, also im Körper (vorallem Rachenraum), eine Entscheidende Rolle. Einige Saxophonisten vermitteln daher ihren Schülern, haarklein wie sie ihren Hals öffnen müssen, wie die ganz genaue Zungenstellung ist, reden von exakten Winkeln bei Mundstück und Kiefer.

Ich bin kein Fan davon. Dieser Ansatz kann den Spieler verwirren, da er alles gleichzeitig bedenken muß und er den Fokus für anderes verliert.
Man sollte den Körper zunächst einmal versuchen lassen. selber unterbewusst die für einen beste Stellung zu finden. Nur wenn man daran keinen Gedanken während des Spiels daran verschwenden muß, wird man auch auf der Bühne beim Solo so klingen können, wie man es möchte.
Dennoch sollte man sich der Faktoren bewußt sein, weil hier auch oft Probleme liegen können.
Genug der einleitenden Worte, nun geht’s zur Sache.

Das wichtigste ist die Tonvorstellung.
Das spielen der Longtones sollte immer entspannt bleiben. Wird es anstrengend macht man entweder etwas falsch oder das Setup ist ungünstig.

Die klassische Longtonübung
Man bläst einen Ton im pp an steigert ihn auf ff und senkt dann wieder auf pp zurück beendet. Der Ton sollte ungefähr 2 (langsames Tempo) ganzen Noten entsprechen und das komplette Lungenvolumen ausnutzen (am Ende des Tones solltet ihr keine Luft mehr über haben). Der Ton sollte kontrolliert angestoßen werden, die Intonation darf sich keinsten Falls verändern und natürlich sollte der Ton auch kontrolliert wieder beendet werden. Also kein Vibrato oder sonstiges Zittern. Diese Übung sollte über das ganze Spektrum ausgeführt werden.

Nun kann und sollte man noch viel mehr mit diesen Übungen machen. Allerdings wenn alles auf einmal machen möchte, verzettelt man sich, weshalb ich meinen Schülern immer rate sich bei jedem Ton auf einen anderen der folgenden Aspekte zu konzentrieren.

  1. Stütze:
    die Luftführung spielt eine entscheidende Rolle. Wie ihr wißt, sollte die Luft
    aus dem Bauchraum kommen. Der Druck sollte konstant von der Bauchdecke kommen. (Ich glaube von Karuso stammt folgender Satz „Der Ton kommt aus dem Arschloch“) Sollte das nicht optimal sein, rate ich zu gesonderten Atemübungen. Immer schön tief in den Bauch atmen.
  2. Rachen:
    der Rachen ist quasi die Engstelle auf dem Weg zum Sax. Ihr solltet ihn möglichst weit öffnen, damit der Ton auch schön voll wird. Stellt euch vor, ihr würdet das englische Wort „saw“ sagen. Ungefähr so sollte eure Rachenstellung sein. Das hat etwas mit der Luftführung und Resonanzräumen zu tun.
  3. Zunge:
    selbst du Zungenstellung spielt eine Rolle. Experimentiert, was euch liegt. Mir hat es geholfen die Zunge erst mal allgemein tiefer zu nehmen. Durch die Zungestellung kontrolliert ihr die Luftführung im Mundraum. Bei einer flachen Zunge (wie bei dem Vokal “oohh”) geht mehr Luft durch. Das kann z.B. bei der Ansprache der tiefen Töne helfen. Bei hohen Tönen (besonders das Altissimo, aber auch bei den Obertonübungen) kann man die Luft kanalisieren und somit schneller und zielgerichteter fließen lassen. Dazu sollte sie einen leichten Buckel nach hinten formen, ähnlich wie beim Formen des Vokals “iiiihhh”.
  4. Lippen:
    Lippenhaltung und Lippenspannung – also der Ansatz – sind essentiell. Habt ihr eine entspannte Ringspannung? Mir hat es sehr geholfen, mir vorzustellen, als würde ich „öööö“ (Achtung, nicht die Zungenstellung von “öö” , Zunge bleibt flach) sagen wollen. Genau so sollte die Lippe geformt sein. Es darf nie “Gebissen” werden, also Druck mit dem Kiefer ausgeübt werden. Auch der sollte möglichst locker bleiben. Nur ein entspannter Ansatz ermöglicht euch stundenlanges spielen und eine vernünftige Intonation.
    Über den Ansatz wird viel aber auch zurecht gestritten. Hier gibt es keine eine absolut richtige Weise. Und je nachdem was man möchte kann für einen der klassische oder moderne Ansatz, oder etwas dazwischen, besser sein. Für mehr Infos könnt ihr den Artikel über den klassischen vs. modernen Ansatz durchlesen und den für so spielen um so zu klingen. Gerade beim Ansatz ist es sinnvoll sich von einem Lehrer helfen zu lassen.
  5. Volumen:
    Stellt euch vor als würdet ihr mit eurem Ton den ganzen Raum ausfüllen wollen. Laßt ihn so groß und schön wie möglich klingen. Damit ist nicht unbedingt laut gemeint. Projektion: Stellt euch vor, als würdet ihr mit dem Ton in die hinterste Ecke eures Raums zielen, oder noch besser, in nächste Zimmer. Laßt den Ton möglichst weit tragen. Bitte auch Projektion nicht mit Lautstärke verwechseln.
  6. Resonanzräume:
    Unter Sängern lange kein Geheimnis mehr. Jeder Hohlraum im Körper kann zur Klangverstärkung genutzt werden. Fragt mich bitte nicht, wie genau das funktioniert, aber es funktioniert. Das hat damit zu tun, dass die Luftsäule in beide Richtungen schwingt, also auch in den Körper.
    Bei den tieferen Tönen müßt ihr die Vibrationen im Bauch spüren. Das ist Resonanz. Nutzt sie, und versucht sie für immer mehr Töne
    zu nutzen. Weitere Resonanzräume habe ich im Brustbereich entdeckt, ja sogar im Kopf.
  7. Luftmenge
    Für einen großen Sound müßt ihr auch viel Luft verbrauchen. Damit meine ich nicht unbedingt, dass ihr einen riesen Druck aufbaut oder die Luft schnell fließen lasst. Versucht selbst im pp möglichst viel Luft zu verbrauchen.

Wie schon erwähnt, es hat sehr viel mit Vorstellung zu tun. Manchmal hilft es mir, als würde ich für eine ganz besondere Person spielen, das hilft auch viel, den Sound zu verbessern. Wirklich.

Es gibt noch einige weitere Longtonübungen die sehr gut für Intonation und ein ausgeglichenes Spektrum sind.

Power-Longtones
Das ist ein etwas anderes Konzept als die klassischen Longtones, die aber sehr gut funktioniert, seinen eigenen Sound zu entwickeln.

Quinten und Quarten:

Hier geht es vor allem um die Intonation. Quinten und Quarten sind besonders reine Intervalle, also kleine Schwingszahlverhätnisse.

Ihr fangt mit einem tiefen Ton an, spielt darauf die Quinte, dann die Quarte, dann wieder die Quinte usw.. So hoch wie ihr könnt, und dann die Töne wieder abwärts. Wenn ihr Toptones schon könnt, bezieht sie mit ein.

Beispiel: c’ g’ c” g” c”’ g”’ c”” g”’ c”’ g” c” g’ c’

Die Töne sollten min. je eine halbe Note lang sein.
Versucht bevor ihr den nächsten Ton spielt ihn erstmal vorzuhören, ihn euch vorher vorzustellen wie er klingen soll.

Zur Unterstützung und Kontrolle kann man ein Klavier oder Stimmgerät (nicht die ganze Zeit drauf starren, ihr sollt selber hören, ob ihr richtig seid und dann nur mit dem Gerät nachkontrollieren) hinzuziehen.
Tonematching (oder auch die berüchtigten Obertonübungen)

Hier geht es nicht darum, wie oft gedacht, möglichst hoch zu kommen. Zubeißen und Töne
hochquetschen kann jeder klingt aber nur ekelhaft. Es geht hier darum Kontrolle und Gefühl für richtige Luftführung und Rachen-, Zungen- und Lippenstellung zu gewinnen und das alles unverkrampft, wie man sie später für richtige Toptones braucht.
Desweiteren entwickelt man so ein gut klingendes und stimmiges zweites Register.

Ist euch schon aufgefallen, dass die tiefen Töne oft viel besser und voller Klingen? Das ist auch eigentlich logisch, da dort das ganze Sax arbeitet. Das nutzen wir aus, und versuchen die hohen Tönen der Klangqualität der Töne mit der langen Luftsäule anzugleichen. Und das geht folgendermaßen:

Ihr greift einen tiefen Ton, überblast ihn (nicht Beißen oder Quetschen), dann spielt ihr im Wechsel den gleichen Ton mit dem normalen Griff. Ihr versucht den normalen Griff so klingen zu lassen wie der Überblasene. Sowohl Klangvolumen als auch Tonhöhe.

Beispiel: Ihr greif ein tiefes B und lasst ein b” klingen. Nun greift ihr das normale b” und versucht es genauso schön und voll klingen zu lassen.

Diese Übung kann etwas Zeit brauchen (Jahre) bis man sie beherrscht. Pressing (Beißen) sollte dabei auf jeden Fall vermieden werden. Es geht hier um Luftführung, Rachen und Zungenstellung sowie dem Ansatz. Ich hatte Probleme mit der 2. Oktave weil ich den Rachen zu weit geöffnet hatte, und zwar so viel Luft durch bekam, aber nicht zielgerichtet genug (diffuser Luftstrom). Zudem hat mir das experimentieren mit der Zungenstellung (“iihh”) auch sehr geholfen.

 

RegisterausgleichenDies ist eine schöne Übung aus dem Rascher. Viele Spieler haben das Problem, dass sie unten zwar fett aber eher matt klingen, oben zwar einen schönen Strahl haben aber doch recht dünn sind.

Daher folgende Übung zum ausgleichen.

Ich fangt bei einem Ton in der Mitte an und bewegt euch nur chromatisch (auf oder ab) mit folgendem Rhythmus.
Halbe, Halbe, Ganze.

Dann wieder einen chromatischen Schritt zurück und so geht ihr immer weiter. Auf und ab und danach zurück. Bewegt euch so über das ganze Spektrum des Saxes. Der Sinn ist es, darauf zu achten, dass die Klangfarbe möglichst gleich bleibt. Gerade bei den Registerwechsel kann es zu Sprüngen führen. So bekommt ihre euren hohen Töne voller und die Tiefen strahlender.

Beispiel;

fis, g, gis ,

g, gis, a,

gis, a, ais, usw.

So das waren die wohl essentiellsten Übungen für den Sound. Ihr werdet davon nicht in einem Monat wie Coltrane oder Cannonball klingen. Das kann Ewigkeiten dauern.

Das Saxophon ist nicht wirklich so ein leichtes Instrument, wie oft gemeint wird. Viele unterschätzten die jahrelange Arbeit an der Soundgestaltung. Das ist halt der große Unterschied zu Instrumenten wie dem Klavier, bei dem man nur eine Taste anschlagen muß, und der Sound da ist.

 

 

Zuletzt bleibt die Frage, wie viel und wie lange man dieses Üben sollte. Ich kenne Saxophonstudenten, die sich mit diesen Übungen täglich min. eine halbe Stunde auseinander setzen. Halte ich aber für einen normalen Saxophonisten etwas übertrieben. Es ist besser jeden Tag min. 5 min vor der Übsession sich damit zu beschäftigen als einmal in der Woche dann für eine Stunde am Stück. Es geht hier nicht um eine Art Kraftraining sondern für das Entwickeln von Vorstellung und Gefühl. Ich starte gerne damit, meinen Ton erstmal richtig schön und groß klingen zu lassen, bevor ich mich an die Improvisation setze.

Natürlich gibt es noch weitere Übemethoden, Tipps und Tricks zur Soundgestaltung. Aber mit damit befasse ich mich in anderen Artikeln. Schaut einfach mal bei den Lektionen rein.

Viel Spaß beim Üben!

Saxophonistenwitze

Ich dachte mir, dass zu einem Fachblog die Fachidiotenwitze quasi obligatorisch sind. Da Saxophonsitenwitze selten sind, lohnt sich eine Sammlung, der besten (naja, sagen wir besser der nicht ganz so schlechten).
Ich werde diesen Blog immer mal wieder ergänzen, also gelegentliches wieder reinschauen könnte sich lohnen.

Der Saxophonist muß ins Studio um etwas Filmmusik aufzunehmen. Als er ankommt, war er erfreut, dass es sich eigentlich nur um ein freies einfaches Smoothjazzsolo handelt.
Er ist recht zufrieden mit seiner Aufnahme und nachdem alles im Kasten ist fragt er wofür das eigentlich war.
Man sagt ihm, dass es sich um einen Pornofilm handelt. Der Saxophonist ist davon nicht wirklich begeistert möchte den Film aber dennoch sehen und läßt sich eine Kino geben, wo dieser Film gezeigt wird.
Am Tag der Premiere schleicht er sich etwas verstohlen ins Kino und sucht sich einen Platz in der letzten Reihe. Er muß sich dafür an einem älteren Ehepaar vorbeidrängen und allen dreien scheint die Situation recht unangenehm.
Es stellt sich raus, dass der Film recht geschmacklos ist. Bei einer sehr unappetitlichen Szene mit einem Hund beschließt er zu gehen.
Um den Saal zu verlassen muß er sich wieder bei dem älteren Ehepaar vorbei drängeln. Wie zur Rechtfertigung sagt er entschuldigend zu ihnen “Ich war nur da, um meine Musik zu hören” worauf die Frau meint, “und wir sind nur hier, um unseren Hund zu sehen.”

Ein Schiffbrüchiger strandet auf einer tropischen und von der Zivilisation abgeschnittenen Insel. Die dortigen Ureinwohner lesen den Mann auf und führen ihn in ihre Dorfgemeinschaft ein.
Das einzig merkwürdige an diesem Stamm ist, dass von irgendwo her unablässig getrommelt wird. Der Gestrandete fragt den Häuptling, was es denn mit den Trommeln auf sich hat.
“Trommeln drüfen nix aufhören!” bekommt er als Antwort.
Leider schaft er es aufgrund des Lärms nicht einzuschlafen, weshalb er am nächsten morgen wieder den Häuptling aufsucht, ob die Trommeln nicht wenigstens für eine Nacht pausieren könnten, damit er wenigstens eine Nacht sich von den Strapazen erholen könnte.
Der Hauptling sagt:
“Trommeln dürfen nix aufhören! Danach Saxsolo”

In der Probe, als der Dirigent genervt zum wiederholten mal um mehr Dynamik bittet steht der Altsaxophonist entrüstet auf “Wie mehr Dynamik, ich kann nicht noch lauter!”

Wie wechseln drei Altsaxophonisten eine Glübirne?
Einer wechselt die Glühbirne und die anderen beiden streiten sich, wie Charlie Parker es gemacht hätte.

Wie wechseln drei Tenorsaxophonisten eine Glübirne?

Einer wechselt die Glühbirne und die anderen beiden streiten sich, wie Coltrane es gemacht hätte.

Wie wechseln drei Baritonsaxophonisten eine Glübirne?

Einer wechselt die Glühbirne und die anderen beiden sind still.

Drei Altsaxophonisten streiten sich, wer denn der beste Saxophonist von ihnen ist.
Der Erste: “Mir hat die Presse bescheinigt, dass ich der Beste bin.”
Der Zweite: “Na und? Zu mir kam Gott persönlich und hat gesagt, dass ich der beste bin.”
Darauf der Dritte: “Was soll ich gesagt haben?”

Was denkt Kenny G wenn er einen Fahrstuhl betritt?
“Man, this tune rocks”

Du bist mit Saddam Hussein, Adolf Hitler und Kenny G in einen Raum eingesperrt und hast eine Pistole aber nur zwei Patronen. Was machst du?
Du schießt zweimal auf Kenny G…
…nur um sicher zu gehen.

Kenny G hat tatsächlich lange den Weilrekord für die am längsten ausgehaltene Note gehabt (wenn ich mich nicht irre 45min das e”).
Viele Kritiker meinen, dass sei noch eines seiner interessanteren Solos gewesen,

Der Saxophonist wird im Rahmen eines Interviews vom Reporter gefragt, wen er denn nun eigentlich lieber hat.
Sein geliebtes Saxophon von dem er die ganze Zeit schwärmt oder seine Frau.
Der Saxophonist überlegt und meint dann: “Mein Saxophon, da kann ich wenigstens das Mundstück abmachen.”

Warum spielte der Leadsaxophonist der BigBand so viele falsche Noten.
Er meint, die Vorzeichen seien nur ein Vorschlag.

Woran erkennt man einen echten Jazzsaxophonisten?
Er fährt mit Instrumenten in einem Gesammtwert von über 10.000 Euro mit einem Auto für 1000 Euro, verbraucht dabei Benzin im Wert von 70 Euro, zu einem Gig, der 50 Euro einbringt.

Was ist ein Altsaxophonist, der hauptsächlich 64tel spielt?
Ein Balladenspzialist,

Warum ist das Sopran bei Jazzsaxophonisten so selten gespielt?
Weil es nicht genug Platz bietet um die Drogen zu verstecken.

Was ist der Unterschied zwischen einem Barisax und einer Motorsäge?
Die Abgase.

Wieviele C-Melodyspieler passen in einen Mini?
Alle.

Wann müssen Saxophonisten immer ihre Blätter wechseln?
Kurz bevor in den Noten die Stelle mit dem anspruchsvollen Saxophonpart kommt.

Wieviele Saxophonwitze gibt es?
Nur einen, der Rest sind alles wahre Geschichten.

Ein Freejazzsaxophonist hat endlich wieder eine eigene Platte gemacht. Nach einiger Zeit  trifft er Abends in einer Bar einen alten Kollegen und erzählt ihm natürlich gleich voller Stolz von seinem vollendetem Projekt und das sie sich gut verkauft.
“Natürlich weiß ich schon, dass du eine Platte rausgebracht hast. Habe sie mir auch sofort gekauft”
“Ach du warst das?”

Wie wechselt ein Saxquartett eine Glühbirne.
Der Sopranist steigt auf den Rücken des Baritonisten, weil er so am höchsten ist.
Und Alt und Tenor streiten sich, wie Parker und Coltrane es gemacht hätten, und was besser gewesen wäre.

Gott geht im Himmel spaziern, überall sind Türen.
Schaut er in die erste rein und sieht lauter Trompeter.
Meint er: “Na Jungs, was haltet hier von den Grundsätzen der
guten alten Philosophen?” Nach ein paar Stunden angeregter Diskussion geht er weiter.
Schaut
er ins nächste Zimmer. In dem sitzen die Posaunisten. Meint der liebe
Gott: “Na Jungs, was haltet ihr so von Tolstoi?” Nach ..ner halben
Stunde ist er wieder weg…
Geht er ins dritte Zimmer, voll mit Saxophonisten. Er schaut sich um und meint: “Na, was spielt ihr denn für Blättchen?”

In der Fachliteratur wird immer wieder gestritten, wie man richtig Saxophon spielt, da es falsch gespielt doch sehr schrecklich klingt. Es gibt neue glaubhafte Forschungsergebnisse, nach denen Adolphe Sax das Saxophon als Percussionsinstrument gedacht hatte und sollte mit großen schweren Hämmern geschlagen werden.

Das Ehepaar Schmidt ist zu einer Party bei Richters eingeladen. Leider ist Frau Schmidt krank geworden, so dass ihr Mann alleine zur Feier gehen mußte.
Es wurde sehr feucht fröhlich gefeiert und am nächsten erzählt der Mann seiner Frau.
“Du, ich habe gar nicht gewußt, dass die Richters so reich sind. Die haben doch tatsächlich ein goldenes Pissoire.”
“So ein quatsch”
“Aber wenn ich es dir doch sage”
Frau Schmidt bleibt ungläubig und sobald es ihr besser geht besucht die Frau Richter zum Tee.
“Sag mal, mein Mann hat mir erzählt, ihr hättet ein goldenes Pissoire. Stimmt das?
Frau Richter ruft darauf zu ihrem Mann:
“Du Schatz, ich weiß jetzt, wer in dein Saxophon uriniert hat!”

Was ist ein Saxophonist, der Alt- und Tenorsax spielt?
Bisaxuell

Neulich im Annonzenteil der Zeitung:
Professionelles Saxophonquartett sucht Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon.

Ein sehr guter Saxwitz in Videoform:
http://de.youtube.com/watch?v=EWCWdTM-Ogs&NR=1

Testbericht zur Universalblattschraube Ligaphone

Diesen Text habe ich auch vor einiger Zeit in einem Forum verfasst.

Moin,
vor kurzem habe ich etwas neues entdeckt, und bin jetzt sehr begeistert.
Eine neue Universalblattschraube. Die Ligaphone.
Vor mir liegt eine schwarz versilberte Orchestervriante.
Es gibt sie auch vergoldet und/oder Klassik.
Bisher habe ich sie nur bei diesem Holzblasinstrumentendoc gefunden:
http://www.holzblasinstrumenten-studi … er-Ligaphone-schwarz.html
(Übrigens sehr freundlicher und kompetenter Kontakt)

Sie hat eine breite Auflagefläche, auf die eine dünne Textilfläche gelegt ist, damit das Blatt ideal sitzt.
Obenrum verläuft ein dickes Kabel mit Gewinde. An der einen Seite kann man also ie richtige Größe Einstellen und an der anderen Seite ist eine einfach zu bedienende Schraube für das normale öffnen.
Das Material ist wahrscheinlich ein normales Blech, so wie wir es von anderen Schrauben
kennen, der Vorteil ist aber, dass sich dieses weiche Material beim Festziehen ans Mundstück anschmiegt und somit perfekt sitzt.
Ich habe noch nie eine Blattschraube gesehen, die so sicher sitzt. Nachstimmen ist also kein Problem.
Das Handling ist allgemein fantastisch.
Sie passt auf Sopran, Klarinetten bis Baritonmundstücke, egal, ob Metall oder Kunststoff.
Das Einstellen geht recht fix und sehr einfach. Anderes als bei dem direkten Konkurrenten der Christian Heftrig Universalschraube, bei der es immer ein recht großes Gefummel ist.
Auch ist der Preisunterschied markant.
Die Ligaphone kostet in der versilberten Ausführung nur 40€ im Gegensatz zu CH die bei 74€ liegt.
Zudem schneidet die CH bei Kautschukmundstücken ins MPC.
Die Optik hat auch was, und wenn das Kabelende stören sollte, kann es abschneiden (es gibt Ersatzkabel (separat)) Die Kappe ist ein flacher robuster Schieber, der an zwei Kleine Nippel unter der Schraube andockt.
Da er flach ist, passt er ohne Probleme in jede Hosen- oder Hemdtasche.

Nun zum eigentlich wichtigen. Ansprache und Klang.
Hier dienen jetzt im Test vor allem die Vergleichsschrauben Rovner, Francois Louis Ultimate Ligature (mit BrassPlate) und die Christoph Heftrig Universalschraube)
Es gab auch noch eine normale Blechschraube mit Andruckfläche und Schraube oben, aber sie wurde von allen Teilnehmern auf allen Gebieten ausgestochen, weshalb ich nicht weiter darauf eingehen werde.
Getestet wurde auf meinem Ravenalto (Cannonball) mit JodyDV 8 MPC und meinem Sequoia Sax mit JodyHR 7* MPC.

(zur Erläuterung, folgendes sind nur meine ganz persönlichen bescheidenden Erfahrungen und Meinungen)

Die Ansprache der Ligaphone ist klasse. Ich fand sie deutlich “ansprechender” als bei der CH oder der Rovner.
Ähnlich gut wie die FL, wobei bei der Ligaphone das g#”’ deutlich besser ansprach als mit der FL. Also hier von mir die Note 1

Den Klang würde ich als sehr rund, offen, voll und farbig bezeichnen.
Nicht ganz so dunkel und weich wie die Rovner, dafür aber mit deutlich mehr Fülle, Volumen und Sound.
Mein Hauptkritikpunkt an der Rovner ist immer, dass sie zuviel schluckt, gerade bei gestuften PowerMPC ist dies immer sehr deutlich. Zwar wird der Ton rund, aber zuviel Sound geht verloren. Da muß man sich kein Guardala oder so kaufen.
Die CH klingt sehr hell und klar, sehr klassisch, ein bissle mehr Obertöne. Die Ligaphone ist hier runder voluminöser, und deutlich dunkler. Ich würde auch hier sagen, deutlich
mehr Sound.
Jetzt wird es interessant, jetzt kommt der Vergleich mit der FL. Hier kann ich mich immer noch nicht sicher entscheiden, welches nun objektiv die bessere ist, wobei ich im Zweifelsfall zur FL (mit Brassplate) tendieren würde, da sie mit meinen eigentlichen
Soundvorstellungen besser zusammen passt.
Die FL klingt markanter, härter, mehr tiefe im Sound, kerniger, geschlossener, sonorer. Kurz ein mehr funky und männlicher als die Ligaphone.
Dafür ist diese offener, breiter, runder und weicher.
Beides ist gut, interessant und überzeugt mich.

Fazit:
Die Ligaphone gehört nun meiner Meinung nach auch zu den Topschrauben und dadurch dass sie eine Universalschraube ist, sollte jeder der Sucht, sie auch in seine Überlegungen mit einbeziehen.
Sie ist der perfekte Allrounder. Ich weiß nicht, ob sie dauerhaft meine FL auf dem Alt ersetzen wird, aber wenn nicht, dann auf jeden Fall die Rovner auf dem Sopran.
Zudem ist eine Universalschraube im Koffer immer etwas sehr praktisches.
Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.

Hier geht’s zur Herstellerseite

Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch auch schon seine Erfahrung mit dem Teil gemacht….

Nachtrag:
Auf der Messe in Hamburg hatte ich die Gelegenheit den Erfinder der Ligaphone kennen zu lernen und mich ein wenig mit ihm zu unterhalten. (5Jahre Französisch bringen doch etwas) Dort hatte ich auch die Gelegenheit die Vergoldete im Vergleich anzuspielen. Es gibt tatsächlich einen Klangunterschied. Die ist echt noch einen Zacken besser. Die schwarze wird übrigens abgelöst durch eine Antikfinishvariante, die auch nicht schlecht aussieht, und auch hier meine ich noch eine kleine Verbesserung rausgehört zu haben.

Vorgestern hat es übringens bei mir zum ersten “Pling” gemacht. Aber das ist nicht die erste Schraube gewesen, bei der mir das passiert ist. Ich drehe die Schrauben halt gerne immer ein wenig fester. Ich habe den Eindruck, dass so die ganz hohen besser ansprechen.

PS: Noch ein paar Bilder: das überstehende Ende des Kabels kann man abknipsen.

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der Saxofonanfänger (Satire)

(Achtung! Dies ist beißende Satire! Figuren und Sachverhalte sind frei erfunden und jeglicher Bezug zur Realität ist rein Zufälliger Natur! (obwohl ich vieles schon so oder so ähnlich auf meiner Saxforenodysse wirklich gelesen habe) User könnten sich dennoch angegriffen fühlen und deshalb sollte dieser Text von keinem gelesen werden)

Hallo Freunde des Saxofons,

vor ein paar Tagen als ich mir eigentlich eine neue GothicmusikantenstadelCD kaufen wollte, habe ich aus Versehen eine CD mit Jass-Musik (ich glaube so nennt sich das) genommen.
Da war ein schwarzer Saxofonist drauf, ich glaube der hieß irgendwas mit “kaltem Zug” nur auf englisch.
Aber das klang ja auch gar nicht mal so schlecht, obwohl es mir so vor kam, als könnte der Saxofonist nicht wirklich sauber spielen.
Aber ich war neugierig ging noch mal in den Plattenladen und habe mir eine CD gekauft, auf der 3 glänzende Saxofone sind. Tolle Musik, klang echt schön und so rein.
Captain Cook und seine singenden Saxophone. Wow, der ist sogar Captain, kein wunder, dass der so toll klingt

Das will ich auch können, deshalb bin ich in den Musikladen gegangen und habe mir gleich ein eigenes Saxofon gekauft.
Ich bin ein Fan von Flamingos und war überwältigt, als ich ein Saxofon sah, auf dem so ein Flamingo drauf war. Keine Ahnung, was es da sucht, aber verkauft sich bestimmt super.

Ich habe mir dann auch noch ein Mundstück besorgt. So ein olles noch handgemachtes Metallmundstück. Der Verkäufer meinte, es sei ein Dave Guaradala King, jedoch klingt für mich der Name nicht wirklich königlich, eher kriminell.

Ich habe mich natürlich im Internet schlau gemacht und Verschiedenes gelesen. Unter anderem, dass man immer für einem möglichst härtesten Blätter spielen sollte. Also habe ich mir eine Packung in 4 geholt. 4,5 war schon ausverkauft und 5 erschien mir für den Anfang übertrieben, man muß sich ja noch ein wenig Raum für Steigerung lassen.
Auch habe ich aufgeschnappt, dass Blattschrauben sehr wichtig sind, also habe ich mir gleich 3 Stück besorgt. Die Saxxas in allen Farben, die sieht einfach am coolsten aus.

Also zuhause habe ich alles zusammengesteckt, und da ist mir folgendes Aufgefallen. In einer Grifftabelle ist die Rede von einer HochFisKlappe, die finde ich aber auf meinem Saxofon nicht. Muß man die extra kaufen? Finde ich merkwürdig, dass man soviel Geld zahlen muß, und dann nicht mal alles dabei ist. Was kommt als nächstes? Muß man sich auch noch einen eigenen Daumenhaken kaufen?

Ich bohr mir dann einfach das Loch später selber noch rein.

Die Blätter habe ich natürlich (so wie es im Netz stand) vorher in einer Lösung von 25% Wasser, 65% Rum und 10% Wodka über Nacht eingeweicht (Vollmond natürlich).

Ich habe natürlich die hälfte der Blätter weggeschmissen. Warum weiß ich nicht, aber überall verweisen die Leute darauf das man das machen kann.
Blatt drauf, Klemme drauf, anschnallen, Unterlippe einziehen (habe ich so gesehen auf Youtube), ansetzen und zusammenbeißen.
Da habe ich schon eine erste frage, ich habe gelesen, dass es gut ist, das Mundstück möglichst weit in den Mund zu nehmen, aber ich habe Probleme auch die Blattschraube in den Mund zu bekommen. Zu groß. Muß ich meinen Kiefer mehr dehnen, oder mir eine kleinere neue Blattschraube kaufen?

Aber ich habe auch andere Probleme. Ich stimme zu tief. Einen ganzen Ton, wenn ich g greife erklingt f.
Mein f”” klingt irgendwie zu scharf und zu dünn, das es”’ stimmt auch nicht ganz, das gis funktioniert auch nicht immer und ich komme nur zum 17. Oberton.

Zudem höre ich beim spielen immer so ein „Pochern“ in meinem Kopf. Ich bilde mir ein, dass es aus der Wohnung über und unter mir kommt. Liegt das an der Selbstwahrnehmung, brauche ich da vielleicht eine dickere Bißplatte oder reicht da normaler Gehörschutz?

Aber mein eigentliches Problem ist, dass ich nicht so schön klinge wie der Captain. Ich klinge viel mehr nach diesem „Baumwollpflücker“. Wer will schon wie ein maxiaml Pigmentierter klingen?

Was mache ich falsch? Reicht es, wenn ich mein Saxofon entlacke oder muß ich mir ein neues kaufen.
Ich habe gelesen, dass die Mark Sex mit der SerienNr. 6789x-6801x am besten seien? Wo bekomme ich die her?

Außerdem nachdem ich jetzt zwei Stunden Saxofon gespielt habe, war das auf Dauer doch anstrengend so lange zu stehen. Darf ich mich zum spielen auch hinsetzen? Brauche ich dafür einen speziellen Stuhl?

Einen Lehrer kann ich nicht fragen, da ich nicht die Gefahr laufen möchte, an einen Schlechten zu geraten, der mir noch etwas falsches beibringt oder mir Sachen sagt, die ich nicht hören will.

Oh, und hat noch jemand die Noten zu “Heimweh nach Montanna” und “Sail along silvery moon”. Natürlich für umsonst. Nachdem ich schon so viel Geld für mein Instrument gezahlt habe, sehe ich nicht ein, warum ich auch noch Geld für Noten zahlen sollte.

Ach ja, und bei Youtube habe ich noch jemanden Gesehen, den ich toll finde. Kenny Gay.
Ich will jetzt deshalb auch noch mit Sopran anfangen, das ist ja kleiner wird dann doch wohl auch leichter zu spielen sein, oder?

Viele Liebe Grüße
der Anfänger